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IAA + Wir

Dralles Diary - Meine IAA-Retrospektive

Opel-Stand auf der IAA 1985 in Frankfurt a.M Foto: Opel 29 Bilder

Es sei versichert, dass es nichts mit der unrühmlichen deutschen Geschichte zu tun hat, wenn meine erste Erinnerung an eine IAA mit der Farbe braun verknüpft ist. Vielmehr handelt es sich um die sephiabraune Karosserie eines BMW 323i der Baureihe E21, wir schreiben das Jahr 1983.

10.09.2009 Jens Dralle

Obwohl ich damals schon laufen und vollständige Sätze lesen konnte, war ich nicht auf der IAA. Aber vom Balkon der Eigentumswohnung meiner Eltern in Oberschwaben beobachtete ich, wie mein Vater in eben jenen braunen BMW 323i eines Bekannten stieg, um in das für mich Lichtjahre entfernte Frankfurt zur IAA zu fahren. Dort stand der unter anderem der Audi Sport Quattro, dessen wahre Bedeutung meinem alten Herrn vermutlich bis heute verborgen blieb. Die Welt ist ungerecht.

1985 – Mit der ganzen Familie zur IAA

Erst zwei Jahre – zur IAA 1985 - später durften nicht nur ich, sondern auch meine Mutter (etwas wiederwillig) und meine Schwester (im Kinderwagen) meinen Vater begleiten. Außer vielen Beinen bleib nur noch eine Majorette-Spielzeug-Kopie des Walter-Röhrl-Urquattros in Erinnerung, die es als Geschenk – heute würde man wohl Give-away sagen, obwohl die kaum noch verteilt werden – auf dem Audi-Stand gab. Schade, immerhin sind mir Meilensteine wie der Porsche 959, der Polo G40 und das neue Mercedes T-Modell der W124-Reihe, von dem ich mir nur 21 Jahre später ein gut erhaltenes Exemplar zugelegt habe, entgangen.

Jedes Jahr zur IAA

Da ich auch mal Autos sehen wollte, besuchte ich seitdem jede IAA – nicht ohne akribische Vorbereitung, versteht sich. Mein autointeressierter Vater und die Großzügigkeit des örtlichen Mercedes-Händlers, der uns mit Freikarten eindeckte, vereinfachte zunächst die Logistik ungemein. Die Lektüre einschlägiger Fachzeitungen und das intensive Studium der Hallenpläne ermöglichte die Konzeption einer zum Prospektsammeln optimalen Route durch die zahlreichen Messehallen.

1987 – Treser TR1 war der Favorit

Mein Favorit bei der IAA 1987 war ganz klar der tornadorote Treser TR1 mit dem vollversenkbaren Hardtop, der leider dem Herrn über die schwarzen Rückleuchten an beinahe allen VW Golf II und Audi 100 finanziell das Genick brach. Ein immer wiederkehrendes Element meiner IAA-Besuche sind die Studien von Zender. Bei der IAA 1989 wurde der Fact4 enthüllt, der wie alle seine Artgenossen ein Einzelstück blieb. BMW schockte seine 6er-Kunden mit dem übergewichtigen BMW 850i. Genauso übergewichtig geriet übrigens der Verkaufsprospekt, der noch heute in meiner Sammlung verstaubt.

1991 – Heißt es Hyundai S-Coupé oder Skoup?

Citroën gönnte sich sogar echte Stoff-, Leder- und Lackmuster im Prospektschuber zum neu vorgestellten XM. Mein Vater und ich fuhren in einem impalabrauen 300E nach Frankfurt, ein Vorführwagen, schon mit der ersten Modellpflege, die erst auf der Messe offiziell vorgestellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt fieberten wir längst der Auslieferung „unseres“ eigenen 300 E – rauchsilbermetallic mit, sie ahnen es, brasilbraunem Interieur – im Dezember entgegen. 1991 rätselten ein Freund und ich, ob der Hyundai nun S-Coupé oder Skoup heißen sollte. Für den Pony hatten wir jedenfalls nur Spott übrig, für den Mercedes C112 dagegen grenzenlose Bewunderung.

