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IAA 1953

Die IAA der Rabattschlachten

IAA, Opel, Olympia, Historie, Geschichte, Chronik, Highlights Foto: Archiv 31 Bilder

Auf der IAA 1953 präsentieren die deutschen Hersteller statt Neuheiten vor allem Preisnachlässe. Dazu trägt die wachsende Konkurrenz aus dem In- und Ausland bei. Die Folge: 750.000 Besucher reißen sich um die Preislisten.

02.09.2011 Kai Klauder Powered by

Die großen deutschen Autobauer setzen 1953 bei der Frankfurter IAA (hier zur aktuellen IAA) auf Rabatte: Opel senkt seine Preise zum Teil um 10 Prozent, Volkswagen verlangt für den Käfer 250 Mark weniger und bei Ford kostet der Taunus 12 M statt 7.350 nun 6.575 Mark. Allgemein wird diese Entwicklung als Normalisierung des Marktes gesehen.

Fensterflächen werden größer, Kombis kommen

Wenn man sich die Karosserieformen anno 1953 anschaut, fällt eine deutliche Entwicklung hin zu größeren Fensterflächen auf. Stellvertretend steht hier der neue Opel Olympia Rekord. Mit Panoramascheiben an Front und Heck sowie großen Seitenscheiben bietet er eine sehr gute Übersichtlichkeit. DKW folgt diesem Trend mit der neuen Sonderklasse. Eine weit herumgezogene Panorama-Heckscheibe und die fehlenden B-Säulen lassen das Publikum schnell vom "Allsicht-Coupé" sprechen. Und auch der Käfer trägt nun statt der Brezelfenster eine einigermaßen große Heckscheibe.

Im Rückblick verblüfft die große Anzahl von Kombis, die auf der IAA 1953 ausgestellt werden. Nahezu jeder Hersteller hat ein Kombinationswagen im Angebot. Borgward und Champion, DKW und Ford, Goliath und Gutbrod - sie alle mobilisieren damit neben den klassischen Abnehmern wie Handwerkern und Einzelhändlern auch zunehmend Familien. Weitere Kombis kommen aus den Häusern Lloyd, Mercedes, NSU-Fiat, Opel und aus dem Ausland.

Neuheiten sind auf der IAA 1953 rar

Viele Neuheiten sind in Frankfurt nicht zu entdecken. Mercedes, BMW und VW ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus und zeigen keine neuen Modelle. Ford baut sein Taunus Programm aus und führt Cabriolet, Kombi- und Kastenwagen vor. Außerdem wird der VW-Bus-Konkurrent FK 1000 präsentiert, den es als Kasten- und Pritschenwagen sowie als achtsitzigen Kombi gibt.

DKW lässt seine Fans nicht länger warten und bringt den Dreizylinder-Zweitakter auf den Markt. Im Vergleich mit der vom Zweizylinder angetriebenen Meisterklasse profitiert die Sonderklasse von der Laufruhe und erreicht rund 115 km/h. Doch der angesetzte Preis von rund 7.000 Mark fällt sehr hoch aus.

In der Oberklasse baut Borgward seine Technik-Vorreiterrolle aus und zeigt zum ersten Mal elektrische Fensterheber bei einem deutschen Auto. In dem neuen 2400 Pullmann werden die Ausstellfenster ebenfalls elektrisch verstellt. Auf Wunsch kann eine Automatik geordert werden. Daneben steht auf dem Borgward-Messestand das Hansa 1500 Rennsportcoupé, dessen Motor mit 110 PS zu den stärksten Serientriebwerken der damaligen Zeit gehört und den 18.000 Mark teuren Wagen auf bis zu 225 km/h beschleunigen soll.

Fend Kabinenroller zieht Besucher an

Der Kabinenroller von Fend zieht viele Besucher an, Das skurrile Mobil, das in den Regensburger Messerschmitt-Werken gebaut wird, kostet mit 2.375 Mark wenig mehr als ein Motorroller und bietet den Passagieren ein festes Dach über dem Kopf. Der "Großraum-Fahrzeug" genannte Champion 500 G kann dazu noch mit einem Kofferraum aufwarten, kostet allerdings um einiges mehr. Lloyd zeigt mit dem LP 400 die Entwicklung zum vollwertigen Automobil. Zunächst mit Karosserieteilen aus mit Kunstleder überzogenem Holz, gibt es auf der IAA nun einen verbesserten LP 400 mit Stahlblech-Seitenteilen zu sehen.

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