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IAA 2011

auto motor sport auf Schnorrer-Tour

IAA Schnorrer-Reportage Foto: ams 26 Bilder

Ein Team aus vier Kollegen von auto motor und sport machte sich auf den Weg zur IAA: Ihre Mission: Alles abgreifen, was die Hersteller an kleinen Geschenken wie Pins, Postern, Spielzeug oder sonstigen Giveaways zu bieten haben.

20.09.2011 Thomas Gerhardt

Nach einer ermüdenden Anreise mit viel Stau auf der Autobahn und einer lang andauernden Parkplatzsuche erreichen wir um zirka 11 Uhr endlich die IAA in Frankfurt. Beim Betreten der Hallen werden wir von einer unüberschaubaren Menschenmasse empfangen. Besucher mit vollen Tragetaschen bahnen sich ihren Weg durch die Menge und wir merken schnell, dass hier richtig was zu holen sein könnte. Schon auf den ersten Metern fallen immer wieder Menschen mit Cowboy-Hüten auf. Die können ja nur von einem kommen: Chevrolet. Auf genau so etwas haben wir es abgesehen. Voller Zuversicht blicken wir der bevorstehenden Aufgabe entgegen, müssen vor Beginn der Schnorrer-Tour aber noch unsere Kräfte mobilisieren.

Nach einer kurzen Stärkung in der Motorpresse-Lounge beschließen wir gleich loszulegen und landen zuerst in Halle fünf. Hier warten unter anderem die britischen Hersteller Aston Martin, Jaguar, Land Rover und Lotus auf uns. Wir kommen mit der Presse-Chefin von Land Rover persönlich ins Gespräch. Die verschwindet prompt hinter den Kulissen um zu sehen, was sie für uns tun kann und kommt - tataaaa - mit einem kleinen Gummi-Armband mit "Evoque"-Schriftzug zurück. Wir sind ... enttäuscht.

IAA Rundgang: Die Highlights aus Frankfurt 3:13 Min.

Kaum Erfolg bei den kleineren Herstellern

Nebenan befindet sich der Stand von Alpina. Der ist leider nicht frei zugänglich und so heißt es zunächst einmal warten. Die Dame hinter der Absperrung schenkt uns leider keinerlei Beachtung und so entschließen wir uns nach mehr als fünf Minuten weiter zu ziehen, greifen aber in einem unbeobachteten Moment noch schnell nach einer leeren Alpina-Tüte. Die lässt sich schließlich auch woanders befüllen. Zum Beispiel auf dem Stand von Lotus.

Aus der Ferne lassen sich Poster mit tollen Sportwagen-Motiven erspähen, doch wer ein Exemplar ergattern will, muss zuerst an der Security vorbei. Deren Erscheinung lässt vermuten, dass sich selbige die letzten zwei Jahre im Fitness-Studio intensiv auf den IAA-Einsatz vorbereitet haben. Man gewährt uns ohne körperliche Qualen Zutritt auf den Lotus-Stand. Nachdem wir uns kurz umgeschaut haben, verlassen wir den Stand wieder und gehen nicht mit leeren Händen. Das Poster gehört uns. Bisher eine eher magere Ausbeute.

Ein Poster mit Sportwagen-Motiv wünschen wir uns auch von Techart, werden aber leider wieder enttäuscht und ziehen direkt weiter zu Brabus. Ein edler Schlüsselanhänger wäre toll. Der Herr am Empfang lächelt kurz und streckt sein Kinn Richtung Hallen-Decke. Wir haben verstanden. Halle fünf scheint nicht der geeignete Ort, um die "Schnorrer-Mission" erfolgreich zu beginnen, zumal der CvD zu Hause auf die Story wartet und so entschließen wir uns erst einmal die großen Hersteller anzusteuern. Um Zeit zu sparen, wird sich unsere vierköpfige Gruppe außerdem aufteilen. Der Weg des Schreibers führt zunächst zu Mercedes.

