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Historie von Le Mans auf dem Genfer Autosalon

Legendäre 24-Stunden-Renner aus 91 Jahren

Le Mans Historie Foto: Auto-Salon Genf 26 Bilder

Chenard & Walcker Sport, Ferrari 250 Testa Rossa, Ford GT40, Porsche 911 GT1 und Audi R18 E-tron haben eins gemeinsam: Sie wurden erfolgreich im legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans eingesetzt. Auf dem Genfer Auto-Salon erinnern 20 historisch wertvolle Rennautos an über neun Jahrzehnte Le Mans-Geschichte.

19.02.2014 Roman Domes Powered by

Erstmals fand das 24-Stunden-Rennen von Le Mans – französisch: 24 Heures du Mans – 1923 statt. Mittendrin: die wild schuftenden Jungs von Chenard & Walcker in ihren langen 20er-Jahre Mänteln. Am Start: zwei Rennwagen vom Typ "Sport".

Chenard & Walcker Sport gewinnt erstes 24h-Rennen in Le Mans 1923

Einer von ihnen wird nach einer kompletten Rotation der Erde gewinnen und am Anfang stehen - am Anfang der Siegerliste des weltweit wohl berühmtesten Langstrecken-Rennens. Fast alle Gewinner-Autos haben teilweise kriegerische und turbulente Zeiten überlebt und befinden sich heute entweder im "Musée Automobile de la Sarthe" oder in privater Hand.

Für die Ausstellung auf dem jährlich stattfinden Genfer Automobilsalon konnten die Veranstalter des 24-Stunden-Rennens etliche Modelle auftreiben. Da darf das erste Sieger-Fahrzeug von 1923 natürlich nicht fehlen. Damals pilotierten die Fahrer André Lagache und René Léonard den Chenard & Walcker und gewannen nach 24 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 92,064 km/h.

In den darauffolgenden sieben Jahren konnten die Engländer von Bentley fünf Mal den Sieg in Le Mans feiern. 1924 triumphierte der "3 Litre Sport", bevor 1929 und 1930 der Bentley vom Typ "Speed Six" den obersten Podiumsplatz für sich beanspruchen konnte. Ab dem 6. März 2014 können die Messe-Besucher den Bentley mit seinem 6,5-Liter-Motor bewundern.

Alfa Romeo 8C 2300 gewinnt in Le Mans von 1931 bis 1934

Anfang der 1930er-Jahre spielte Bentley keine Rolle mehr, die Italiener beherrschten das Feld. Allen voran die Alfa Romeo 8C in den Ausführungen "Le Mans" oder "Mille Miglia" war ein Erfolgsgarant. So gewannen sie die Rennen von 1931 bis einschließlich 1934. Der mit einem  Reihen-Achtzylinder ausgestattete 8C ("otto cilindri" – acht Zylinder) verhalf Alfa Romeo zu Ruhm und Ehre. Die letzten Sieger vor dem Zweiten Weltkrieg waren 1939 Eugène Chaboud und Pierre Veyron in einem Bugatti 57C "Tank".

Erst 1949 fand das Rennen wieder statt, Lord Selsdon und Luigi Chinetti  gewannen mit einem Ferrari 166 Mille Miglia. Die zurückgelegte Distanz betrug 3.178 km. Fast 1.000 Kilometer mehr schafften 1955 Mike Hawthorn und Ivor Bueb im Jaguar D-Type. Ganze 4.135 km spulten die beiden Briten 1955 mit dem Reihensechszylinder samt 3,4 Litern Hubraum ab – und gewannen mit dem gleichen, 250 PS starken, Fahrzeug von 1955 bis 1957 drei Mal in Folge.

Ford GT40 beendet 1966 Ferrari-Dominanz in Le Mans

In den 1960er Jahren schien Ferrari fast unschlagbar zu sein. Der amerikanische Autohersteller Ford wollte unbedingt Ferrari aufkaufen und integrieren – gerade wegen der erfolgreichen Rennautos. Doch der Deal platzte, Ford musste notgedrungen ein eigenes Rennauto bauen. Der Ford GT40 entstand und sorgte für vier Gesamtsiege  in Folge – von 1966 bis 1969. Ab Anfang März steht der GT40 von 1966, der übrigens aufgrund seiner Bauhöhe von 40 Zoll seinen Modellnamen bekam, in Genf.

Knapp 30 Jahre später bricht eine neue Ära an. Audi R8 heißt der vierfache Sieger in den Jahren zwischen 2000 bis 2005, nur 2003 konnte Bentley mit dem Speed 8 dagegen halten. Es folgten weitere Erfolge der  Audi-Truppe. Insgesamt stand die Marke mit den vier Ringen seit 2000 exakt elf Mal auf Rang 1 des Gesamt-Klassements, der letzte Sieg ist datiert auf das Jahr 2013.

Porsche kehrt 2014 zum 24-Stunden-Rennen in Le Mans zurück

Für 2014 ist ernsthafte Konkurrenz angesagt: Porsche kehrt nach Le Mans zurück. Den letzten Sieg konnte die Weissacher Rennsport-Abteilung 1998 mit dem Porsche 911 GT1 feiern. Doch Porsche ist abgesehen davon kein unbeschriebenes Le Mans-Blatt. 1970 gewannen die Stuttgarter mit dem 917K erstmals auf dem Circuit de la Sarthe. Im Jahr darauf siegte Porsche  mit Gijs van Lennep und einem Fahrer, dessen Name heutige Formel 1-Fans aufzucken lässt: Helmut Marko, heute Motorsport-Direktor beim Team Red Bull.

Insgesamt 16 Mal konnte die Marke mit dem Stuttgarter Städtewappen im Logo das berühmteste 24-Stunden-Rennen der Welt für sich entscheiden. Eine Rekordmarke, die bis heute Bestand hat. Ob sich die Zuffenhausener 2014 in die Liste der Sieger eintragen dürfen, steht noch in den Sternen über dem Circuit de la Sarthe.

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