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IG-Metall

Hück contra Peters

Foto: dpa

Der Konzernbetriebsratschef der Porsche AG, Uwe Hück, will am Mittwoch (27.8.) über eine mögliche Kandidatur für den Vorsitz der IG Metall entscheiden.

26.08.2003

Zuvor müsse er am selben Tag ein Gespräch mit dem designierten Vize-Chef der Gewerkschaft, Berthold Huber, führen. Der "Bild"-Zeitung sagte Hück: Derzeit seien "90 Prozent aller Reaktionen positiv".


Er wolle den designierten Metaller-Chef Jürgen Peters im Amt verhindern, "weil er die Kollegen beim Streik (in Ostdeutschland) in die Irre geführt hat, an Realitätsverlust leidet und Abmachungen bricht, die die Besetzung des Vorstands betreffen. Irgendjemand muss den Mut haben, dazu Nein zu sagen."

Der NRW-Bezirkschef der IG-Metall Peter Gasse sprach sich gegen eine Kandidatur Hücks aus. Der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sagte Gasse, Hück habe in NRW keine Chancen, gewählt zu werden. "Weil NRW möchte, dass endlich Ruhe sein muss, weil Personaldiskussionen der IG Metall nur schaden. Und weil wir dem Tandem aus Jürgen Peters und Berthold Huber eine Chance geben wollen."

Peters-Kritiker schwenkt um: Nein zu Hück

Dagegen erhielt Hück vom einflussreichen Konzernbetriebsratschef des Stahlriesen Thyssen Krupp, Thomas Schlenz, erstmals öffentlich Unterstützung für seine mögliche Kampfkandidatur. Schlenz begrüßte in der Berliner Zeitung Hücks Vorstoß. "Ich verfolge das mit Sympathie". Zwar könne er auch gut mit einem Vorsitzenden Peters leben. Dieser habe jedoch in jüngster Zeit mehrfach versucht, Personalentscheidungen im Alleingang zu fällen.

Der Chef des Siemens-Konzernbetriebsrates, Georg Nassauer, der während der Führungskrise der IG Metall im Juli zu den größten Peters-Kritikern gezählt hatte, sprach sich für eine Wahl des Tandems aus Peters und dem Stuttgarter Bezirksleiter Huber aus. Er sei gegen eine Kandidatur Hücks, sagte Nassauer der Berliner Zeitung. "Die Organisation muss zur Ruhe kommen. Eine Programmdiskussion ist jetzt wichtiger als eine erneute Personaldiskussion."

Die Stuttgarter IG Metall-Bezirksleitung wies am Montag darauf hin, dass der Vorstoß von Hück "nicht mit der Bezirksleitung abgesprochen war". Der Sprecher der Bezirksleitung, Frank Stroh, erklärte: "Irgendwann muss jeder erkennen, dass bei der Personaldebatte der IG Metall das Ende der Fahnenstange erreicht ist." Stroh fügte hinzu: "Das Aufwärmen der Personaldebatte schadet uns."

Impulsiv und rustikal: Gute Noten für Uwe Hück

Der 41-jährige Hück, der seit fünf Jahren an der Spitze des Porsche-Betriebsrats steht, gilt als "sehr guter Betriebsrat", aber auch als impulsiv und rustikal. Hück und Huber hatten schon am Samstag miteinander gesprochen. Über den Inhalt des Gespräches wird Stillschweigen gewahrt. Doch ist inzwischen zu erfahren, dass Huber alles andere als begeistert von Hücks Plänen zur Kandidatur sei. Huber ist der Kandidat des IG Metall-Vorstands für den stellvertretenden Vorsitzenden.

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall der Verwaltungsstelle Stuttgart, Jürgen Stamm, sagte am Montag, Hück sei ein überaus guter Betriebsrat. Er persönlich gehe aber davon aus, dass Hück nicht kandidieren wird. Auch Stamm verwies darauf, dass Hück seine Pläne nicht mit der Bezirksleitung abgesprochen habe.


Wie am Montag in Stuttgart aus Metaller-Kreisen weiter zu erfahren war, habe man inzwischen alle Hände voll zu tun, anderen Landesbezirken zu erklären, dass Bezirkschef Huber von Hücks Vorgehen nichts gewusst habe. Viele Metaller sind der Überzeugung, dass Hück mit seinem eigenen Machtanspruch sogar dem baden-württembergischen Bezirk schade. Viele IG Metall-Mitglieder bundesweit hätten nämlich den Eindruck gewonnen, dass Baden-Württemberg jetzt gleich den ersten und zweiten Vorsitzenden durchsetzen wolle. Dies sei "kontraproduktiv", meinte ein Ortsbevollmächtigter.

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