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Im Grenzbereich – Oldtimerkauf im europäischen Ausland

Einen Klassiker aus dem Ausland zu importieren, ist keine allzu große Herausforderung. Schon gar nicht, wenn das gute Stück aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union kommt.

09.02.2007 Powered by

Stolperfallen frühzeitig erkennen und umgehen

In diesem Fall sind bei der Einfuhr kein Zoll und auch keine Mehrwertsteuer zu entrichten. Jedoch sollte man sich schon frühzeitig Gedanken darüber machen, wie und auf welchem Weg der Oldie überhaupt nach Deutschland gelangen soll. Denn in diesem Zusammenhang lauern einige zulassungsrechtliche Stolperfallen.

Viele Wege führen den Oldie zum Ziel - und manche Probleme können auftreten

Am einfachsten ist es, den Klassiker vor Ort auf einen Hänger zu laden und nach Hause zu fahren. Das ist zweifelsohne der sicherste und unproblematischste Weg, hat allerdings den Nachteil einer langsameren Anreise. Und falls sich der Oldie vor Ort als Enttäuschung entpuppt, steht eine leere Rückfahrt an.

Schwierig ist der Einsatz eines roten Kennzeichens oder eines Kurzzeit-Kennzeichens. Zwar entsprechen das rote Händler- und das Kurzzeit- Kennzeichen internationalen Vorschriften. Andererseits wird der rote Fahrzeugschein, der auch beim Kurzzeit-Kennzeichen ausgegeben wird, im Ausland nicht generell akzeptiert. Wer sich auf diese Schilder verlässt, riskiert im Ausland also Probleme. So wurden in der Vergangenheit beispielsweise in Italien mehrfach hohe Bußgelder verhängt, wenn deutsche Oldtimer- Fahrer mit einem solchen Schild unterwegs waren.

Wer bereits mit rotem oder Kurzzeit-Kennzeichen ohne Probleme im benachbarten Ausland unterwegs war, hat dies vor allem dem Umstand zu verdanken, dass die Grenzer und die örtliche Polizei freundlich weggeschaut haben.

Rechtlich einwandfrei geht’s so

Juristisch unverfänglicher wäre es, sich im Ausland ein nationales Ausfuhrkennzeichen zu besorgen. Diese Variante dürfte allerdings viele Interessenten abschrecken, sofern der Käufer keine Unterstützung vor Ort hat - schließlich ist der Umgang mit den Behörden im Ausland gewiss nicht einfacher als hier zu Lande.

Bleibt als letzte Möglichkeit, das Auto auf eigener Achse mit der ausländischen Zulassung nach Hause zu fahren. Das ist rechtlich unbedenklich, setzt aber voraus, dass der Wagen noch ordnungsgemäß im Ausland zugelassen und vor allem auch versichert ist. Diese Variante sollte auf jeden Fall mit dem Verkäufer abgesprochen werden.

Zulassung in Deutschland

Für die Zulassung des Klassikers in Deutschland ist selbstverständlich ein TÜV-Gutachten vonnöten. Je nach Herkunftsland müssen einige Details am Fahrzeug geändert werden: Die bei älteren Autos in Frankreich üblichen gelben Hauptscheinwerfer beispielsweise sind ebenso tabu wie zeitgenössische Anhängerkupplungen, für die in Deutschland keine ABE vorliegt.

Ist der Oldie 30 Jahre alt und in originalem und gutem Zustand, lässt sich mit dem Vollgutachten beim TÜV auch gleich ein Oldtimer-Gutachten für ein H-Kennzeichen erstellen.

Für die Zulassung müssen außerdem bei der Zulassungsstelle ein Versicherungsnachweis, die originalen Fahrzeugpapiere aus dem Ausland und ein Kaufvertrag vorgelegt werden, aus dem Käufer und der Verkäufer hervorgehen.

Ganz wichtig ist letztlich noch die Unbedenklichkeitsbescheinigung des Kraftfahrtbundesamtes (KBA). Das KBA prüft, ob das Fahrzeug schon einmal in Deutschland zugelassen war, und ob es international als gestohlen gemeldet ist. Das ZFZR genannte Formular kann man im Internet herunterladen (www.kba.de) und an das KBA faxen. Innerhalb von zehn Tagen wird das Dokument per Nachnahme zugeschickt.

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