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IAA 2001

Fühlende Fahrzeuge denken mit

Bosch entwickelt weitere Sensoren zur Fahrzeugumfelderfassung sowie leistungsfähige Steuergeräte zur Realisierung des "sensitiven" Fahrzeugs.

17.08.2001

Die Fähigkeit des Fahrzeugs, seine Umgebung wahrzunehmen und gefährliche Situationen zu erkennen, wächst: Zur Ergänzung bereits bekannter Fahrerassistenzsysteme wie dem Parkpiloten und der adaptiven Geschwindigkeitsregelung ACC (Adaptive Cruise Control) plant Bosch für 2003 die Serieneinführung des so genannten Short-Range- Radars (SRR), das einen virtuellen "Sicherheitsgürtel" um das Fahrzeug bilden soll. Diese Signale können den Fahrer vor zahlreichen Gefahrensituationen warnen, zum Beispiel vor einem Fahrzeug im toten Winkel.

Videoüberwachung verhindert Kollisionen

Ab 2005 sollen für die Umfelderfassung auch Videosensoren eingesetzt werden. In der einfachsten Form ist die Videosensorik im Heckbereich als Einpark- und Rückfahrhilfe denkbar. Einen noch höheren Nutzen würde eine solche Kamera bieten, wenn die erfassten Objekte per Bildverarbeitung interpretiert werden und der Fahrer in kritischen Situationen gewarnt wird - beispielsweise wenn ein beabsichtigter Spurwechsel wegen eines auf der Überholspur sich rasch nähernden Fahrzeugs gefährlich wäre.

Beim Blick nach vorne soll die Videokamera Informationen liefern, mit denen das Fahrerassistenzsystem nicht nur die Entfernung zu einem Objekt misst, sondern dieses auch klassifiziert. Darüber hinaus will Bosch neue Funktionen wie Fahrspur-Erkennung - mit Warnung bei unbeabsichtigtem Verlassen der Spur - oder Verkehrszeichenerkennung realisieren. Nicht zuletzt ließe sich mit dieser Kamera auch ein effektives Nachtsichtsystem verwirklichen.

Körpergewicht steuert Airbags

Das "sensitive“ Auto soll künftig auch das Innere des Fahrzeugs wahrnehmen, um Airbags und Gurtstraffer situations- und bedarfsgerecht auszulösen. Für die Sitzbelegungserkennung hat Bosch im ersten Schritt eine Matte mit druckempfindlichen Sensoren entwickelt. Diese ermittelt das relative Druckprofil und errechnet daraus indirekt die Gewichtsklasse der betreffenden Person. Parallel dazu entwickelt Bosch ein System, das - basierend auf der Information von vier in der Sitzunterkonstruktion angebrachten Verformungssensoren - die absolute Gewichtsbestimmung zulässt. Diese zusätzlichen Informationen erleichtern beispielsweise die Unterscheidung zwischen einem Erwachsenen, für den der Airbag komplett aktiviert wird, und einem Kind, bei dem er gar nicht oder nur sanft geöffnet werden darf.

Parallel dazu wird bei Bosch ein Ultraschall-basiertes System entwickelt, das die Informationen der Sitzauflage ergänzt und die situationsgerechte Airbag-Auslösung optimiert: Im Dachmodul montierte Sensoren ermitteln den Abstand der Insassen zum Armaturenbrett sowie die Sitzhaltung. Ist die Person in einer ungünstigen Position, wird der Airbag nicht oder nur einstufig aktiviert. Die Serieneinführung dieses Systems ist für 2002 geplant. Die Realisierung des "sensitiven" Fahrzeugs rückt in greifbare Nähe.

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