Das Netz der Flüssiggas-Tankstellen in Deutschland sei mit 3.700 mehr als doppelt so dicht wie vor zwei Jahren, teilte ein Sprecher der Westfalen AG (Münster) als Marktführer der Branche in Deutschland am Mittwoch (14.5.) mit.
Das Unternehmen versorgt rund 700 der deutschen Flüssiggas-Tankstellen mit dem Alternativtreibstoff, der als Abfallprodukt in Erdölraffinerien entsteht. Der Liter Flüssiggas kostet derzeit rund 72 Cent und ist damit halb so teuer wie ein Liter Benzin oder Diesel. Der Verbrauch ist jedoch um rund 15 Prozent bis 20 Prozent höher als bei herkömmlichen Otto-Motoren. "Das hängt sehr von der Qualität der eingebauten Anlage und von der Kunst des Einbauers beim Einstellen des Motors ab", sagte der Westfalen-Sprecher.
Die Umrüstung eines Fahrzeuges - in Deutschland bisher nicht bei Dieselmotoren und Direkteinspritzern möglich - kostet rund 2.500 Euro. Die Bundesregierung hat Flüssiggas als umweltfreundlich eingestuft und deshalb zunächst bis Ende des Jahres 2018 steuerlich begünstigt. Die Branche gehe davon aus, dass etwa bis zum Jahr 2016 rund eine Million mit Flüssiggas betriebene Autos auf Deutschlands Straßen fahren. Das Tankstellennetz werde vermutlich noch in diesem Jahr die die Marke von 4.000 Stationen erreichen. Das Netz sei bereits dicht genug, um jeden Punkt in Deutschland zu erreichen, ohne den Benzin-Tank, den die Autos zur Sicherheit zusätzlich haben, in Anspruch nehmen zu müssen.
Hohe Spritpreise: Flüssiggas wird immer beliebter
Die anhaltend hohen Spritpreise an den Tankstellen haben zu einem Aufwärtstrend beim Alternativ-Treibstoff Flüssiggas beigetragen. Die Zahl der mit Flüssiggas betriebenen Autos in Deutschland sei auf 230.000 gestiegen.
Autor: dpa





