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IAA 1987

Ferraris 40. und kleine Sprinter

BMW Z1 Foto: BMW 21 Bilder

1987 lohnt sich besonders ein Besuch am BMW-Stand. Der spektakuläre Z1 und das M3-Cabrio sind die Traumwagen der jungen Wilden. Ferrari feiert mit dem F40 gebührend den 40. Firmengeburtstag und in potenten Kleinwagen scheinen die Hersteller ihr neues Glück zu suchen.

28.08.2009 Kai Klauder

Ferrari feiert den 40. Firmengeburtstag und schenkt der Welt den F40 - die unübertroffene Top-Karte der Quartettspiele. Zwei Jahre zuvor betörte der Porsche 959 die IAA-Besucher, mit dem F40 konterten die Italiener und übertreffen die populären Eckdaten: Mit 324 km/h genau 4 km/h schneller, mit 478 PS genau 28 PS stärker, mit 1.050 Kilogramm Leergewicht rund 300 Kilogramm leichter. Und dabei sogar 50.000 Mark günstiger. Gleichstand herrscht bei der Beschleunigung: Vier Sekunden. Bei Messungen der auto motor und sport-Kollegen hatte allerdings der allradgetriebene Porsche 959 die Nase um neun Zehntel vorne, weil der F40 mit argen Traktionsproblemen - trotz 335er-Hinterreifen zu kämpfen hatte.

Die Chancen, ein Exemplar des F40 zu bekommen, stehen bei einer angepeilten Produktionszahl von 450 Exemplaren eher schlecht - letztendlich werden es sogar mehr als 1.300. Der Ferrari F40 ist der letzte unter der Regie von Enzo Ferrari entwickelte Wagen aus Maranello. Seine Karosserie besteht aus Kohlefaser, der Dreiliter-V8 wird von zwei Turboladern aufgeladen.

Zweite Anlaufstelle auf der IAA 1987, der BMW-Messestand

Die Bayern zeigen mit dem Z1 einen radikalen Zweisitzer mit schwachem Herz. Die Konstruktion mit Monocoque aus verzinktem Stahlblech, Kunststoffkarosserie und den spektakulären Türen, die in den Schwellern verschwinden ist über alle Zweifel erhaben. Einzig der durchzugsschwache und mit 170 PS etwas schwachbrüstige Sechszylinder aus dem 325i wirkt deplaziert. Dass es auch etwas sportlicher geht, beweist BMW mit dem M3-Cabrio, das von dem 200 PS 2,3-Liter-Vierzylinder angetrieben wird.

Eine ganz andere Zielgruppe verfolgt der 750i, das neue Top-Modell mit 300 PS starkem V12. Der Image-Gewinn war mit dem ersten Zwölfzylinder der Nachkriegszeit groß, das Interesse der Medien und Käufer immens - sogar das Werbebudget kann um zwei Drittel gekürzt werden.

Mit dem 3er-Touring steigen die Münchner nun in das Lifestyle-Kombi-Geschäft ein. Hier geht es nicht um Größe und Nutzwert, vielmehr bekommt der Käufer, der rund 6.000 Mark Aufpreis zahlen muss, ein "Kombi-Coupé" mit zeitloser Linienführung.

Treser TR 1, totaler Reinfall - finanziell

Walter Treser hat auch ein Fahrzeug für "Life-Style-Leute" im Angebot. Mit dem Audi Avantgarde nimmt er den Audi 80 Avant, der erst fünf Jahre später präsentiert wird, nicht nur namentlich vorweg. Die geplante Kleinserie wird allerdings mangels Interesse nicht aufgelegt. Neben seinem Avantgarde steht ein kleines Mittelmotor-Sportcoupé mit dem Antrieb des Golf GTI 16 V. In der Serienversion, die 27 Mal gebaut wurde, leistet der Vierzylinder 129 PS, die Sportversion, für die Walter Treser eine eigene Cup-Serie gründen will, gar 170 PS. Nach vier Rennen ist auch mit dem Motorsportauftritt des TR 1 Schluss. Die Insolvenz beendet sowohl Rennsport- als auch Herstellerambitionen von Walter Treser.

Das Auto aus der Zukunft - Telekomm 2000

Das Auto aus der Zukunft ist bei Zender gelandet und hört auf den Namen Telekomm 2000. Vor 22 Jahren markiert das rollende Büro das technisch Machbare: Die Ausstattung bietet mit Autotelefon, Epson-Rechner mit Nadeldrucker, Fernseher mit Btx-Terminal und Videorecorder, Diktiergeräten, einer Hifi-Anlage mit CD-Spieler und nicht zu vergessen einer Kaffeemaschine allen erdenklichen Büro-Komfort an Bord. Eine Klimaanlage sorgt für den nötigen kühlen Kopf, das per Ultraschall messende Warngerät für den nötigen Abstand zum Vordermann. In elektrisch verstellbaren Recarositzen bereitet sich der Topmanager auf seinen nächsten Termin vor. So die Vorstellung der Entwickler bei Zender. Im Auftrag von Renault hat Zender dieses rollende Topmanager-Büro gebaut.

Neue Mittelklasse: Mazda 626, Peugeot 405 und Renault R21 Turbo

Die Mittelklasse gibt Gas. Peugeot zeigt den neuen 405 mit Vierzylindern von 72 bis 158 PS, Renault den neuen Vorzeige-R21 mit aufgeladenem Zweiliter-Vierzylinder und 175 PS und Mazda den neuen 626 gleich in drei Karosserievarianten: Coupé, Stufenheck und Fließheck. Das Spitzenmodell bekommt serienmäßig eine Allradlenkung spendiert.

Mit dem 480 ES präsentiert Volvo in Frankfurt den Nachfolger des legendären P 1800 ES der bis 1973 gebaut wurde und wegen seiner großen Fensterflächen und der gläsernen Heckklappe Schneewittchensarg genannt wird. Das neue Sportcoupé bricht gleich mehrfach mit der Volvo-Tradition. Es wird in Born, Niederlande, gebaut, besitzt Frontantrieb und wurde mit Unterstützung zahlreicher Partner entwickelt. Gemeinsam mit Renault entstanden die Benzinmotoren, Lotus half beim Fahrwerk und Porsche Engineering beriet bei der Konstruktion der Turbomotor-Komponenten.

Premiere auf der IAA 1987: Toyotas Supra Turbo und Celica GT 4WD

Die Japaner setzen voll auf Sport und stellen ihre neuen Leistungsträger auf ihren IAA-Messestand. Leistungsmäßig markiert der Supra Turbo mit seinem 235 PS-V6 die Spitze. Ein Abgasturbolader peitscht dem Dreiliter-Aggregat richtig ein und soll eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h ermöglichen. Schwächer, doch aufwändiger ist der Toyota Celica GT 4WD. Der Vierzylinder mit Aufladung und zwei Liter Hubraum kommt auf eine Leistung von 185 PS, die durch permanenten Allradantrieb effektiv in Vortrieb umgesetzt werden. Für sichere negative Beschleunigung sorgt das serienmäßige ABS.

Der erste Massen-SUV - Nissan Terrano

Nissan gebührt der Respekt, vor 22 Jahren mit dem günstgen Terrano die SUV-Massenfertigung als Pionier eingeläutet zu haben. Das Pflichtenheft des Terrano bezeichnet ihn als Off-Road-Limousine und verlangt neben Geländegängigkeit Komfort und eine ansprechende Optik. In Deutschland wird er von einem 2,4-Liter Vierzylinder mit 104 PS angetrieben, für den US-Markt steht von Anfang an ein Dreiliter-V6 zur Verfügung.

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