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IDC, 5. Lauf

Vlasblom auf dem Weg zum Titel

Foto: ALL4YOU-PR.de; Christian Moskopp 14 Bilder

Beim fünften Lauf der IDC am Nürburgring im Rahmen der Recaro Tuning Days tat Paul Vlasblom mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft. Rivale Remmo Niezen dagegen verlor mit Platz drei wichtige Punkte.

06.08.2008 Powered by

Bei schönem Wetter sicherte sich Vlasblom vor Tim Tatje und Remmo Niezen beim fünften Lauf der Internationalen Drift Challenge am 2. und 3. August einen hart erkämpften Sieg. Mit dabei waren dieses Mal auch die Drifter der Klassen „Driver“ und „Experts“, die ihren zweiten und zugleich letzten Lauf der Saison bestritten. Mit Marcial Meier als Driver und Benno Frieden als Expert gingen die Meisterschaftstitel in Schweizer Hand. Für die deutschen Fahrer war das Wochenende durchwachsen, Freud und Leid lagen dicht beieinander.

Der Streckenbereich in der Mercedes Arena wurde als Bühne für das Spektakel auserkoren. Diesen Teil des GP-Kurses des Nürburgrings galt es zudem in entgegen gesetzter Fahrtrichtung zu meistern. Das Streckenlayout war das bisher Schnellste der Saison, nicht selten lag die Einleitungsgeschwindigkeit des Drifts bei über 90 Kilometer pro Stunde. Olaf Commijs, ein weiterer Niederländer fuhr sogar 100 km/h und mehr.

In der Qualifikationsrunde am Samstag dominierte erneut Niezen. Mit 84 Punkten sicherte er sich Rang eins, und das obwohl er sein neues Fahrzeug – ein stark modifizierter BMW E30 mit M5-Motor und -Technik – zum ersten Mal im Wettkampf einsetzte. Den zweiten Platz sicherte sich Commijs (81 Punkte )in seinem Falken-Nissan 350Z. Als Aufsteiger aus der Expert-Klasse zementierte er damit seinen Anspruch auf eine regelmäßige Teilnahme in der höchsten Fahrerklasse der IDC. Platz drei eroberte sich Martin Reinsch mit 80 Zählern und untermauerte seinen anhaltenden Aufwärtstrend, seit er im März bei der IDC-Pro-Search als Letzter sich einen Startplatz sichern konnte. Tim Tatje, Yves Faber und Paul Vlasblom komplettierten die ersten Sechs der Qualifikation.

Aus deutscher Sicht ging nicht alles glatt

Andreas Distel folgte auf Platz neun, Oliver Harsch auf Rang elf und Alex Gräff auf Position zwölf. Uwe Sener aus der sport auto-Redaktion war einfach nicht in Form und schied auf Platz 22 bereits in der Vorrunde aus. Jochen Reich dagegen scheint das Pech gepachtet zu haben. Bereits im Training brach ein Stück der hinteren Bremsscheibe heraus, als er die sogenannte Fly-Off-Handbremse betätigte. Der zupackende Bremssattel verhakte sich darauf hin, das Ergebnis war ein Totalausfall der Bremsanlage sowie Beschädigungen am Fahrwerk und der Hinterachse. Reich nahm es mit gewohntem Humor: „Heute hat alles gepasst, die Strecke war wie gemacht für meinen alten Commodore, Getriebe, Motor, Abstimmung. Heute wäre viel drin gewesen. Aber dass einem die Bremsscheibe um die Ohren fliegt, dass war jetzt auch für mich eine ganz neue Erfahrung.“


Im Anschluss fanden Taxifahrten für die Fans statt. In Anbetracht der nur durchschnittlichen Zuschauerzahl auf dem Gelände war der Run auf die Drifter sensationell. Selbst der happig anmutende Preis von 30 Euro hinderte Hunderte von Interessierten nicht daran, Schlange zu stehen, um einmal als Beifahrer die Kunst der Quertreiberei unmittelbar mitzuerleben. Dem großen Andrang waren die Fahrer – oder besser gesagt das Reifengummi – nicht gewachsen. Nach kurzer Zeit klagten die ersten Drifter über Reifenmangel. In einer schnell angelegten Aktion zeigte sich Nissan-Rausch aus Adenau sehr hilfsbereit und versorgte die Fahrer mit neuen Reifen.

Die Twin Battle barg einige Überraschungen

Frisch besohlt ging es am Sonntag dann in die Twin-Battle. Niezen erreichte ohne größere Probleme Runde zwei gegen Vernon Zwanefeld. Federico Sceriffo aus Italien bezwang im auffallenden Subaru Impreza in der ersten Runde Rohan van Riel. Martin Reinsch wiederholte seine Leistungen vom Vortag und schickte damit den zweiten Niederländer nach hartem Kampf mit 4:6, 6:4, 4:6 und 7:3 zurück ins Fahrerlager. Alex Gräff hingegen musste sich knapp Yves Faber mit 4:6 und 4:6 geschlagen geben. Oliver Harsch indes hatte richtiges Pech. Nach einem Reifenschaden schied er bereits in Runde eins gegen Vlasblom aus.

