Honda-Deutschlandchef Takayuki Arima: "100.000 Neuzulassungen in Deutschland"

Takayuki Arima

Honda-Deutschlandchef Takayuki Arima spricht mit auto motor und sport-Redakteur Harald Hamprecht über seine Wachstumsziele und die Hybridstrategie.

Mit dem CR-Z und dem Jazz als Hybridversion hat Honda ambitionierte Pläne.

Herr Arima, Honda hat in Deutschland per September mit 37.400 Neuzulassungen ein Plus von 22 Prozent zum Vorjahreszeitraum verbucht - und damit knapp unter dem Marktdurchschnitt rangiert. Welchen Absatz streben Sie für das Gesamtjahr 2009 an?

Arima: Ich rechne mit einem Absatz in Höhe des Vorjahres - sprich bei rund 40.000 Einheiten. Die Abwrackprämie hat  in unseren Augen vor allem zu vorgezogenen Verkäufen geführt, die in den kommenden zwei, drei Jahren ohnehin passiert wären. Schon kommendes Jahr werden diese Verkaufszahlen in den Büchern fehlen. Ich gehe übrigens davon aus, dass wir 2010 bestenfalls ein Gesamtmarktvolumen von 2,85 Millionen sehen werden.

Wie verteilt sich der Absatz auf Ihre Modellreihen?

Arima: Unser Kompaktmodell Civic macht rund ein Viertel des Absatzes, unser Einstiegsmodell Jazz etwas mehr als zehn Prozent, unsere SUV - sprich der CR-V und FR-V - bringen weitere 35 Prozent. Der Rest verteilt sich auf unser Mittelklassen-Modell Accord, unser neues Hybrid-Modell Insight (zum Einzeltest), unser Flaggschiff Legend sowie das Cabrio S2000. Im nächsten Jahr kommt mit dem Coupé CR-Z ein kleiner, sportlicher Hybrid hinzu.

Wie weit wollen Sie mittelfristig wachsen?

Arima: Im Jahr 1992 hatten wir schon einmal 64.000 Neuzulassungen. Ich denke, das ist eine durchaus realistische Größenordnung für die Zukunft.

Aber bis 2012 wollten Sie doch eigentlich 100.000 Neuzulassungen erreichen?

Arima: Ja, dieses ursprüngliche Ziel war aber zu ambitioniert; die weltweite Finanzkrise hat uns da einen Strich durchs Geschäft gemacht. Wir halten zwar an der Messlatte der 100.000 Einheiten für Deutschland fest, wann wir sie verbuchen, möchte ich heute noch nicht sagen. Dafür brauchen wir zudem neue Produkte und Händler.

Wie sieht Ihr Vertriebsnetz derzeit aus - und welche Veränderungen stehen an?

Arima: Wir arbeiten heute mit 289 Vertragshändlern mit insgesamt 361 Verkaufsstellen. Diese Netzgröße wollen wir vorerst halten. Wenn wir langfristig die 100.000 Neuzulassungen in Deutschland verbuchen wollen, müssen wir das Netz aber sicher um 20 bis 30 Prozent aufstocken.

Wie ist es um die Rendite Ihrer Händler bestellt?

Arima: 2008 war die durchschnittliche Umsatzrendite unserer Händler deutlich positiv; und das nehmen wir uns auch für dieses Jahr vor. Wobei schon 2009 der Gewinn vor allem aus dem Service und dem Zubehör-Verkauf resultiert, weniger aus dem Neuwagengeschäft. Außerdem haben wir zusätzliche Erlöspotenziale im Gebrauchtwagensektor aufgespürt.

Welche neuen Produkte brauchen Sie für Ihr Wachstum?

Arima: Kommendes Jahr kommt ein komplett neues Sportcoupe mit Hybrid in den Handel, der CR-Z. In nicht allzuferner Zukunft launchen wir den Jazz in der Hybrid-Variante.

Wie viele Hybrid-Fahrzeuge wollen Sie verkaufen?

Arima: Im laufenden Geschäftsjahr rechne ich mit 200 Civic-Hybrid und 2000 Insight, 2010 wollen wir unseren Hybrid-Absatz auf 5.000 Einheiten verdoppeln.

Das ist noch nicht die Welt.

Arima: Ja, die Technik wird im Markt noch nicht so akzeptiert, wie wir uns das wünschen. Auch wegen eines noch mangelnden technischen Verständnisses und der fehlenden Subventionierung seitens des Staates.

Brauchen Sie nicht auch ein Einstiegsmodell unterhalb des Jazz - analog zum iQ Ihres Erzrivalen Toyota?

Arima: Das würde sicher gut zu Honda passen. Die Technologie unserer Kei-Cars ist ja auch vorhanden. Aber: Priorität genießen die Fahrzeuge mit der Umwelttechnologie; wir wollen uns wirklich erst auf unsere Hybrid-Offensive konzentrieren. Danach sichten wir die Lage, ob es auch Bedarf für konventionelle Kleinwagen gibt.

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Harald Hamprecht

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