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IAA Sneak Preview 2.0

Schleiertanz in Halle acht

IAA Frankfurt 2013 Foto: Markus Stier 33 Bilder

Montags braucht eigentlich noch niemand bei der IAA anrücken. Man kommt ja sowieso nirgendwo rein. Auch unser Autor Markus Stier hat sich in die Hallen gewagt.

09.09.2013

Das Geräusch des Tages ist ein rhythmisches Piepsen, immer dann, wenn einer der Staplerfahrer den Rückwärtsgang einlegt. Es wird gebaut, geschraubt, gedübelt, verlegt, ausgeleuchtet, und natürlich wird geprobt. Es gab das Gerücht, man dürfe schon mal in die neue Audi-Halle rein. Dann aber der Rückzieher. Keiner darf rein. Man will nicht bei den Proben gestört werden.

Eine Festung in Weiß und Chrom

Die neue Festung, ein Kubus in Weiß und Chrom steht da mit hochgezogenen Zugbrücken. Warum den Vorsprung durch Technik immer in der Zukunft suchen. Bei dieser IAA vertraut man auf mittelalterlich bewährte Technik. Ein Wassergraben schützt äußerlich vor sich nähernden Eindringlingen.

Vor Halle sechs wird nicht gemauert, sondern geteert. In einem Betonmischer kreist lautlos eine dunkle Masse. "Das ist Granulat mit Klebstoff. Sieht fertig aus wie Asphalt", verrät der Messebauer das Geheimnis, missversteht aber dann das professionelle Interesse des Reporters. "Auf Wunsch kann ich Ihnen das Zeug auch in Schweinchenrosa verlegen. Trocknet in sieben Stunden."

Janis Joplins Vision von Farbe

Apropos Farbe: Mercedes hält noch eine Nachricht zurück, die die Auto-Welt erschüttern wird. Weil der Absatz in Europa so schwächelt, hat man sich das Verkaufen weitgehend abgeschminkt und will die Quartalszahlen mit eigenem Mietwagengeschäft hochschrauben. Eine Flotte von knallblauen A-Klassen sind auf der Messe schon zu sehen. "Oh Lord, won’t you rent me..." steht auf der Flanke eines der Daimler. Böse Zungen behaupten, die Farbe sei Janis Joplin einst nach einer langen Partynacht als Vision erschienen.
 
In gewohnt markantem Gelb wehen die Fahnen des ADAC ein paar Meter weiter. In gleicher Farbe parkt ein Ferrari zwischen den Flaggen. Für jedes neue Clubmitglied ein eigener Ferrari, das ist mal eine Lockprämie. Und für Plus-Mitglieder gibt es auch noch den passenden Renntransporter der die Rakete nach Überhitzung auch aus dem Ausland abholt.

Ebenfalls ein neues Geschäftsmodell hat Land Rover ersonnen. Man präsentiert eine längs durchgesägte Range-Rover-Studie. Die Idee: Kauf den überteuerten Geländegänger heute, nimm die eine Hälfte sofort mit, und wir liefern die zweite, wenn du das Geld überwiesen hast.

Opel schmiert an

Der reine Schwindel findet sich bei Opel. Nicht nur, dass Fetischisten die Räder mit Vaseline oder ähnlich Schmierigem anpinseln, damit sie schön glänzen, da wo die Reinkarnation des Sport-Coupés Monza stehen sollte, lungert ein Astra Kombi. Für wie blöd halten die uns denn?
 
Eine echte Provokation für den rasenden Reporter ist das geschlossene Rolltor, hinter dem Hyundai in großen Lettern die Weltsensation i10 anpreist. Das weckt die kriminelle Energie. Tatsächlich schummeln wir uns auf dunklen Wegen in die Halle, und da steht er. Allerdings schaut sich bei den Proben zur Präsentation niemand das Auto an, sondern den tanzenden, braunen Schleier daneben, der von Geisterhand bewegt durch die Luft schwebt, weil ihn ein Dutzend Ventilatoren in ihrer Gewalt hält. Ein Sicherheitsmensch tritt uns entgegen, bittet uns, die Bilder zu löschen und uns bis morgen zu gedulden. Wir haben auch brav alle Bilder gelöscht - die von dem tanzenden Schleier natürlich.

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