Bei Smart gibt es Capri-Sonne umsonst

Im Eingangsbereich der Mercedes-Halle wartet Smart auf "Kundschaft". Hier lässt man sich nicht lange bitten. Die Messebesucher werden mit gekühlter Capri-Sonne versorgt und erhalten Münzen mit Smart Fortwo-Prägung, die in den bereitgestellten Kaugummi-Automat passen. Am Info-Stand erhalten wir außerdem eine Tragetasche samt Prospekten, Kugelschreiber und Schlüsselanhänger. Bei Mercedes selber geht es hoch her. Die Angestellten am Info-Stand versorgen die Massen mit Postern und Autogramm-Karten von Schumi und Co. und packen auch noch Kataloge in die Taschen.

Volle Taschen werden auch vom VW-Konzern in Halle drei erwartet. Am Infostand von VW kommen wir mit einer freundlichen Dame ins Gespräch: "Nur nicht so schüchtern, alles was Sie sehen kann mitgenommen werden." erklärt sie uns. Gut, eigentlich sehen wir nur Prospekte. Die bekommt man schließlich auch bei jedem Vertragshändler um die Ecke und so werden wir etwas direkter und fragen nach kleinen Geschenken für die Schwiegermutter. Ein Anstecker und eine Tüte Gummibären sollte alles sein, was sie uns anbieten kann.

Weiter geht es zu Skoda. Wer will kann sich hier seinen eigenen Anstecker kreieren und mitnehmen. Der tschechische Autobauer zeigt sich außerdem besonders kinderfreundlich. Süßigkeiten, Luftballons und ein Puzzle finden den Weg in unsere Taschen. Bei Seat stoßen wir dann auf das persönliche Highlight eines Kollegen. Ein Wackel-Schwein wird künftig seine Kofferraum-Abdeckung zieren. Auf der anderen Seite der Halle stellen Bentley, Bugatti, Lamborghini und Porsche ihre Fahrzeuge aus. Hier braucht man bis auf ein paar Katalogen und Flyern nichts weiter erwarten, einzig Porsche hat noch ein paar Anstecknadeln anzubieten.

Bei Renault, Dacia und Suzuki füllen sich die Taschen

Doch es muss doch auf der IAA auch noch ein paar spendierfreudige Hersteller geben! Ein Stockwerk höher treffen wir auf Renault, Dacia und Suzuki. Freundliche Damen bitten um Selbstbedienung und so landet allerlei Krimmskrams wie Kugelschreiber, Schlüsselanhänger und USB-Sticks in unseren Taschen. Sonnenmilch und Lippenpflegestifte können bei Suzuki abgegriffen werden, Renault versorgt seine Besucher mit Energy-Drinks aus der Dose. Das gleiche Spiel auch bei Kia: Neben Stiften, Schlüsselanhängern und USB-Sticks werden wir noch mit einem Reifendruckmesser beschenkt. Jackpot!

So langsam füllen sich die Taschen. Da, schon wieder ein Chevrolet-Hut! Die Anlaufschwierigkeiten unserer Schnorrer-Tour sind vergessen und wir sind gespannt, was die anderen Hersteller noch anzubieten haben. Als nächstes wollen wir mal bei den Italienern vorbeischauen.

Auf dem Weg zu Halle sechs kommen wir an Audi vorbei. Die Halle scheint gut besucht, denn schon am Eingang hat sich eine Traube aus IAA-Besuchern gebildet. Am Infostand hat das Personal schwer zu kämpfen und muss die Massen mit Katalogen und dünnen Sitzunterlagen versorgen. Sitzunterlagen? Wo soll den hier noch jemand sitzen können? Wir greifen zu und schauen das wir Land gewinnen. Mit unseren vollen Taschen machen wir uns im Gedränge sowieso keine Freunde.

Kein Glück bei den italienischen Herstellern

Schöne Autos und schöne Frauen, dass erwartet man in Halle sechs, dem Ort an dem Alfa Romeo, Ferrari, Fiat, Lancia und Maserati ihren Messe-Auftritt zelebrieren. Sind dann vielleicht auch schöne Geschenke für die IAA-Besucher drin? Nix da, schon am Stand von Alfa Romeo werden wir bitter enttäuscht. "Wir haben nichts" bekommen wir zu hören, haben aber gleichzeitig freie Sicht auf Tragetaschen, Hochglanz-Prospekte, edle Kugelschreiber, Schlüsselanhänger und Anstecker. Nicht aufgeben lautet die Devise und so werden wir nach zähen Verhandlungen eher widerwillig mit einigen Kleinigkeiten abgespeist.

