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Im Mazda MX-5 in den Vogesen

Route des Vosges

Reise Vogesen, Mazda MX-5 Foto: Frank Herzog 23 Bilder

Braucht man einen Mazda MX-5? Unbedingt, meint der Verkäufer. Schaun wir mal, sagen wir - und verschwinden für zwei Tage Probefahrt durch die nördlichen Vogesen, im Gepäck ein altes Kinderbuch aus Pfadfindertagen.

28.02.2011 Hans-Jörg Götzl Powered by

Ein alter Freund möchte seinen Mazda MX-5 verkaufen und ködert mich mit dem ältesten aller Gebrauchtwagenhändler-Tricks: "Mach doch mal eine ausgedehnte Probefahrt."

Der Auftrag: Literarische Kultstätte besuchen

Nun macht das Wissen um solche Tricks einen auch nicht unbedingt weiser, also überlege ich lediglich, wohin genau ich die Probefahrt denn ausdehnen könnte. Schließlich hatte ich schon seit längerem eine störende Lücke in meinem Fuhrpark ausgemacht: Zwischen den Zwei- und Vierrädern fehlt unbedingt noch ein Roadster.

Womit das Ziel im Grunde auch schon festliegt, denn wenn meine Gefährte nach artgerechter Ausfahrt verlangen, führen sie mich meist in die nahe gelegenen Vogesen. Nur eineinhalb Stunden westlich von Stuttgart auf der anderen Seite des Rheins liegt hier ein wunderbares Land mit wochentags fast völlig verwaisten Landstraßen, die sich munter die Vogesenberge hinauf- und hinabwinden und eine äußerst griffige Asphaltdecke tragen. Gegenverkehr zeigt sich unterwegs so selten wie die Gendarmerie, hingegen locken überall Restaurants und lauschige Gasthöfe mit verführerischen Speisekarten. Kurzum: Besäße ich einen Mazda MX-5, ich würde damit ins Elsass fahren.

Außerdem kann ich bei der Gelegenheit gleich eine literarische Kultstätte besuchen - das so genannte Rosenschloss in Birkenwald. Altgediente Pfadfinder, die heute vermutlich alle großartige Rallye-Navigatoren sind, werden jetzt wissend lächeln: Das Rosenschloss ist spannender Schauplatz eines der erfolgreichsten Kinderbücher Frankreichs und eines der bekanntesten Pfadfinderbücher: Le Bracelet de Vermeil (in Deutsch: Der goldene Armreif) von Serge Dalens, erstmals erschienen 1937. Darin geht es um die Freundschaft zwischen den Pfadfindern Christian d'Ancourt und Erik Jansen, um einen Jahrhunderte alten Fluch und um einen seltsamen goldenen Armreif mit der Inschrift B.K. 11.8.36. 

Fotograf Frank Herzog war zwar nie Pfadfinder, seltsam eigentlich, findet die Geschichte aber dennoch spannend und möchte unbedingt mit, um das geheimnisvolle Schloss zu inspizieren. Vor allem aber möchte auch er wissen, ob so ein Klappscheinwerfer-Mazda-MX-5 etwas taugt, schließlich hat er gerade einen 1973er Triumph TR6 erworben. "Würden wir mit dem nach Frankreich fahren, hätte ich auf jeden Fall einen ADAC-Schutzbrief dabei", grinst Frank und betrachtet interessiert den kleinen grünen Mazda. Der Trend geht offenbar zum Zweit-Roadster.

Auf der Autobahn tobt im offenen MX-5 ein Orkan

Also los, das umfangreiche Fotografen-Gepäck findet gerade Platz, und wir nehmen Kurs auf die A8, um möglichst schnell den Rhein zu überqueren. Für die deutsche Autobahn wurde der Mazda MX-5 nun wirklich nicht gebaut, doch er schlägt sich wacker. Interessantes Phänomen am Rande: Bei rund 150 km/h scheinen die Windgeräusche im Cockpit mit aufgeklappten Scheinwerfern etwas geringer zu sein als ohne.

