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IAA 1991

E-Autos, Kofferräume und Korea

IAA 1991 Foto: Hersteller 31 Bilder

Hyundai steigt in den Markt ein und VW präsentiert ein Hybridauto namens Chico. BMW, Audi und Ford zeigen ihre neuen Kombis und Mercedes einen spektakulären Flügeltürer, der nie in Serie gehen wird. Klingt zeitgenössisch, war aber bereits auf der IAA 1991.

08.08.2013 Kai Klauder

Elektroautos auf der IAA 1991

Einige Hersteller setzen bei der IAA 1991 auf den Elektroantrieb. Der BMW E1 soll bereits eine Reichweite von 250 Kilometer erreichen. Mit 45 PS liegt die Leistung des Elektromotors recht hoch, die Beschleunigung von Null auf 80 km/h soll in 18 Sekunden abgeschlossen sein, 120 km/h stehen als Höchstgeschwindigkeit im technischen Datenblatt. Unter seiner Kunststoffkarosserie sorgt ein Leichtmetall-Gerüst für Stabilität, Airbags machen den Kleinwagen sicherer.

VW zeigt den Chico, eine Kleinwagenstudie mit Hybridantieb

Volkswagen kombiniert einen halbierten Polo-Motor mit 34 PS mit einem 8 PS starken (Dauerleistung) Elektromotor. Die Entwicklung, die optisch stark an den Corsa der zweiten Generation erinnert, kann in drei Modi betrieben werden, die beiden Motoren jeweils einzeln oder gemeinsam, etwa beim Beschleunigen. Dank Rekuperation (Energierückführung der Bremsenergie) kommt der Chico rein elektrisch betrieben auf rund 70 Kilometer Reichweite.

Mercedes zeigt einen "elektrischen" 190, dessen zwei besonders drehmomentstarken Elektromotoren (je 500 Nm) direkt auf die Hinterräder wirken - so kann auf Getriebe und Differential verzichtet werden. Das Mehrgewicht durch die AEG-Batterien in Motor- und Kofferraum beträgt gegenüber dem konventionellern 190 nur 200 Kilogramm. Rund 150 Kilometer hält der Saft, dann muss der E-Baby-Benz zurück an die Steckdose.

Opel nutzt die Technologie der Mutter GM und verpflanzt den Antrieb des Impact in einen Astra Caravan. Seine Bleibatterien wiegen 395 Kilogramm, die Motoeren leisten 85 kW (115 PS). Ford will seine Elektroautos auf Basis des Escort mit 70 bis 100 Exemplaren im Großversuch testen. Fiat zeigt mit seinem Panda Elettra ebenso wie Ford ein wenig innovatives Elektro-Konzept mit ähnlicher Technik - Gleichstrommotor und Blei- oder Nickel-Cadmium-Batterien. Immerhin: der Serienstart wird bereits verkündet.

Hyundai mit klarer Sparansage

Das ist eine Ansage: "Zehn Prozent billiger und 10 Prozent besser als die Japaner" - Nachdem der Markteintritt vor zwei Jahren verschoben wurde, klotzt Hyundai beim ersten IAA-Auftritt 1991. Mit vier Modellen wollen die Koreaner den deutschen respektive eurpäischen Markt erobern. Pony, S-Coupé, Lantra und Sonata heißen die günstigen Autos, die allesamt von Mitsubishi-Motoren angetrieben werden.

BMW 5er mit Rucksack, 8er mit Allradlenkung

Mit dem 5er Touring will BMW endlich auch bei den großen Lifestyle-Kombis mitmischen. Der Markt wächst und auch die Bayern haben erkannt, dass der Kombi sein Handwerker-Image zu Gunsten des praktischen Familienwagens wandelt. Allein, der Platz ist im Vergleich zu den Konkurrenzen Mercedes E-Klasse und Audi 100 etwas mager. Immerhin gibt es eine separat zu öffnende Heckscheibe.

Der 850i ist ab sofort auch mit Allradlenkung zu haben. Für rund 10.000 Mark Aufpreis gibt es die aktive Hinterachsakinematik. Elektronische Dämpferkontrolle, Stabilitätskontrolle und elektrische Lenksäulenverstellung sind im Paketpreis inklusive.

Ford zeigt auf der IAA 1991 den Scorpio Turnier

Auch Ford steigt mit dem Scorpio Turnier in das Geschäft mit den gehobenen Kombis ein - wieder, denn mit dem Granada hatten die Kölner lange einen der größten Kombis im Angebot. Der neue Scorpio gehört mit bis zu 2.180 Litern Laderaum wieder zu den größten seiner Klasse. Die anderen Neuheiten von Ford sind weniger praktisch, dafür aber ungleich aufregender. Der Escort RS 2000 trumpft mit seinem 150 PS-Zweiliter-Vierzylinder, noch mehr jedoch mit seinem übergroßen Heckflügel. Wer es noch extremer will, kann zum Escort Cosworth 4x4 greifen.

