Nach der Bankenkrise in Amerika hat Honda zwei Jahre Entwicklungsarbeit aufzuholen. In dieser Zeit wurde das Unternehmen auf Rendite getrimmt. Jetzt wird wieder Gas gegeben. Das Signal gibt Honda-Chef Takanabu Ito selbst. Er schwang sich in Montegi in den Sattel der GP-Siegermaschine von Casey Stoner und erklärte nach seiner Probefahrt: "Das macht mehr Spaß, als eine Firma zu steuern."
Dabei macht er aber auch klar, dass es neben dem Spaß auch andere, wichtigere Aufgaben zu bewältigen gibt: "Die CO2-Reduktion die größte Herausforderung für Honda ist.“ Bis 2020 sollen weitere 30 Prozent CO2 eingespart werden. Itos Ziel ist ein "Triple Zero": Null CO2, null Abfälle und keine Energieverschwendung.
Dabei geht der Ansatz von Honda weit über Automobile und Motorräder hinaus. Man beschäftigt sich mit Nachdruck mit der Haus-Energie-Versorgung. Mit Gasmotoren, die einen Teil der Energie für Heizung, Klimatisierung und für das E-Auto beisteuern. Und mit Solaranlagen. Ito: "Wir sind Industrie-Leader bei der Solarzellen-Technik."
Honda zeigt wahres Technikfeuerwerk
Im Zentrum der Tokio Motor Show standen drei Umweltmodelle: Das Micro Commuter-Concept, ein kleines Elektro-Stadtauto für drei Personen im Smart-Format. In diesen Mini läßt sich neben dem Fahrer noch ein kleiner Elektro-Roller, der sich Motor Compo nennt, einpacken. Dazu der Plug-in-Hybrid AC-X und ein kleiner Roadster, der möglicherweise schon 2012 in Serie geht. Der 3,57 Meter lange Elektro-Sportwagen soll eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen. Die Reichweite wird mit 160 Kilometern angegeben.
Neben den drei Showcars gibt es von Honda ein wahres Technikfeuerwerk. Mit neuen Vierzylinder-DI-Benzinern, die auch für Turboaufladung ausgelegt sind. Dazu kommt ein neuer V6-Benziner mit Zylinderabschaltung und einer Leistung von über 310 PS. Ein neuer, kleiner Diesel wird als der leichteste Vierzylinder-Diesel der Welt gefeiert. Außerdem zieht Honda mit einem neues Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe nach. Und alles zielt in eine Richtung. Ito: "Honda will in den nächsten drei Jahren die Nummer eins beim minimalen Karftstoffverbrauch werden."
Hybrid-Autos mit AllradantriebDamit ist das Technik-Feuerwerk aber noch nicht am Ende: 2012 kommt der kleine Honda Jazz mit Elektroantrieb in Japan und in Amerika in den Markt. Ein Plug-in-Hybrid-Accord folgt 2013. Und dazu gibt es einen Allradantrieb mit Drehmoment-Verteilung an der Hinterachse. Das Antriebskonzept: An der Vorderachse sorgen ein V6-Benziner und ein 30 kW-Elektromotor für Vortrieb. Die Hinterachse wird von zwei 20 kW-E-Motoren angetrieben. Dieses Allrad-System ist zu Testzwecken noch in einem Honda Accord installiert. Seine Premiere dürfte es in einem Supersportwagen feiern, der im Januar in Detroit präsentiert werden soll.






