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Hoher Dieselpreis bedroht Spediteure

Foto: dpa

Die hohen Dieselpreise bringen nach Einschätzung der Transportbranche viele deutsche Speditionen an den Rand einer Existenzkrise.

19.07.2005

"Unsere Unternehmen haben derzeit eine Rendite um Null", sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Adolf Zobel, am Dienstag (19.7.) in Frankfurt. "Wenn sie die Dieselpreis-Erhöhungen nicht an die Kunden weitergeben können, werden sie in die roten Zahlen rutschen. Dann sind Zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr." Die meist mittelständischen Transportfirmen beschäftigen mehr als 500.000 Mitarbeiter.

Steigende Zahl an Insolvenzen

Der Dieselpreis hat mit 1,12 Euro pro Liter an den Tankstellen einen neuen Rekord erreicht. Im Juni verteuerte sich Diesel am Rotterdamer Markt um 17 Prozent im Vergleich zum Vormonat, berichtete der BGL und sprach von "beängstigenden Ausmaßen". "Die Auswirkungen der Dieselpreise sind heftig", sagte Zobel. Der Preisanstieg lasse die Kosten für die Unternehmen um rund sechs Prozent klettern. "Diese Verteuerung muss voll an den Kunden weitergegeben werden, es gibt dazu keine Alternative." Diesel mache ein Viertel bis ein Drittel der Firmenkosten aus.

Der BGL rechnet mit einer steigenden Zahl an Insolvenzen. In Deutschland gibt es derzeit 50.000 Transportunternehmen. Ihre Gewinnmargen schwankten zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Die Zahl der Aufträge und der Fahrten sei bislang aber nicht zurückgegangen. Die Preiserhöhungen treffen die Firmen laut BGL im falschen Moment, weil die Branche bereits unter der Einführung der Maut zum Jahresanfang leide. Die Maut habe die Kosten um 15 Prozent erhöht. "Den Unternehmen bleibt keine Zeit zum Durchatmen", meint der Verband.

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