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Heuliez Will

Elektroauto mit Radnaben-Motor von Michelin

Heuliez Will Foto: Heuliez 11 Bilder

Der französische Elektro-Kleinwagen Heuliez Will bildet die Plattform für die von Michelin wiederbelebte Technik des Radnabenmotors.

05.04.2009

Der Blick zurück offenbart, dass es beim Automobil nichts gibt, was es nicht schon einmal gab. 1900, Weltausstellung in Paris: Ferdinand Porsche, gerade mal 25 Jahre alt, präsentiert den Lohner-Porsche, angetrieben von elektrischen Radnabenmotoren. Nach einem kleinen Umweg mit dem NASA-Mobil zum Mond kehrt er jetzt zurück, der direkt in die Nabe integrierte Motor. Diesmal steckt allerdings der französische Reifenriese Michelin dahinter.


41 PS leistet der E-Motor

Die neue Entwicklung stellt ein komplexes Paket dar, das nicht nur den Elektroantrieb, sondern auch Bremse sowie Schraubenfeder und den dazugehörigen Stoßdämpfer enthält. Der Elektromotor bringt es umgerechnet auf 41 PS. Beim Verzögern arbeitet er als Generator und wird zum Aufladen der Batterien genutzt. Das Active-Wheel-Modul soll den Autoherstellern weitgehende Freiheit bei der Konstruktion bieten: Reiner Frontantrieb ist ebenso möglich wie Heck- oder natürlich auch Allradantrieb.

Platz für vier Personen

Weil mit Auto-Technik erst dann Staat zu machen ist, wenn sie auch fährt, kommt der renommierte französische Karosseriebauer Heuliez ins Spiel. Für das Antriebsmodul von Michelin entwickelte Heuliez den Will, einen 3,70 Meter langen Kleinwagen, der vier Personen Platz bietet und bereits im nächsten Jahr in Serie gehen soll. Trotz der Lithium-Ionen-Akkus wiegt der Heuliez nur 900 Kilogramm. Da macht es sich bemerkbar, dass eine Vielzahl von Bauteilen entfällt: kein Getriebe, kein Differenzial, keine Antriebs- und Kardanwellen.

Elektromotor wiegt nur sieben Kilogramm

Allerdings wiegt das Active Wheel mehr als eine konventionelle Rad-Reifen-Kombination. Entscheidend ist die Höhe der ungefederten Massen. Die müssen gering sein, weil sie das Ansprechvermögen der Federung beeinflussen. Weil übliche Bauteile wie Achslenker entfallen und der Elektromotor nur sieben Kilogramm wiegt, beziffert Heuliez dieses Maß an der angetriebenen Vorderachse mit 35 Kilogramm, drei weniger als bei einem Renault Clio. Patrick Oliva, der bei Michelin für Zukunfts-Mobilität zuständig ist, sieht einen der wesentlichen Vorteile der Konstruktion in der Möglichkeit, jedes einzelne Rad elektronisch beaufsichtigen zu können. So lässt sich die Kraft individuell verteilen, was besonders bei Allrad-Modellen einen wichtigen Vorteil darstellt.

Rund zwei Euro auf 100 Kilometer

Die elektronische Steuerung regelt allerdings nicht nur die Drehmomentverteilung, sondern ist auch in der Lage, die Kennlinien der Stoßdämpfer individuell anzupassen. Denn je besser ein Elektroauto fährt, desto höher wird auch die Akzeptanz beim Verbraucher sein. Für den Will sprechen außerdem niedrige Betriebskosten, ein Stromverbrauch von 15 Kilowattstunden für 100 Kilometer summiert sich auf rund zwei Euro. Und die CO2-Bilanz ist günstig - vor allem in Frankreich, wo der Strom überwiegend aus Atomkraftwerken stammt.

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