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IAA 1975

Mehr als 100 PS, weniger als 1.000 Kilo

IAA 1975 Foto: Archiv 80 Bilder

Golf GTI, Ford RS 2000, Opel GT/E - die Massenhersteller entdecken eine neue Fahrzeugkategorie - stark motorisierte Kompakt-/Mittelklassewagen mit einem Gewicht unter 1.000 Kilogramm und mehr als 100 PS.

18.09.2007 Kai Klauder

Und das trotz der gerade erlebten Ölkrise 1973, die innerhalb eines Jahres zu einem Anstieg von drei auf 12 Dollar pro Barrel geführt hatte. Jetzt schien die politische Lage allerdings wieder so stabilisiert zu sein, dass man wieder Fahrspaß haben durfte. Einige Zeitgenossen kritisierten die Automobilausstellung jedoch recht deutlich, wie VW Entwickler Ernst Fiala, der es am Rande der IAA 1973 auf den Punkt bringt: "Die IAA - eine Geldverschwendung erster Ordnung; aber man muss dabeisein."

Opel Kadett GT/E 105 PS auf der IAA 1975

Der neue GT/E kommt von den vorgestellten deutschen Potenzwägelchen am auffälligsten daher: Mit Einheitslackierung in Schwarz-Gelb - unter der Gürtellinie Schwarz, darüber knallgelb. Der Chromschmuck ist fast komplett durch schwarzen Lack ersetzt. Auch im Innenraum des rund 13.000 Mark teuren GT/E dominiert die Farbe Schwarz. Rund 70 Kilogramm ist der Kadett GT/E leichter als der Werks-Ascona, mit dem Walter Röhrl Europameister wurde. Und das ist auch die Botschaft, die Opel mit dem GT/E transportieren möchte: Der Kadett wird Nachfolger des Ascona im Rallyegeschehen. Der - auch im neuen Manta B verbaute - 1,9-Liter-Motor leistet 105 PS und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 184 km/h. Damit hat der Kadett seine Nase vorn - vor Golf GTI, Audi GTE und Ford Escort.

Premieren für Golf GTI und Audi 80 GTE

Der erste Golf GTI betritt die Bühne. Bereits seit einem Jahr rollt der Käfer-Nachfolger über die Straßen und jetzt gibt es ihn als GTI mit 110 PS. Und auch der Golf soll sich als Sportversion deutlich zu erkennen geben. Freilich nicht so deutlich, wie der Opel. Es gibt ihn nur in Rot und Silber, mit einer mattschwarzen Einfassung der Heckscheibe, schwarzen Fenstereinfassungen, schwarzen Kotflügelverbreiterungen und einer roten Umrandung des Kühlergrills. Der verwendete Spoiler und die Abrisskante bringen beim Golf fünf Prozent Treibstoffersparnis.

Der Motor des GTI kommt auch im Audi 80 GTE zum Einsatz. Der 1,6-Liter-Vierzylinder leistet 110 PS und beschleunigt den Golf auf 182 km/h, den Audi auf 181 km/h. Während der Audi 13.995 Mark kostet, soll der Konzernbruder für deutlich weniger als 13.000 Mark zu haben sein. Ein Grund für das nun bei VW aufkommende Baukastensystem ist Ferdinand Piëch, der seit dem 1. August 1975 Technik-Vorstand bei Audi ist. Er sieht großes Optimierungspotential bei Sparsamkeit, Leichtbau und im kostengünstigen Baukastensystem.

Ford RS 2000 kommt auf 180 km/h

Ford zeigt mit den Karosserieoptimierungen am neuen RS 2000, was aerodynamisch mit relativ einfachen Maßnahmen machbar ist. Am auffälligsten ist die neue Nase, die um 16 Zentimeter verlängert wurde und den cW-Wert um 16 Prozent reduziert, den Auftrieb um 25 Prozent. Der kleine Spoiler am Heck vermindert den Auftrieb gar um 60 Prozent. Der Motor ist der aus dem Hundeknochen-Escort bekannte Zweiliter, der nun mit einer neuen Abgasführung 110 PS leistet - zehn Prozent mehr als sein Vorgänger. Damit erreicht der 12.995 Mark teure RS 2000 Tempo 180 km/h.

Neuer BMW 3er erhält 125 PS

BMW zeigt in Frankfurt seine neue 3er-Baureihe. 316 bis 320i leisten von 90 bis 125 PS und kosten von 13.980 bis 17.980 Mark in Basisausstattung. Übrigens wird schon damals von auto motor und sport die "kesse Aufpreispolitik" bemängelt und der Weg "hin zum exklusiven und auch teuren Komfortauto" vorausgesehen. Warum sich das BMW leisten kann, erklärt Eberhard von Kuenheim: "Unsere Lager waren nie leerer." BMW zeigt mit dem 3.3i die letzte Ausbaustufe seiner Oberklasse-Limousine. Schon zur nächsten IAA (zum aktuellen IAA-Special) 1977 ist der Nachfolger, der BMW 7er, angekündigt.

Porsche - nach dem FLA nun Vollverzinkung

Wie bei der 2007er Ausgabe der IAA bei fast allen Herstellern zu sehen, ist die Trendfarbe schon 1973 am Porsche-Messestand Weiß. Weiße Autos auf weißem Boden zwischen weißen Standaufbauten. Porsche verfolgt den mit dem FLA (siehe IAA 1973) eingeschlagenen Weg des Langzeitautos nun mit einfacheren Mitteln. Ab Jahrgang 1976 sind die 911er-Karosserien feuerverzinkt und Porsche garantiert sechs Jahre Korrosionsschutz.

Die Reaktionen der Wettbewerber sind eindeutig: Mercedes-Karosserieentwickler Breitschwerdt poltert: "Unverantwortlich, dies als Lösung zu präsentieren, ehe die Technologie entwickelt ist, wie man das Zink dann wieder vom Schrott trennt." Fiala von VW kontert: "Die Statistik beweist, dass VW-Autos mit durchschnittlich zwölf Jahren auch ohne Verzinken die größte Lebensdauer haben." Auch aus Japan kommt ein Beweis zur Langzeittauglichkeit: Datsun präsentiert ein Kundenfahrzeug mit 192.000 Kilometern Laufleistung.

Triumph polarisiert mit dem TR 7 auf der IAA 1975

Jaguar bringt aus England einen neuen Sportwagen nach Frankfurt. Der XJ-S basiert auf der XJ-Serie und tritt das schwere Erbe des E-Type an. Der Radstand des teuersten Jaguar ist gegenüber der Limousine um 29 Zentimeter verkürzt. Die Straßenlage und Fahrleistungen liegen auf sehr hohem Niveau - nicht zuletzt wegen des mächtigen V12, der aus 5,3 Litern Hubraum 287 PS produziert.

Triumph polarisiert mit dem TR 7 die treue Fangemeinde. Die einen finden ihn ganz schrecklich, die anderen sehen in ihm neue Zukunftschancen. Der TR7 bricht mit der Triumph-Tradition und besitzt nun eine selbsttragende Karosserie sowie ein extrem keilförmiges Design. Da in den USA ein allgemeines Cabriolet-Verbot in der Diskussion steht, wird der TR7 zunächst nur als Coupé angeboten.

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