Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Hella

Abgerutscht nach rot

Foto: Hella

Ein härterer Wettbewerb und steigende Rohstoffpreise haben den Autozulieferer Hella tief in die roten Zahlen gedrückt. Das Familienunternehmen wies im vergangenen Geschäftsjahr 2005/06 (31. Mai 2006) einen Verlust von knapp 21,2 Millionen Euro aus.

17.01.2007

Ein Jahr zuvor hatte es noch 51,25 Millionen Euro Gewinn gegeben. Weitere Gründe für das Minus seien gestiegene Investitionen sowie ein Restrukturierungsprogramm mit einem Stellenabbau, wie Hella am Dienstag (16.1.) in Lippstadt mitteilte. Zu kämpfen habe man vor allem im größten Bereich Licht. Der Umsatz stieg unterdessen um 10,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro.

Das Geschäftsjahr 2006/07 verlaufe bisher zufriedenstellend. Hella will bei einem prognostizierten Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro wieder schwarze Zahlen schreiben.

Hella hatte mit Betriebsrat und Gewerkschaft Ende 2006 einen Ergänzungstarifvertrag abgeschlossen, der in den kommenden fünf Jahren die Streichung von bis zu 1.600 Stellen an den Standorten Lippstadt und Paderborn möglich macht. Mit "einigen Hundert" Mitarbeitern habe man bereits eine Abfindung oder Altersteilzeit ausgehandelt. "Wir haben in den vergangenen Monaten außerdem viele Neuaufträge akquiriert, so dass der Abbau im Produktionsbereich erst später beginnen kann", sagte Hella-Chef Jürgen Behrend. Dennoch werde es aber bereits 2007 Kündigungen geben. Weitere Einzelheiten dazu wollte Hella noch nicht nennen.

"Das sind für die Mitarbeiter schmerzliche Einschnitte", sagte Behrend. Ziel der Umstrukturierung sei es, den unter dem harten Wettbewerb und hohen Kosten seit längerem kränkelnden Lichtbereich langfristig zu stärken. Das von der Geschäftsführung und der Inhaber-Familie gemeinsam getragene Ziel für die deutschen Licht-Standorte sei: "Wenn wir verlustfrei arbeiten, ist das okay", sagte Behrend.

Lichtsparte unter Druck

Die Lichtsparte agiere in einem anspruchsvollen und durch Überkapazitäten gekennzeichneten Markt, betonte Hella. Während der Umsatz um 10,9 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro stieg, sei die Ergebnissituation "unbefriedigend", hieß es ohne nähere Angaben. Einige der im April 2006 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zeigten allerdings erste Erfolge.

Gleichzeitig soll die Hella-Lichttechnik in den kommenden Jahren technologisch weltweit führend werden. Derzeit wird unter anderem an der Serienreife eines Kamera-gesteuerten intelligenten Lichtsystems gearbeitet, das selbstständig zwischen Fern- und Abblendlicht umschaltet. Es gebe auch erste Aufträge für die Fertigung von LED-Scheinwerfern als werksmäßige Serienausstattung eines Massen-Modells.

Der Geschäftsbereich Elektronik, der unter anderem Bordnetz-Steuergeräte und Dachbedieneinheiten herstellt, steigerte den Umsatz um 13,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Im Markt für Fahrerassistenzsysteme sieht sich Hella in einer führenden Position. In diesem Bereich gingen im vergangenen Jahr ein Spurwechselassistent, eine Rückfahrkamera und ein Abstandsregelsystem in Serie.

Vor Steuern gab es im Konzern ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 6,9 Millionen Euro gegenüber eine  Plus von 90,6 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Hella beschäftigte zum Stichtag 31. Mai 2006 weltweit 24.275 Menschen (plus 0,3 Prozent). In Deutschland reduzierte Hella das Personal um 3,7 Prozent auf 11.250 Mitarbeiter.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden