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Im Chevrolet Trailblazer durch Kalifornien

Hotel California

13 Bilder

Ausgerechnet hier, mitten im Berdoo Canyon, wo die ausgewaschene ­Piste mit riesigen Stufen und zahllosen Felsbrocken unüberwindbar scheint – ausgerechnet hier begegnet uns das erste Mal ein anderes Auto.

28.03.2009 Powered by

Gerade als wir ­einen geeigneten Weg den Abhang hinunter suchen, um uns nicht den ganzen Unterboden des gemieteten Chevy Trailblazer aufzuschlitzen, taucht an der Klippe hundert Meter weiter der ­Kühler eines höher gelegten zitronen­gelben Hummer auf.
Mehr als drei Stunden ist es her, dass wir die breite, geteerte Straße im Joshua Tree-Nationalpark ­verlassen haben. Seitdem sind wir keiner Menschenseele mehr begegnet. Doch hier, an der engsten und steilsten Passage, kommt uns plötzlich dieser Hummer entgegen. Eine martialische Erscheinung, umfunktioniert in eine Art Ausflugsbus für Touristen. Über die schroffen Hindernisse rumpeln wir ihm entgegen.

Auf der Hummer-Pritsche sitzt ein fröhliches Damenkränzchen, das uns lautstark zujubelt. Offensichtlich sah unser Geländeritt gar nicht so schlecht aus.
„Hey, good job“, lobt uns der Fahrer des Hummer, als wir ­nebeneinander zum Stehen ­kommen. Seit mehr als zwei ­Jahren sei er auf dieser Strecke unterwegs – getroffen habe er hier noch nie jemanden.
Ein Glück, dass dies nicht die erste heikle Stelle ist, die wir in diesem Urlaub zu meistern haben. Bereits seit einigen Tagen sind wir auf den alten, unbefestigten Minenstraßen im Joshua Tree-Nationalpark unterwegs. Über den Zustand der Strecke konnten selbst die Ranger im Visitor ­Center keine Auskunft geben. Zu weitläufig ist die öde Wüstenlandschaft, zu vielfältig sind die kargen Felsformationen. Wir ­wagen es trotzdem und stellen den Allradantrieb des Chevy auf eine harte Probe.
Bis jetzt hat der robuste Wagen keine Schwächen gezeigt. Zuverlässig und sicher klettert er mit uns durch die verlassene Steinlandschaft. Wir haben ausgiebig Zeit, die grandiose Szenerie des Parks mit den markanten Joshua-Bäumen zu genießen. Die Landschaft ist atemberaubend.

Nach einem Ruhetag im mondänen Palm Springs gelangen wir über die Ausläufer eines trockenen Salzsees nach Amboy. Von hier geht es auf der alten Route 66 weiter. Ein paar in die Jahre gekommene Motels erinnern noch an den Glanz vergangener Tage. Doch wir verweilen nicht lange auf befestigten Straßen. Die nächste Spielwiese wartet schon: der gigantische Sand­kasten der Mojave-Wüste.
Mit mehr als 1000 Kilometern legal befahrbarer Trails ist das Gebiet ein wahres Paradies für Offroad-Fans. Vorbei an 200 Meter hohen Dünen schaukeln wir über sandige Wege und ruppige Waschbrettpisten. Es sind historische Pfade. Auf einigen von ­ihnen zogen schon die Indianer nach Westen. Auch die Plan­wagen der ersten weißen Siedler rollten auf ihrem beschwerlichen Weg zur Pazifikküste durch den Sand der Mojave.
Nach einem kurzen und heißen Abstecher ins benachbarte Death Valley zieht es auch uns ans Meer. Hinter den Santa Monica Mountains, die von vielen Waldbränden gezeichnet sind, erstreckt sich auf breiter Front das tiefe Blau des Pazifischen Ozeans. Wir gelangen in das von Hollywood-Stars bevölkerte Malibu. Auf dem berühmten Highway No.  1 entlang der spektakulären Küste gönnen wir uns noch ein paar ­erholsame Asphalt-Kilometer, bevor wir mit unserem komplett eingestaubten Chevy in Richtung Los Angeles rollen – und das inmitten einer Armada edler, auf Hochglanz polierter Sportwagen. Ausgerechnet!

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