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Ideallinie Nürburgring-Nordschleife

Kurve für Kurve - Teil 3: Fuchsröhre bis Metzgesfeld

Foto: sport auto 13 Bilder

Zwischen den schnellen Abschnitten Fuchsröhre und Metzgesfeld lauern die eckigen Kurven am Adenauer Forst. Der harte Tempowechsel kann für Probleme sorgen. sport auto gibt Tipps zu Brems- und Einlenkpunkten sowie zur optimalen Linienwahl.

01.01.2009 Powered by

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Die Verbindung zwischen der Arembergkurve und Fuchsröhre sieht einfach aus, hat aber ihre Tücken. Die Passage stürzt in Wellen den steilen Berg hinab, ruppige Bodenunebenheiten erschweren bei hohem Tempo das Kurshalten. Generell versucht man bei wenig Verkehr immer, die schwingende Links-Rechts-Links-Kombination zu einer Geraden zusammenzuziehen. Derart fährt man die Passage aus der Arembergkurve kommend auf der rechten Fahrbahnseite an und stürzt sich dann in einer geraden Linie durch die Bögen hinunter zur Fuchsröhre. Dabei hält man sich eng an die Kurbs, fährt aber nie darüber! Wichtig auch, einen vernünftigen Schaltrhythmus zu finden: Wer an der falschen Stelle hochschaltet, bringt unnötig Unruhe ins Auto. Knifflig wird der Abschnitt im Regen: Der Fahrbahnbelag im Bereich des ersten Linksschwungs ist glatt wie Seife! Überraschung am Rande: Wer früh am Morgen trainiert, muss hier mit Wildwechsel rechnen!

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Das dramatische Ende der Talfahrt hört auf den Namen Fuchsröhre und ist so spektakulär wie schnell. Bei trockenen Bedingungen, unerschrockenem Gasfuß und nicht zu viel Leistung geht die Kompressionskurve mit den meisten Autos voll, doch Vorsicht: Wer sich hier überschätzt, landet im Unterholz der Eifel. Rhythmus und Vertrauen ins Auto sind der Schlüssel, um die Passage zu meistern. Man bleibt bei der Anfahrt lange rechts und lenkt dann weich - nie ruckartig - ein. Wer vor der Fuchsröhre Tempo abbauen will, sollte das auf jeden Fall vor der Kompression machen, aber nie in der Senke bremsen! Man fährt die Fuchsröhre immer in der höchsten Fahrstufe, im Scheitelpunkt der Kompression hält man sich innen und lässt sich dann auf die rechte Seite treiben. Eine tiefe Bodenwelle bringt am Anbremspunkt Unruhe ins Auto - gefährlich vor allem für ABS-unterstützte Fahrzeuge. Weil die Geschwindigkeiten deutlich über 200 km/h liegen können, muss man sich peu à peu an die Möglichkeiten des Autos herantasten!

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Nach der Kompression der Fuchsröhre verzögert man kurz und hart auf der nachfolgenden Rampe, um das Auto zu stabilisieren und Tempo für die folgende Kurve abzubauen. Es ist nicht nötig, vor dem Linksbogen runterzuschalten, denn besonders Heck getriebene Fahrzeuge neigen an dieser Stelle bei hartem Einkuppeln zu blitzartigem Ausbrechen. Vielmehr lässt man das Auto mit Schleppgas zügig durchrollen. Ob man dabei den Kurb an der Innenseite leicht, stärker oder gar nicht überfährt, gehört zu den Streitfragen auf der Nordschleife. Am Ausgang sollte man sich nicht zu weit hinaustragen lassen, um die Rechtskurve hoch zum Adenauer Forst optimal anfahren zu können - was im Eifer des Gefechts allerdings oft nicht gelingt. Vorsicht: Die Anbremszone vor der Rechtskurve ist mit vielen kleinen Bodenwellen gespickt, deshalb nie zu hart bremsen. In der Vierte-Gang-Rechts bleibt man eng am Kurb und ganz lange auf der rechten Fahrbahnseite, um sich für den blinden und engen Linksknick am Forst zu positionieren.

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Die Zuschauer wissen schon, warum sie ausgerechnet da stehen: Nach der ultraschnellen Fuchsröhre und der flüssigen Links-Rechts-Kombination zum Adenauer Forst versperrt eine Kuppe den Blick auf den weiteren Verlauf der Strecke. Übermütige übersehen schnell den Eingang der Linkskurve und rasseln geradeaus in den Dreck. Der Linksknick ist unübersichtlich, sehr langsam, und außerdem macht er zu. Mit wenig Leistung und Frontantrieb fährt man die Kurve weit außen an, um Schwung mitzunehmen. Mit Heckantrieb und mehr Qualm am Rad kann man den Linksknick auch deutlich mittiger anfahren. Diese Linie entspricht dann mehr der Kampf-linie im Rennen, um unerwünschte Überholmanöver abzublocken. Mit mehr Leistung ist der Ausgang wichtiger als der Eingang. Deshalb die Ausgangsrechts sauber und in einem weiten Bogen auf der linken Fahrbahnseite anfahren, um den Radius zu öffnen und früh beschleunigen zu können. Der Rhythmus ist entscheidend am Forst: Wer den Eingang vermurkst, hat auch am Ausgang das Nachsehen, denn man schleppt den Fehler weiter. Deshalb besser langsamer in die Eingangslinks hinein- fahren, dafür die optimale Linie am Ausgang nutzen und früh herausbeschleunigen. Am Ausgang bitte nie auf den Kurb fahren!

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Wer gut aus der Passage am Adenauer Forst herauskommt, muss auf der Geraden zum Metzgesfeld keine Überholattacken fürchten. Der Links-Rechts-Schwung nach dem Forst wird bei wenig Verkehr zu einer Geraden zusammengezogen. Bei der Anfahrt zum Metzgesfeld gibt es zwei Optionen: Weil der Einlenkpunkt hinter einer leichten Kuppe mit einem vorgelagerten Linksbogen versteckt ist, kann man die Fahrlinie links von der Mitte beibehalten und sticht gerade über den Buckel. Vorteil: Das Auto steht beim Bremsvorgang auf der welligen Kuppe gerade. Mit leistungsstarken Fahrzeugen ist diese Linie erste Wahl. Mit weniger Leistung kann man sich früher auf der rechten Fahrbahnseite einsortieren, muss dann aber auf der Bremse noch einmal leicht nach links zum Einlenkpunkt hinlenken. Vorteil: Das Einlenkmanöver für die Metzgesfeld-Linkskurve ist weniger spitz und hart. Wenn es stärker regnet, ergießen sich in der Anbremszone kleine Bäche von rechts nach links über die Fahrbahn - sehr gefährlich! Die Fünfte-Gang-Linkskurve ist schnell, aber schön zu fahren, weil der Radius sehr gleichmäßig ist. Wer die Kurve perfekt erwischt, der landet am Ausgang exakt auf der weißen Begrenzungslinie.

Bitte tasten Sie sich an Ihren persönlichen Grenzbereich Schritt für Schritt heran!

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