V6 im Audi 80 und neuer 100 Avant

Der überarbeitete Audi 80 bekommt das bekannte Gesicht der größeren Modelle, sein Radstand wächst um sieben Zentimeter. Die Radläufe werden leicht ausgestellt und die Heckscheibe steht nun etwas flacher. Der kleine Audi bietet nun im Vergleich zu seinem optisch nur auf den zweiten Blick unterscheidbaren Vorgänger einen großen Vorteil. Endlich wandert der Tank von hinter der Rückbank unter den Wagenboden. Hierfür ist eine neue Hinterachse nötig. Statt der bisherigen Torsionskurbel-Hinterachse kommt jetzt die platzsparende Verbundlenker-Konstruktion von VW zum Einsatz. Der Kofferraum bekommt einen ebenen Ladeboden, ist nicht mehr so zerklüftet und kann durch die geteilt umlegbare Rückenlehne auf bis zu 1.100 Liter erweitert werden.

Wer möchte, kann nun auch einen Sechszylinder mit 174 PS ordern. Keine schlechte Wahl, denn umfangreiche Verstärkungsmaßnahmen bringen das Gesamtgewicht des Audi 80 nahe an den größeren Bruder Audi 100 heran - nur noch 76 Kilogramm trennen die beiden. Selbst mit dem V6-Aggregat sind bei einem Leergewicht von 1.400 Kilogramm keine überragenden Fahrleistungen zu erwarten.

Der neue Audi 100 Avant, der auf der IAA steht, hat mit seinem Vorgänger dagegen kaum etwas gemein. Statt schräg abfallender besitzt der neue Avant eine steil stehende Heckklappe. Das kommt dem bis zu 1.445 Liter fassenden Kofferraum zu Gute. Wie bei seinem Vorgänger kann eine dritte Sitzbank als Option gewählt werden. Für Vortrieb sorgen Vier-, Fünf- und Sechszylinder bis zu 230 PS im Topmodell, dem S4.

Mercedes mit neuem Flügeltürer und offener E-Klasse

Mercedes leistet sich 1991 zur IAA ein Prestige-Auto, das jedoch keine Chance auf eine Serienfertigung hat. Dabei ist der C112 zulassungsfähig - eine Bedingung der Entwicklung. Sein Auftreten ist spektakulär: Flügeltüren, V12 mit 408 PS, elektronisch geregeltes Fahrwerk und seine ausgefeilte Aerodynamik machen den C112 zum Publikumsmagneten.

Ein weiterer Prototyp soll im Jahr nach der IAA in Serie erscheinen, das Cabriolet der 124er-Baureihe. Zunächst mit dem 24-Ventil-Sechszylinder für 95.000 Mark. Kein Sonderangebot, doch der Aufwand für den Bau dieses viersitzigen Cabriolets ist auch  enorm. Besonders das neue Sicherheitssystem mit dem in Millisekunden ausfahrenden Überrollschutz ist zu nennen.

Der Volumenhersteller stellt den Kadett-Nachfolger vor. Der Astra mit seinem rundlichen Design steht auf der IAA 1991 in Schrägheck- und Kombi-Version. Mit  dem Frontera steigt Opel in den Geländewagenmarkt ein. Der Frontera ist ein umgelabelter Isuzu Rodeo, trägt allerdings Rüsselsheimer Motoren unter der Haube, die alle vier Räder antreiben. Auch den Calibra gibt es nun mit Allradantrieb. Sein 204 PS-Vierzylinder wird von einem Turbolader druckbefüllt und beschleunigt das Sportcoupé auf 245 km/h. Einen anderen Weg beschreitet Opel mit dem Corsa Eco. Hier wird Wert auf geringen Verbrauch gelegt.

Porsche auf der IAA 1991 mit Frontmotoren

Der 944 steht in Frankfurt optisch runderneuert und mit neuem Namen. Der 968 ersetzt fortan den 944 Turbo und den S2. Angetrieben wird er von dem auf 240 PS gesteigerten Dreiliter-Vierzylinder, der serienmäßig mit Sechsganggetriebe ausgeliefert wird. Das Coupé kostet 89.900 Mark, das Cabrio nochmals rund 10.000 Mark mehr. Die Optik lehnt sich am 928 an, der nun als GTS den 928 S4 und den 928 GT ersetzt. Für 156.050 Mark gibt es nun einen auf 5,4 Liter Hubraum erweiterten V8 mit 340 PS.

Wer es leicht und klassisch mag, kann mit der RS-Version des Porsche 911 für 145.450 Mark und mit 260 PS glücklich werden. 24.000 Mark mehr kostet die vierte Neuheit der Zuffenhausener, das Carrera 2 Cabrio im Turbo-Look, jedoch mit dem bekannten 250 PS-Boxer im Heck.

Golf die Dritte und Vento statt Jetta

Wie Konkurrent Opel zeigt Volkswagen auf der IAA in Frankfurt seine neue Kompaktklasse, den Golf der dritten Generation. Bei den Karosserievarianten gerät VW dabei ins Hintertreffen. Während bei Opel drei- und viertürige sowie der Kombi stehen, bleibt es beim Golf zunächst bei den beiden Schrägheck-Versionen mit drei und fünf Türen. Der Kombi soll 1992 folgen, ebenso wie die Stufenheckversion, die statt Jetta Vento heißen wird.

Der Corrado erhält zwei neue Motoren. Zum einen den 136 PS-Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum und Vierventiltechnik, zum anderen den 2,9-Liter-V6 mit 190 PS.

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