Mit dem Presseticket zur IAA 1995

Die Anreise fand übrigens in der dritten, entgegengesetzt zur Fahrtrichtung montierten Sitzbank des Chevrolet Caprice Station Wagon statt, der dem Vater jenes Freundes gehörte. Das Auto war neu, außen weiß, innen rot und hatte eine Raumökonomie, die eigentlich nur den Motor berücksichtigte. Mit welchem Auto ich zur IAA 1995 kam, weiß ich nicht mehr. Viel wichtiger war ohnehin, dass es mir irgendwie gelang, an Pressetickets zu kommen. Das ermöglichte nicht nur ungehinderten Zugang zu Autos wie dem Ford GT90 (blieb für immer eine Studie), dem Audi TT (war damals noch eine Studie) und dem Renault Initiale (hätte besser eine Studie bleiben sollen), sondern öffnete auch die Absperrungen in die oberen Etagen der Messestände, wo sich die Möglichkeit mehrer kostenloser Mahlzeiten bot.

Opel Speedster, Audi RS4, BMW M3 (E46) und Renault Clio V6 – die Helden der IAA 1999

Ganz und gar nicht kostengünstig verlief die Anreise zur IAA 1997, da ich im Kreisverkehr auf der B44 kurz vorm Waldstadion den sechs Monate alten Ford Fiesta meiner Mutter mit Hilfe eines Daihatsu Applause vor einer roten Ampel zum Stehen brachte. Das hielt mich jedoch nicht vom Messebesuch ab und so betrachtete ich entsetzt den Smart, begeistert das BMW Z3 Coupé, enttäuscht den Opel Astra, gelangweilt den VW Golf IV und neugierig den Honda Integra Type-R. Die Helden der IAA 1999 hießen für mich Opel Speedster, Audi RS4, BMW M3 (E46) und Renault Clio V6, nicht ahnend, dass ich all diese Fahrzeuge einmal ausgiebig Testfahren können würde.

Der IAA-Besuch 2001 brachte nur ein kümmerliches Heftchen von Porsche

Das war 2001 ebenfalls noch nicht abzusehen, als ich zusammen mit einem weiteren automobilbegeisterten Freund nach Frankfurt aufbrach – nach dem elften September, den ich als Lehramts-Student in der Schule verbracht und der Rest der Woche für Krisenbewältigung mit verängstigten Schülern draufging. Daher war diese IAA für mich wie jede andere, von der ich mit mehreren Kilogramm Ballast in Form von Autoprospekten wieder zurückkehrte. Darunter: Der neue BMW Kofferraumdeckel, äh, 7er, und ein kümmerliches Heftchen von Porsche. Ob Opel heute anders aufgestellt wäre, wenn sie den lustigen Frogster gebauten hätte, bleibt ungewiss.

2003 – die erste IAA als Redaktionsvolontär

Völlig klar war hingegen mein Ziel bei der IAA 2003: Mit einem offiziellen Presseausweis bewaffnet als Redaktionsvolontär von sport auto nicht Prosepekte, sondern Pressemappen für einen Katalog zusammentragen. Damit verlor die IAA irgendwie ihren Zauber, denn von diesem Jahr an blieb immer weniger Zeit, um sich mit den Autos – oder deren hübscher Dekoration – zu beschäftigen. Interviews und Geschäftsgespräche prägen den Messealltag, die Interessen verlagern sich. Und 2009 ist braun wieder modern.

MarkeModell
AudiA8
Alfa RomeoMilano (149)
BMWX1
BMW5er GT
BMWX6 Hybrid
ChevroletOrlando
HyundaiiX 35 (Tucson)
MercedesE-Klasse T-Modell
MercedesE-Klasse Cabrio
OpelAstra
OpelMeriva
PeugeotCompact-Van
Peugeot308 RC-Z
RenaultTwingo CC
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