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Honda Jazz auf der Tokio Motor Show

Fit für die Zukunft?

Honda Fit Foto: Honda 10 Bilder

Der in Europa regelrecht zuletzt abgetauchte japanische Autobauer Honda meldet sich zur Tokio Motor Show 2013 eindrucksvoll zurück. Mit dem neuen Jazz - in Japan Fit genannt - soll der Zulassungs-Blues in Europa bald ein Ende haben.

19.11.2013 Jens Katemann

Laufruhiger Dreizylinder, schwacher Vierzylinder

Und das ist noch lange nicht alles, was die Japaner in petto haben, wie ein Testtag im Honda Entwicklungszentrum zeigte. Nein, eine eindrucksvolle Designpräsentation mit allem Schnickschnack war es nicht. So tickt Honda eben nicht. Enthusiastische, perfektionistische Ingenieure statt Marketingexperten. Und so wurde der interessierte Journalist nach jeder Menge Powerpoint aus dem Neonlicht des freudlosen Besprechungsraums ins herbstliche Sonnenlicht des weitläufigen Testcenters in Tochigi entlassen. Doch dann wurde aufgefahren.

Zum Beispiel gleich drei neue Turbobenziner. Eindrucksvoll, weil laufruhig und für einen Dreizylinder vibrationsarm, prägte sich der neue aufgeladene Einliter ein, der sich ohne mit der Wimper zu zucken, munter bis jenseits von 180 km/h treiben ließ.

Sein großer Bruder, der 1,5-Liter-Vierzylinder, enttäuschte dagegen mit schwachem Durchzug und seinem nervigen Dröhnen. Das mit ihm gekoppelte CVT-Getriebe wechselte zu allem Überfluss auch noch reichlich unsortiert die Übersetzungen. Wiederum überzeugend verrichtete der Zweiliter-Turbo im Prototyp des neuen Civic Type R-Topmodells (zum Fahrbericht) seine Arbeit.

Honda Jazz auch als Hybrid-Version

Das erste neue Auto, der ab 2014 anrollenden Modelloffensive wird der Honda Fit, bei uns besser bekannt unter dem Namen Jazz. In Japan, wo der Fit bereits im Handel ist, avancierte er bereits zum Liebling der Massen. Besonders gefragt: der Fit Hybrid. Zwei Drittel aller japanischen Kunden greifen zur Kombination aus Benziner und Elektromotor.

Die Systemleistung von 140 PS reichen für flottes Vorankommen. Das neue System ist dabei besonders sparsam, da der 110 PS-starke Benziner mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit integriertem 22 kW-E-Motor und einer Lithium-Ionen-Batterie gekoppelt ist. Das Ganze funktioniert unauffällig gut, solange man nicht das Gaspedal bis zum Bodenblech drückt.

Honda Fit ohne sexy Cockpit

Kickdown goutiert der Benziner mit lautem, lang anhalten Aufheulen. Aber Cruisen steht dem Fit mit seinem komfortabel ausgelegten Fahrwerk eh besser. In schnell gefahren Kurven schiebt er früh über die Vorderräder. Im Vergleich zum eher tristen Hartplastik-Interieur des aktuellen Modells macht der Neue einen hochwertigeren, wenn auch schnörkellosen Eindruck. Sexy ist das Cockpit nicht, aber sauber verarbeitet und mit einem gut ablesbaren Touchscreen ausgestattet.

Haben Sie schon mal ihr Auto einparken lassen? Unter neugierigen Blicken schält sich die Dame elegant aus einem Fahrzeug, was ein bisschen wie ein Renault Twizy aussieht. Sie zückt ihr iPad, drückt darauf herum und plötzlich parkt der kleine Zwerg zwischen zwei Autos aus und hängt sich wie von Geisterhand gesteuert in einem Abstand von zwei bis drei Metern hinter ein vorrausfahrendes Auto.

Wifi-Opa gerettet

Wie ein Kind an Muttis Rockzipfel geht es durch einen Parcours, der den Straßenverkehr simuliert. Ein Mix aus Radar, Sensoren und Kameras macht's möglich. Eine Teststation weiter parken mehrere Autos gleichzeitig selbstständig auf einem Supermarktparkplatz ein. Sieht ein wenig aus wie Auto-Ballett. Bei der späteren autonomen Fahrt mit einem Honda Accord rettet einen Opa im Elektrorollstuhl sein eingeschaltetes WiFi. Bei Honda träumen sie vom kollisionsfreien Fahren. Wirkt schon sehr real.

Während der Redakteur schon etwas jetlag-geplagt am Café Americano  nippt, wartet schon das nächste Highlight. Es nennt sich MC-ß  und erinnert nun ganz stark an den Renault Twizy. Bitte einsteigen und Soundgenerator ausmachen. Das nervige Gewimmer ist in Japan Pflicht, damit Fußgänger nicht das geräuschlose E-Fahrzeug überhören. Alles andere überzeugt. Der MC-ß ist komfortabler als ein Twizy, lässt sich bei 200 Volt in drei Stunden wieder aufladen und kostet umgerechnet nur gut 5.000 Euro. Er ist 20 cm kürzer als ein Smart, verfügt über maximal 11 kW Leistung und hat eine Reichweite von 70 km.

Und übrigens: Honda hat auch eine neue Allradlenkung für seine US-Luxusmarke Acura, einen neuen Allrad-Hybrid, einen Elektro-Fit, einen autonom arbeitenden Rasenmäher sowie Schiffsmotoren im Programm, und man ist ganz nebenbei der größte Motorradhersteller der Welt. Nach einem Tag voller Innovationen stellt sich so unweigerlich die Frage: "Warum verkauft diese Firma aktuell in Deutschland keine 2.000 Autos im Monat?" Antwort eins: Weil es erst Ende 2014, Anfang 2015 so richtig losgeht mit der Modell- und Technologieoffensive. Antwort zwei: Weil es vielleicht nicht ausreicht, nur perfektionistische Ingenieure zu haben, sondern es braucht emotionales Design und eben doch auch ein wenig Show.

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