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IAA + Wir

Sebastian Renz und die IAA 1993

IAA 1993 Foto: Hersteller 66 Bilder

Die erste IAA ist immer die schwerste. In Fall von auto motor und sport-Redakteur Sebastian Renz wog sie rund 25 Kilo und fand 1993 statt. Der damals 15-Jährige reiste eigens mit dem Zug nach Frankfurt.

03.09.2009 Sebastian Renz

Die IAA als Prospektparadies

Geiziger als schwäbische Autoverkäufer sind nur Autoverkäufer in der schwäbischen Provinz. Autobegeisterte Jugendliche sind dort 1993 nur dumme Jungen, noch keine zukünftigen Kunden. Die Prospekte liegen im Büro des Verkaufsleiters – verschlossen in einem Schrank. Und für jede Broschüre braucht es ein gutes Argument. Mein-Vater-schickt-mich-wegen-eines-Katalogs-vom-Multivan-und-dem-Passat-Variant zieht höchstens zwei Mal im Jahr. Die IAA dagegen erscheint wie ein Prospekt-Paradies, wo all die vorenthaltenen Kataloge den Besuchern geradezu aufgezwungen und nachgeworfen werden.

Das ist jetzt acht IAAs her, und erst rückblickend wird mir klar, wie ungeheuer wichtig mir diese Reise gewesen sein muss, damals, mit 15. Die Zugfahrt aus der schwäbischen Provinz bis nach Frankfurt kostet nicht nur viereinhalb Stunden Zeit, sondern auch das, was ich in zwei Monaten damit verdiene, jede Woche vor allem ältere Damen mit dem "Gemeindeblatt für Württemberg" zu beliefern.

Die Straßenbahn kippt mich am Messeturm aus

Es ist der erste Besuchersamstag. Er muss es sein, denn das zehnte Schuljahr hat vor ein paar Tagen begonnen. Die Straßenbahn kippt mich zusammen mit Massen an anderen Besuchern am Messeturm heraus. Ein bisschen Anstehen für die ermäßigte Eintrittskarte und dann beginnt sie für mich, die 55. Internationale Automobilausstellung.
 
Sie ist großartig und bleibt es auch in der Erinnerung – zumindest bis ich heute wieder auto motor und sport, Heft 19/1993 herauskrame und feststelle, dass es eine an Highlights eher arme Schau war: Audi zeigt eine Studie des ersten A8, den Audi ASF, Porsche evolutioniert mal wieder den Elfer, diesmal ist es die Version 911.9.9.3., Opel glaubt, mit dem Tigra ein echtes Coupé zu präsentieren, Peugeot zieht dem 306 ein Stoffmützchen über, VW gibt dem Passat B3 schließlich ein Gesicht und ersetzt das Golf I Cabrio durch das auf Basis des Dreiergolfs. Ich sehe damals all diese Autos, sitze auch in einigen davon und nehme – wie eigentlich von jedem Auto – von allen mindestens einen Prospekte mit.

Mercedes mit großem Brimborium
 
Das größte Brimborium veranstaltet Mercedes. Wenn ich mich recht entsinne, moderiert Dieter Kürthen die Präsentation der Vision A. Damals plant Daimler für die erste Generation der A-Klasse neben Benzin- und Dieseltriebwerken auch einen E-Motor – deswegen der Sandwich-Boden. Das Publikum sitzt im Halbkreis vor der Bühne, auf welche die Vision A kullert. Kürthen entsteigt und erklärt, jeder Zuschauer habe eine rote und eine grüne Karte bekommen. Jetzt möge man bitte mal aufzeigen, ob man den A so ganz spontan für eine dufte Idee (grüne Karte hochhalten) oder eher Unsinn (rote Karte) halte. Ganz so sagt Kürthen das nicht, aber das Ergebnis gibt ihm Raum für Überzeugungsarbeit: Nur 35 Prozent, so habe die Schnellzählung per Kamera ergeben, votierten mit Grün, 65 mit rot.

Ein gutes Viertelstündchen palavert man nun über die grandiosen Vorzüge der Vision A: Kurz wie ein Fiat Panda, sicher wie die – damals ganz neue - C-Klasse und mit E-Motor so sparsam mit der Batterie wie eine Quarzuhr. Dann wird wieder abgestimmt, dem eigenen Eindruck nach mit demselben Ergebnis wie zuvor, doch die unbestechliche Kameraauswertung verschafft der Vision A plötzlich eine so enorme Zustimmung, wie sie sich sonst nur afrikanische Despoten bei Pseudo-Wahlen zusammenmogeln können.
 
