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Hersteller-Versicherungen

Was bieten die Policen der Autohersteller?

BMW 116i Foto: Achim Hartmann 16 Bilder

Mit Versicherungen der Autohersteller fährt man zwar nicht billiger als mit einer Police vom freien Markt, doch manche Zusatzleistung macht den Vertragsabschluss bei den Automarken interessant.

25.11.2010 René Olma

Eine Kfz-Versicherung vom Autohersteller. Lohnt sich das? Grundsätzlich unterscheiden sich die Konditionen nicht von jenen der freien Anbieter, denn in der Regel steckt nicht der Hersteller selbst, sondern ein Versicherungsunternehmen hinter den Angeboten. So kommen die Policen der Re-nault-Bank von Direct-Line oder Axa, bei BMW von der Ergo-Versicherung und bei Ford von Garanta. Eine Verbindung, die beiden Vorteile bringt: Die Assekuranz erhöht ihren Marktanteil, und der Hersteller erhält Sonderkonditionen, die er an die Kunden weitergeben kann.

Hersteller-Versicherungen mit Vorteilen im Leistungsumfang

Wie die Preisübersicht der Versicherungen zeigt, zählen die Policen der Hersteller nicht zu den billigsten auf dem Markt, sondern bewegen sich meist im Mittelfeld. Doch es geht ja auch nicht zuallererst darum, mit den Direktversicherern um Kunden zu wetteifern, sondern Autofahrer an die eigene Marke zu binden. Die Vorteile der Policen liegen daher vor allem im Leistungsumfang. So wird bei BMW und Mini auch nach 24 Monaten bei Totalschaden oder Diebstahl noch der Neupreis erstattet. Freie Anbieter sind bis zu einem Jahr nach Erstzulassung noch so spendabel.

Besonders gut können die Hersteller bei der Werkstattbindung punkten: Während unabhängige Versicherer hier gern auf freie Werkstätten setzen, arbeiten die Hersteller nur mit eigenen Betrieben. Zum Vorteil des Kunden: Wer bei Mini, BMW und Renault im Schadensfall eine Vertragswerkstatt aufsucht, reduziert seine Selbstbeteiligung um 50 Prozent. Somit relativiert sich, dass die Bayern 500 Euro Selbstbehalt in der Vollkasko sowie 300 Euro in der Teilkasko als niedrigste Variante anbieten. Alle anderen Beispielrechnungen wurden mit 300 beziehungsweise 150 Euro Selbstbehalt kalkuliert. Was unterm Strich die Beiträge niedriger halten soll.

Tarifdschungel der Versicherungen bleibt unübersichtlich

Als großzügig erweisen sich Herstellerversicherungen bei grober Fahrlässigkeit, denn in solchen Fällen verzichten sie darauf, die Leistungen zu beschneiden. Allerdings ist dieser Trend auch bei freien Anbietern immer häufiger zu beobachten. Ähnlich unübersichtlich geht es auch im Tarifdschungel zu. Während der eine Versicherer generell Schäden durch Tierbisse übernimmt, beschränkt sich ein anderer auf nagende Marder.

Auch bei entsprechenden Folgeschäden kommt nicht jeder Anbieter für deren Beseitigung auf. Ebenso werden bei Unfällen mit Tieren teilweise nur Schäden von Haarwild ersetzt. Stößt man hingegen etwa mit einer Kuh oder einem Schaf zusammen, geht man leer aus. Besser ist es daher immer, wenn sich der Versicherungsschutz auf Kollisionen mit Tieren aller Art erstreckt. Dann wird beispielsweise auch nach einem Unfall mit einem streunenden Hund gezahlt.

Kommt es auf den Basisschutz an, findet man auf dem Markt billigere Angebote

Zusätzliches Sparpotenzial birgt die Kombination der Herstellerversicherung mit einer Finanzierung. Als Baustein einer Flatrate gibt es den Versicherungsschutz oft mit Nachlass. Da es sich um Pauschaltarife handelt, bleiben Schadenfreiheitsrabatt oder Regionalklasse unberücksichtigt. Je nach persönlicher Einstufung kann solch ein Paket dann deutlich günstiger werden als ein Standard-Vertrag. Zudem schätzen viele Kunden, dass die monatliche Belastung über die gesamte Laufzeit hinweg konstant bleibt. Das gilt übrigens auch oft im Schadensfall, der bei einer herkömmlichen Assekuranz zu einer Beitragserhöhung führen würde. Bei den Policen der Autohersteller kommt die Schadensmeldung jedoch erst im Falle eines Anbieterwechsels wieder ins Spiel. Um das zu umgehen, bleibt so mancher Kunde seiner Marke treu.

Ob sich der Abschluss einer Versicherung beim Vertragshändler lohnt, hängt also von einer Reihe von Faktoren ab. Wer Wert auf Zusatzleistungen legt und bei Schäden ohnehin eine Vertragswerkstatt aufsuchen möchte, sollte sich die Policen ansehen. Kommt es jedoch nur auf einen möglichst günstigen Basisschutz an, findet man auf dem Markt billigere Angebote.

Günstige Bedingungen binden den Kunden an die Marke

Auch gewähren die Autobauer in ihren Policen oft eine längere Neuwertentschädigung als die unabhängigen Assekuranzen, sie kann bis zu 48 Monaten reichen. Das heißt: Wer in dieser Zeit durch Totalschaden oder Diebstahl den Wagen verliert, bekommt den vollen Kaufpreis ersetzt. Üblich ist der Wiederbeschaffungswert. Einzige Voraussetzung: Der Kunde entscheidet sich erneut für ein Modell aus dem Hause.

Damit nicht genug: In vielen Verträgen der Hersteller werden nach einem selbst verursachten Unfall die Beiträge der Kunden nicht angehoben. Zudem reduzieren viele Hersteller die Selbstbeteiligung in der Kasko, wenn im Schadenfall das Auto zur Reparatur in die Markenwerkstatt kommt.

Autohersteller kooperieren mit Versicherungsgesellschaften

Hinter den leistungsstarken Policen stecken oft unabhängige Versicherungen. So arbeitet zum Beispiel die Allianz mit Opel zusammen, die Victoria mit BMW, die HDI mit Mercedes und die Garanta mit Ford. Sie profitieren von der Kooperation mit den Herstellern, da es vor allem ihre Marktanteile erhöht. Dafür nehmen die Unternehmen in Kauf, dass die Verträge messerscharf kalkuliert werden. Schnäppchen sind die Angebote jedoch nicht. Sie bewegen sich preislich im Mittelfeld.

Manchmal senken die Hersteller die Tarife – vor allem in Verbindung mit Kreditangeboten. Das kann eine Ersparnis von bis zu zehn Prozent ergeben. Manchmal sind es sogar noch mehr, wie Opel oder auch Mini zuletzt bewiesen haben. Hier gab es die Kfz-Versicherung für rund 20 oder 30 Euro im Monat. Das heißt: Die Kunden haben eine Vollkasko zwischen 240 und 360 Euro im Monat bekommen. Viel günstiger können dann auch die unabhängigen Versicherungen nicht mehr sein.

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