Bei diesem Tempo indes tobt in dem kleinen Cockpit des Mazda MX-5 längst ein Tornado der Katharina-Klasse, wirklich Spaß macht das nicht. Dem vergleichsweise modernen Motor mit seinen klassischen zwei obenliegenden Nockenwellen und vier via Hydrostößel direkt betätigten Ventilen je Brennraum dagegen scheint die Autobahnjagd nichts auszumachen. Er klingt munter und könnte bei Bedarf noch schneller. Wir dagegen sind froh, als wir nach rund einer Stunde von der Autobahn abfahren und auf der Departementstraße 4 nach Frankreich rollen.

Sofort ist der Mazda MX-5 in seinem eigentlichen Element, und die Frischluftzufuhr hinter dem kleinen Sportlenkrad erreicht bei den erlaubten 90 km/h genau die richtige Menge. Frank muss nun doch den Pfadfinder spielen und mich anhand der Michelin-Karte nach Birkenwald führen, das ein paar Kilometer südlich von Saverne liegt und gut 30 Kilometer westlich von Strasbourg. Größere Ortsdurchfahrten und breite Straßen sind natürlich tabu, am meisten Spaß bereiten erfahrungsgemäß die kleinen, weiß eingezeichneten Verbindungen. Vielleicht sollte Michelin einmal daran denken, spezielle Karten herauszugeben, die nur die weißen Straßen enthalten - Roadster-Karten eben.

Der MX-5 verkörpert die Roadster-Ideale

Genau für diese Nebenstraßen wurde einst auch der Mazda MX-5 entworfen - eben wie Jahrzehnte vor ihm die Triumph TR-Reihe, MGA und MGB oder der Alfa Spider. Seltsam eigentlich, dass ausgerechnet ein japanischer Hersteller vor rund 20 Jahren die Wiedergeburt des klassischen Roadsters einläuten sollte - wobei die Kinderstube des Mazda ja hauptsächlich in Kalifornien lag.

Seither hat der Mazda MX-5 reichlich Konkurrenten bekommen, dennoch verkörpert er vielleicht am besten die klassischen Roadster-Ideale seiner ideellen Vorläufer: Er ist klein, leicht, wendig und schnell; er hat ein klassisches Antriebskonzept mit längsliegendem Motor vorn und Antrieb hinten, sein simples Verdeck lässt sich so genial einfach öffnen und schließen wie sonst nur beim Alfa Spider, und die Schaltung ist so knochentrocken wie bei den besten Briten. "Man kann ihm lediglich vorwerfen, dass man kaum Anlass und Gelegenheit zum Schrauben hat", meint Frank, der die vergangenen Abende damit verbracht hat, die Wasserpumpe an seinem TR6 zu wechseln.

Inzwischen hat er uns nach einigen interessanten Schlenkern nach Birkenwald geführt, das verschlafen in einem Tal liegt und an einen Wald grenzt. Erwartungsvoll rollen wir in den 300-Seelen-Ort, von dem Rosenschloss ist nichts zu sehen. Auf einmal tauchen hinter ein paar Bäumen einige Türme auf, dann parken wir den Mazda MX-5 vor dem 1562 in seiner jetzigen Form erbauten Schloss, dessen ursprüngliche Geschichte anderen Quellen zufolge jedoch bis ins Jahr 800 zurückreicht, als Birkenwald noch Bürckwald hieß.

Auf den Spuren von Erik Jansen und Christian d'Ancourt

So abweisend der Bau von der Straße aus wirkt, so malerisch ist die Rückseite, wo wir im Garten die Haushälterin treffen. Die Besitzerin des Château de Birkenwald lebe in Paris und komme nur ab zu vorbei, erzählt sie. Hin und wieder kämen auch Leser des Goldenen Armreifs, und natürlich hat sie auch den 1998 verstorbenen Autor Serge Dalens gekannt: "Der war hier als Kind im Pfadfinderlager und wurde dadurch wohl zu dem Roman inspiriert", sagt sie und führt uns in den Hauptsaal, der im Buch als "Saal der Wächter" bezeichnet wird. Irgendwo hier muss auch der Geheimgang sein, und irgendwo hinter den dicken Mauern muss es zu den unterirdischen Kammern gehen, aus denen Erik Jansen seinen Freund Christian d'Ancourt schließlich befreit und damit den uralten Fluch beendet hat.