Ähnlich geht es bei Fiat zu. Die Dame am Infostand will uns nichts geben und kommt mit Argumenten wie: "Nur bei echtem Interesse" oder "Der Vorrat muss noch bis zum Ende der Messe reichen." Anschließend erklärt sie aber, dass Übriggebliebenes einfach weggeschmissen wird. Etwas zerknirscht ziehen wir weiter und lassen die verbleibenden italienischen Hersteller aus. Wir wollen uns weitere Enttäuschungen ersparen. Hyundai dagegen zeigt sich großzügig. Hier bekommen wir eine Plastiktüte mit einem Jojo, Kugelschreibern und einem Reifenprofilmesser.

Auf dem IAA-Stand von Ford muss man erst aktiv werden

Als nächstes erreichen wir den Messestand von Ford. Um hier etwas zu bekommen, muss man zuerst alle vier Ecken des Messestands abklappern und kleine Aufgaben erfüllen, bevor es eine Mütze und Trinkflasche zur Belohnung gibt. Einfacher ist es bei Honda: "Ich stell´ Euch mal was zusammen" bekommen wir auf unsere Frage nach Giveaways zu hören und erhalten prompt eine Tüte mit zahlreichen Katalogen, Süßigkeiten, Kugelschreibern, einem Brettspiel und einer Parkuhr.

Bei Chevrolet ist die Stimmung auf dem Nullpunkt. Die Hüte, auf die wir es schon zu Beginn unserer Schnorrer-Tour abgesehen hatten, sind schon vergriffen. Nachschub sei aber unterwegs. Während wir auf den bereitgestellten Liegestühlen warten stößt unser Kollege wieder zur Gruppe. Der war in der Zwischenzeit nicht minder erfolgreich und ließ sich von BMW, Volvo, Opel, Toyota, Mazda, Citroen, Peugeot und Subaru reichlich beschenken.

Vor allem die asiatischen Hersteller scheinen sich vor Beginn der IAA mit einem Riesenvorrat an Ramschartikeln eingedeckt zu haben. Wer Interesse an Ventilatoren, Mützen, Frisbee, Stiften, USB-Sticks, Feuerzeugen, Puzzles, Süßigkeiten und Taschenlampen hat, kommt in Halle acht voll auf seine Kosten. Bei Peugeot und Citroen werden die kleinen Messebesucher mit Schokolade und Malheften versorgt.

Cowboy-Hüte nur für Chevrolet-Kenner

Als die sehr gefragten Cowboy-Hüte eintreffen, bildet sich sofort eine Menschentraube. Die Dame an der Ausgabe-Station fühlt sich in ihre Kindheit zurückversetzt und erklärt: "Das erinnert mich an die Zeiten in der ehemaligen DDR. Genauso ging es zu als der Bananen-Transporter eintraf." Einfach will sie es uns nicht machen. Bevor man einen der Hüte sein Eigen nennen darf, müssen zuerst Fragen über Chevrolet beantwortet werden. Schließlich soll der Vorrat noch bis zum Ende der Messe reichen.

17 Uhr, der IAA-Messebesuch neigt sich dem Ende entgegen. Nach den anfänglichen Anlaufschwierigkeiten unserer speziellen Mission herrscht nun ein Gefühl des Erfolgs, denn mit mittlerweile mehr als zehn Taschen um den Schultern geht es zurück Richtung Parkplatz. Vorher kommen wir aber noch bei Mini vorbei und sind froh, dass uns Lutschtabletten zum Runterkommen angeboten werden. Ganz schön anstrengend so eine Schnorrer-Tour.

Wer es bei seinem IAA-Besuch darauf abgesehen hat mit möglichst vollen Taschen wieder nach Hause zu gehen, der konzentriert sich am besten auf die großen Hersteller wie Mercedes oder VW. Das Angebot der kleineren Marken und der Luxus-Hersteller ist eher dürftig. Richtig viel lässt sich auf den Messeständen der asiatischen Hersteller abgreifen, aber auch die französischen Marken versorgen ihre Besucher mit allerlei Kleinkram. Ein Besuch bei Alfa Romeo, Fiat und Co. lohnt sich indes nicht. Dann sollte man schon eher bei Chevrolet vorbeischauen und versuchen, einen der begehrten Cowboy-Hüte zu ergattern.

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