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IAA 1981

Premiere des 1. Gasautos

Mitsubishi L300 IAA 1981 Foto: Mitsubishi 96 Bilder

Das Motto der 49. IAA - "Das Auto - Der Partner für alle" - beschreibt bei aller Plakativität doch ziemlich genau den Zustand der motorisierten bundesdeutschen Gesellschaft anno 1981.

14.09.2011 Kai Klauder Powered by

30 Jahre nach der ersten Nachkriegs-IAA muss man sich einmal verdeutlichen, welch rasante  Entwicklung die Automobilindustrie von den in Schutt und Asche liegenden Produktionsanlagen hin zum Wirtschaftsmotor durchlaufen hat. Es geht seit Kriegsende, zwar von ein paar recht heftigen Erschütterungen begleitet, permanent bergauf: Der Export läuft glänzend, die Wirtschaftszahlen stimmen, und die Automobilindustrie samt Zulieferern ist der stärkste Wirtschaftzweig mit den meisten Beschäftigten in der Bundesrepublik.

Die Massenmotorisierung nimmt weiter Fahrt auf, und auch die Aspekte aktive und passive Sicherheit sowie Umwelt werden durch die Technisierung des Automobils verfolgt. Das Ausstellungsgelände der IAA 1981 (zum aktuellen IAA-Special) wächst auf insgesamt 199.150 Quadratmeter Fläche und die Zahl von 1.500 Aussteller aus 40 Ländern ist ebenfalls ein neuer Rekord. Die Branchenführer belegen mittlerweile riesige Standflächen: VW und Audi zusammen 2.620 Quadratmeter, Opel, Ford und Daimler-Benz je 1.900 Quadratmeter und in der Italienhalle sind Fiat, Lancia und Ferrari auf 1.610 Quadratmeter zu sehen.

Erstes Serienauto mit Gasantrieb - von Mitsubishi

Ausgerechnet die gefürchteten Japaner fertigen das erste Gasfahrzeug in Serie, doch diese innovative Entwicklung wird in der Folgezeit nur wenig aufgegriffen. Der Mitsubishi L 300 ist durchaus zukunftsweisend: Er besitzt zwei 50-Liter-Tanks, einer für Autogas, einer für Normalbenzin - die Umschaltung zwischen beiden Betriebsarten ist auch während der Fahrt möglich. Sein 1,6-Liter-Vierzylinder entwickelt 65 PS und beschleunigt den Neunsitzer auf 120 km/h.

BMW mit Selbstdiagnose-System auf der IAA 1981

BMW wirbt auf der IAA 1981 mit seiner Technik-Kompetenz: "Als erster Automobilhersteller der Welt gibt BMW Kraftfahrzeugen ein so hochintegriertes Kommunikationssystem, wie es bislang nur bei weitaus komplexeren technischen Anlagen Verwendung findet." Die Rede ist vom neuen SI-System - die Service-Intervall-Anzeige. Sie "versetzt ihren BMW in die Lage, sich selbst zu überprüfen". Dafür werden permanent Daten wie Motordrehzahl, zurückgelegte Strecke oder Kühlwassertemperatur eingelesen und ausgewertet. Aus diesen Daten errechnet der SI-Computer den nächsten Service-Termin. Die Werber kommen zu dem Schluss: "Automobil-Elektronik bei BMW: Das leistungsfähigere System für das zukunftssichere Automobil." - die Weichen sind gestellt...

Opel folgt dem Trend zum Vorderradantrieb

Auch Opel legt sich auf der IAA 1981 für die Zukunft fest: Der neue Ascona C besitzt nun Frontantrieb. Er ist als Limousine und Schrägheck erhältlich. Der Trend hin zum Frontantrieb breitet sich nun also auch in der Mittelklasse aus. Hauptvorteile dieser Bauweise sind die geringeren Kosten und der größere Innenraum. Die glattflächige Karosserie wurde bei Pininfarina im Windkanal optimiert und ist dennoch mit einem cW-Wert von 0,39 nicht besonders gut. Mercedes' S-Klasse kommt auf 0,36 und für den neuen Audi 100, der 1982 kommen soll, werden 0,30 vorhergesagt.

VW mit neuen konservativen Karosserien

VW zeigt auf der IAA 1981 mit den neuen Derby und Santana zwei konservativ gezeichnete Stufenheckmodelle. Der Derby wird gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Polo vorgestellt, der eine Nummer größer geworden ist und ab Frühjahr 1982 in den Verkaufsräumen stehen wird. Der Kofferraum ist auf 280 Liter Volumen gewachsen und der gesamte Innenraum bietet mehr Kopf- und Ellenbogenfreiheit für alle Passagiere.

Mercedes präsentiert auf der IAA 1981 neues Luxuscoupé und Energiekonzept

Im Zentrum des Mercedes-Auftritts auf der IAA 1981 in Frankfurt stehen die neuen Coupés 380 SEC und 500 SEC. Die neuen Luxus-Coupés protzen mit reichhaltiger Ausstattung und netten Details, wie etwa dem elektrischen Gurtbringer. Zweifellos ist das Design gelungen und der Aufbau gerät trotz der riesigen Abmessungen luftig und elegant. Außerdem ist der cW-Wert des Coupés (0,34) besser als der der Limousine (0,36) und betont den Energiesparansatz der Untertürkheimer. Der Verbrauch wurde ebenfalls deutlich optimiert - Mercedes folgt seinem Energiekonzept. Der neue 3,8-Liter-V8 konsumiert im Schnitt 24 Prozent weniger Sprit, das Topmodell 500 SEC erreicht eine Ersparnis von 20 Prozent.

Porsches Neuer ist sparsam

Der Porsche 924 bekommt auf der IAA 1981 Gesellschaft in Form des 944, der endlich einen eigenentwickelten Porsche-Motor besitzt. Viele Fans der Marke beklagten, mit einem Lkw-Motor unterwegs sein zu müssen. Der neue 2,5-Liter-Vierzylinder-Kurzhuber basiert auf dem V8 des 928, der um eine Zylinderbank "erleichtert" wurde und leistet 163 PS. Der Verbrauch des Triebwerks ist durchaus günstig, er beträgt im Stadtverkehr 11,4 Liter pro 100 Kilometer, bei konstant 120 km/h 8,7 Liter und bei 90 km/h gar nur sieben Liter Super.

Renault mit Jetta-Wettbewerber, R5 Alpine Turbo und Vernunftauto

Durch den Erfolg des VW Jetta angestachelt bringt Renault mit dem R9 auf der IAA 1981 ebenfalls eine Stufenheck-Limousine auf die deutschen Straßen. Außerdem freut sich am Renault-Stand die Spaßfraktion über den beeindruckenden R5 Alpine Turbo - und die Vernünftigen über den R 30 mit neuem Turbodiesel.

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