Die weiteren Viertelfinal-Teilnehmer hießen Andres Distel, der sich gegen den Polen Wojciech Lubkowski denkbar knapp durchsetzen konnte (6:4 und 5:5) sowie Tim Tatje und Frank van Heeren. Das erste Viertelfinale bestritten Niezen und Distel. Nach einem 6:4 für Niezen folgte ein Unentschieden, Niezen stand somit im Halbfinale. Doch schon hier deutete sich an, dass nicht alles so lief, wie man es von dem Niederländer gewohnt ist. Die zweite Paarung sah Tatje und Faber als Kontrahenten vor. Tatje – mit neu lackiertem Wagen – fuhr eine etwas bessere Linie und wurde dafür mit dem Einzug ins Halbfinale belohnt.

Der Kampf Reinsch – Vlasblom

Gespannt wurde auch der Kampf Reinsch gegen Vlasblom erwartet. Im ersten Lauf führte Reinsch an und fuhr eine saubere Linie, während Vlasblom zu eng driftete. Dies führte noch vor dem Kurvenausgang zu einem Zwischenpendler – Reinsch war gezwungen seine Linie zu verlassen um eine Kollision zu vermeiden. Der nicht ganz saubere Vorgang wurde entsprechend mit 6:4 für Reinsch gewertet. Im zweiten Durchgang stand Vlasblom mit dem Rücken zur Wand und zeigte sein ganzes Können. Reinsch hielt mit aller Macht dagegen, aber es reichte nicht: 7:3 für Vlasblom. Eine Entscheidung, die für die eine oder andere Diskussion sorgte. Derart knappe Entscheidungen zeigen allerdings auch, dass die Leistungsdichte an der Spitze immer höher wird.

Dass die IDC mittlerweile keine alleinige Vorstellung der Niederländer mehr ist, bewies auch die letzte Paarung des Viertelfinales. Sceriffo stand van Heeren gegenüber. Im ersten Run sicherte jeder Fahrer seinen Führungslauf mit 6:4 für sich. In der Wiederholung schließlich zeigte der Italiener eine ausgezeichnete Linie und ging folgerichtig mit 7:3 in Führung. Van Heeren schaffte es beim zweiten Durchgang nicht mehr, diese Führung einzuholen. Nach einem 6:4 für van Heeren stand Sceriffo als letzter Halbfinalteilnehmer fest.

Sceriffo unterliegt Vlasblom

Im Halbfinale musste sich Sceriffo dem BMW-Fahrer Vlasblom stellen. Der Niederländer führte Lauf eins an und entschied diesen mit 6:4 für sich. Im zweiten Durchgang konnte Sceriffo sich nicht entscheidend in Szene setzen, das folgende 5:5 setzte Vlasblom als Finalteilnehmer fest. Niezen gegen Tatje lautete die zweite Paarung. In dieser konnte sich Niezen mit seinem Achtzylinder-BMW trotz motorischer Überlegenheit nicht von Tatje mit seinem BMW E36 Kompakt absetzen und nach einem 5:5 folgte mit einem 6:4 für Tatje die Überraschung. Niezen konnte nur noch um Platz drei kämpfen, aber bereits hier waren wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft verloren gegangen. Den dritten Platz sicherte er sich im Anschluss dabei souverän gegen Sceriffo mit 6:4 und 7:3.

Das Finale ging als bisher knappstes überhaupt in die Geschichte der IDC ein. Dreimal in Folge sah die Jury ein Unentschieden, keiner der beiden Fahrer konnte sich nennenswert vom anderen absetzen. Erst im vierten Lauf bewies Vlasblom, der er die bessere Konzentration hatte und durfte damit zum dritten Mal in dieser Saison die oberste Stufe des Siegertreppchens erklimmen. Zugleich baute er mit diesem Sieg seine Führung in der Meisterschaft auf Niezen auf sechs Zähler aus. Niezen nahm die Angelegenheit gelassen:„ Es lag nicht an meinem neuen Auto, es lag nicht an meiner Mechanikerin, sondern nur an mir: Ich habe heute einfach Fehler gemacht, die man nicht machen darf. Jetzt wird es umso schwerer, Paul Vlasblom den Titel noch streitig zu machen.“

Driver und Experts krönten ihre Meister

In den Driver- und Expert-Klassen ging es im zweiten Lauf nicht nur um weitere Meisterschaftspunkte, hier wurde auch gleich der erste Meister gekrönt. Marcial Meier aus der Schweiz darf sich nach einem zweiten Platz im Wertungslauf als ersten Meister der Driver-Klasse freuen. In der Expert-Klasse setzte sich ebenfalls ein Schweizer auf den Thron. Benno Frieden hatte es leicht, musste er sich nur gegen zwei Kontrahenten durchsetzen.

Nach einer gelungenen Veranstaltung und zufriedenen Zuschauern bleibt noch zu erwähnen, dass mittlerweile auch die elektronischen Medien Interesse am Drift-Sport in Deutschland zeigen. Neben einem Team der TV-Sendung Grip waren auch Vertreter von Focus TV und Spiegel TV am Nürburgring. Außerdem verfolgten auch Journalisten aus den USA und Kanada die Drifterei. Zudem bezeugten zwei Teilnehmer der in den USA sehr populären Formula D ihr großes Interesse am Spektakel in der Eifel – und waren begeistert.

Driver-Klasse
Ergebnisse Singledrift
Meisterschafts-Endstand
Expert-Klasse
Ergebnisse Singledrift
Meisterschafts-Endstand
Pro-Klasse
Ergebnisse Vorrunde
Verlauf der Twin-Battle
Ergebnisse Twin-Battle
Meisterschaftsstände
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