Ich erinnere mich noch an mehr von der IAA 1993: an den neuen Saab 900, der den Vorgänger aus meinem Geburtsjahr ablöst, an das Gedränge bei BMW, obwohl dort kein einziges wirklich neues Auto steht, an die Damen auf dem Fiat-Stand, die vor allem sich und nebenbei auch noch den neuen Punto vorzeigen, an den Verzicht auf ein unerschwingliches Mittagessen (Currywurst/Pommes/Cola hätten über zehn Mark gekostet, fast so viel wie zwei Ausgaben auto motor und sport) und an meinen Liebling der IAA: die zweite Generation des Subaru Libero (ein allradgetriebener Microbus 3,53 Meter lang, 1,41 Meter schmal und 1,92 Meter hoch (ich weiß, man macht eigentlich gar keine Klammern in Texten und schon gar keine zwei, das erlaubt sich nur in die Mathematik, aber hier geht es ja auch um Zahlen, denn der Libero ist damit 1,36 mal höher als breit. Um dieselben Proportionen aufzuweisen, müsste ein Renault Kangoo zweieinhalb Meter hoch sein). Der Libero jedenfalls hat den Schwerpunkt und Gleichgewichtssinn eines betrunkenen Kamels und unter seinen maximal sechs Passagieren bricht in jeder Kurve die berechtigte Panik aus, er könne umkippen).

25 Kilogramm Prospekte eingesammelt

Ich erinnere mich an der Tage Rückenschmerzen vom Herumschleppen von sieben mit Prospekten randvoll gepackten Tragetaschen, eines Rucksacks und eines Seesacks. Ich erinnere mich an die Rückfahrt mit Zwischenstopp in der großartigsten Stadt der Welt, Heidelberg, und daran, dass ich wirklich jeden Fetzen Papier aus Frankfurt mitgeschleift haben muss. Beim Sortieren finde ich zwischen all den Katalogen sogar die Abstimm-Karten für die Mercedes-Benz Vision A.
 
Vor jeder späteren IAA habe ich mir daraufhin vorgenommen, nur noch die allerwichtigsten Kataloge mitzunehmen. Es wird auch dieses Jahr nicht klappen. Der alte Hunger nagt noch immer.

MarkeModelle
Alfa RomeoMito Quadrifoglio Verde
Mito 1.4 TB 16V
AudiR8 Spyder
E-Tron
A4 2.0 TFSI Flexifuel
A5 Sportback
S5 Sportback
A4 3.0 TDI Clean Diesel Quattro
A3 1.2 TFSI
Aston MartinRapide
BentleyMulsanne
Continental Series 51
Continental Series 51
BMW5er GT
Vision Efficient Dynamics
X1
X6 Hybrid
7er M-Sportpaket, 740d
1er Modellpflege
316d
ActiveHybrid 7
16 C Galibier
CitroenC3
Révolte
DS3
DodgeCaliber
Ferrari458 Italia
FiatSedici Facelift
500 Abarth 695 Tributo Ferrari
Punto Evo
Qubo Trekking
FiskerKarma
FordC-Max
Focus Econetic
Focus BEV
HyundaiiX 35
Genesis Coupé
Santa Fe
ix Metro
i30 blue
i10 Electric
JaguarXJ
KiaPicanto Facelift
Sorento
Ceed Facelift
Venga
LamborghiniReventón Roadster
LanciaYpsilon "Elle"
Lancia Musa "Poltrona Frau"
Land RoverDiscovery
Range Rover
Range Rover Sport
Defender-Sondermodelle Fire und Ice
LexusLF-Ch
LS Facelift
GS Facelift
IS Facelift
MaseratiGranCabrio
MazdaCX-7 Facelift
MX-5 Superlight
RX-8 Facelift
MercedesE-Klasse T-Modell
SLS AMG
B-Klasse F-Cell
Vision S 500 Plug-in Hybrid
E63 AMG T-Modell
Concept BlueZero E-Cell Plus
MiniCoupé Concept
Roadster Concept
OpelAstra
Astra Ecoflex
Ampera
Insignia Ecoflex
PeugeotRCZ
BB1
4007 DCS 6
RCZ Hybrid4
3008 Hybrid4
Ion
Porsche911 Turbo
911 Sport Classic
911 GT3 RS
911 GT3 Cup
RenaultFluence
Fluence Z.E. Concept
Renault Kangoo Z.E.
Twizy Z.E. Concept
Zoe Z.E. Concept
RevaNXR & NXG
Rolls RoyceGhost
Saab9-5
SeatLeon Cupra R
Ibiza Concept IBZ
SkodaSuperb Combi
Octavia LPG
SuzukiSX4 Facelift
TrabantNew Trabi (nT)
ToyotaAuris HSD Hybrid
Prius Plug-In
Land Cruiser
IQ-Showcars
VolvoC70 Facelift
C30 Facelift
C30 R-Design
VWGolf R
Golf Variant
E-Up
Polo Zweitürer
Polo Bluemotion
Golf Bluemotion
Passat Bluemotion
1-Liter Auto
Multivan
WiesmannRoadster MF5
TunerTechart Roadster und GT
Hamann Tycoon Evo
Hamann Ferrari California
Mansory Chopster
Brabus EV12 One of ten
Brabus SV12 R
Irmscher Opel Astra
Mansory Bentley Continental GT Speed
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