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Im Chevrolet Trailblazer durch den Nahen Osten

Reise in den Orient

13 Bilder

Eines war uns klar: Es wird sicher nicht die anspruchsvollste Tour mit unserem Chevy Trailblazer werden, doch garantiert die längste: innerhalb von vier Wochen in den Orient und zurück. Die ersten Tage bleiben wir nur im Auto. Die Ziele sind eng gesteckt. Wie bei Wertungsprüfungen eilen wir von Grenze zu Grenze. Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Bulgarien und dann endlich die Türkei.

28.03.2009 Powered by

Wir sind im Morgenland, besichtigen die antiken Kulturstätten im Westen der Türkei: Troja, Pergamon, Ephesos. Anfahren, aussteigen, fotografieren, weiterfahren. Geschichte im Crashkurs, täglich Vorlesungen – natürlich im Auto per Reiseführer. Zugegeben: nicht die feine Art von historisch Interessierten, doch wir haben noch ein strammes Programm und eine weite Reise vor uns.

Übernachtung in Kusadasi
Durchatmen – auch wenn kleine Erdbeben die Stadt erschüttern. Für die Bewohner nichts Besonderes, für uns ein echter Schreck. Am nächsten Tag fahren wir entlang der malerischen südtürki­schen Küste nach Osten. Antalya, Alanya, Kap Anamur. Jetzt sind wir jenseits der touristischen Zentren. Hierher kommen nur noch Leute aus dem Inland. Fremdsprachen versteht hier kaum jemand. Doch ein Bett für die Nacht bekommen wir ohne Probleme. Nächster Morgen, 5.30 Uhr. Nach dem erfrischen­den Bad im Meer und einem ­ausgedehnten Frühstück machen wir uns auf zur syrischen Grenze. Schon lange davor beginnt das Verkehrschaos. Lkw stauen sich auf der rechten Spur.

Drei Kilometer vor Syrien geht auch für uns nichts mehr. Keine getrenn­ten Spuren für Lkw oder Pkw. Ein Nadelöhr trennt uns von ­Syrien. Wer nicht bezahlt, wartet bis er schwarz wird. Gut, dass uns ein selbst ernannter Servicemann seine Dienste anbietet.

So funktioniert’s: Für ein paar Dollar lotst er uns elegant an der Schlange vorbei, lässt unsere Pässe abstempeln und winkt uns durch den türkischen Zoll. Beim syrischen dauert es länger, obwohl wir hier ebenfalls einem Einheimischen einige Fünf-Dollar-Scheine in die Hand drücken. Erst zwei Stunden später befinden wir uns auf syrischem Boden. Freie Fahrt Richtung Aleppo. Jetzt heißt es auch für uns: landes­gerechte Kleidung tragen. Lange Hosen, Tuniken, Tücher. Aus dem Radio dröhnt landesübliche Musik. Wir sind mittendrin im arabischen Leben. Damaskus, wir kommen. Ein ungewohntes Bild: zwischen dem Staub und den vielen Autos UN-Fahrzeuge, europäisch gekleidete Menschen ebenso wie Männer in weißen Gewändern aus Kuweit und Saudi-Arabien. Wenig Frauen. Und wieder Kultur im Sauseschritt: am nächsten Morgen – Palmyra. Nur wir, ein paar Kamele und die antike Kulturstätte. Kurz entspannen, genießen. Dann weiter nach Süden. Auf dem Reiseplan stehen Jordanien und die Handels­metropole Amman. Die Suche nach bleifreiem Benzin beginnt. Niemand versteht unsere ­Sprache. Keiner kann uns helfen. Bis uns der Fahrer eines alten Mercedes „bleifrei“ auf arabisch in unseren Reiseführer schreibt. Oft zeigen wir in den folgenden Tagen das wertvolle Dokument vor. Eine echte Erleichterung. Wir erreichen das Dreiländereck Jordanien-Israel-Ägypten bei 40 Grad im Schatten. An den Grenzen herrscht höchste Sicherheitsstufe. Pässe zur Kontrolle, das Auto von allen Seiten gespiegelt, Gepäck ausgeladen, Fragen beantwortet, Papiere unterschrieben. Vier Stunden, etliche Fünf-Dollar-Scheine und jede Menge Stempel später finden wir uns in Ägypten wieder. Am Ende unserer Kräfte, checken wir für zwei Tage im ­legendären Hilton Taba ein. Während Palästinenser und Israelis hier 2004 verhandelten, wurde auf das Hotel ein schwerer Bombenanschlag verübt. Wir nutzen die luxuriöse Oase zur Erholung.

Die nächsten Tage: Katharinenkloster, Golf von Suez, Suez­kanal. Dann zurück nach Israel. Von Eilat, dem Miami Beach ­Israels, hinab zum Toten Meer. Dann wieder Aufstieg und durch das Westjordanland, die Berge Judäas bis nach Jerusalem. 4000 Jahre Geschichte – uns bleiben nur ein paar Tage. Nachdem wir auch Bethlehem, Galiläa, Tiberias und den See Genezareth gesehen haben, machen wir uns auf den Rückweg. Die Fähre nach Zypern fällt wegen eines technischen Defekts aus. Ein kleiner Frachter nimmt uns mit nach ­Piräus in Griechenland. Von dort ist es mit unserem Dampfer nur noch ein Katzensprung bis nach Hause. Denken wir. Doch schon bald nach dem Auslaufen des Schiffs gibt eine seiner beiden Maschinen den Geist auf. Aus zwei geplanten Seetagen werden drei. So bleibt Zeit für den Rückblick auf den Marathon durch den Nahen Osten.

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