Ob es die tatsächlich gibt, weiß auch die Haushälterin nicht, und so steigen wir nach einiger Zeit wieder in den Mazda MX-5 , kommen allerdings gerade einmal 25 Meter weit. Direkt neben dem Rosenschloss nämlich liegt das Hotel des Vosges, ein Familienbetrieb mit elf preiswerten Zimmern und Wildgulasch auf der Speisekarte. "Serge Dalens war öfter bei uns und hat hier gegessen", sagt Inhaber Christian Kieffer, "allerdings ist das schon einige Jahre her." Der Mazda parkt für die Nacht draußen; Birkenwald liegt so ruhig und abgelegen, dass man den Wagen vermutlich nicht einmal abzuschließen bräuchte.

Gehobener Kurbengenuss im 1.000-Kilo-Roadster

Am nächsten Morgen steht endlich der gehobene Kurvengenuss im Vordergrund. Am Rosenschloss vorbei geht es Richtung Rocher du Dabo, ein Sandsteinfelsen mit einer Kapelle obendrauf, der die gesamte Region überragt, und dem natürlich auch die Pfadfinder im Goldenen Armreif einen Besuch abstatten. Zu Fuß allerdings, während wir mit dem offenen Mazda MX-5 förmlich durch die Vogesenwälder fliegen.

Der 1,6-Liter im Mazda MX-5 ist zwar trotz langhubiger Auslegung kein Drehmomentwunder, doch der Wagen ist insgesamt kurz übersetzt und jeder Gangwechsel mit dem ideal zur Hand liegenden, kurzen Schaltstumpf die reine Freude. Die Lenkung zeigt sich ebenso direkt wie zielgenau, präzise lässt sich der leichte Roadster, dessen Lebendgewicht nicht einmal die 1.000-Kilo-Marke überschreitet, von einem Scheitelpunkt zum anderen jagen. Und falls man doch einmal zu enthusiastisch unterwegs ist, sorgen Scheibenbremsen rundum für ultrakurze Bremswege.

Zwischendurch wünsche ich mir beinahe ein wenig Regen oder wenigstens taufeuchte Straßen, denn mit kaum einem anderen Serienauto lässt es sich so leicht driften wie mit dem Mazda MX-5. Im Trockenen tut man sich da mit den 90 PS ein wenig schwerer, zumal die Vogesenstraßen wirklich einen phänomenalen Grip bieten. Die Auffahrt zum Felsen von Dabo jedenfalls würde eine prächtige Bergrennstrecke abgeben.

Traumblick über die Vogesen: Felsen von Dabo

Oben angekommen, kraxeln wir die letzten Meter zu Fuß hoch zur Kapelle, erklimmen deren Turm und genießen einen atemberaubenden Blick über die Vogesen. Unten könnten wir nun im Restaurant neben dem Parkplatz einen Kaffee zu uns nehmen, doch der Ruf der Straße ist lauter. Richtung Süden geht es an den Wasserfällen von Nideck vorbei Richtung Schirmeck und dann nach Osten zum Mont Ste. Odile. Hier ist zur Ferienzeit bestimmt die Hölle los, doch jetzt gehört der Felsen beinahe uns, vor allem die winzige Abfahrt hinter dem Felsen auf die D109. Hier gibt es eine Quelle der heiligen Odilie, deren Wasser gut ist gegen Augenkrankheiten und Blindheit. Fotograf Frank füllt zur Sicherheit eine Flasche ab.

Anschließend stürzen wir uns mit dem Mazda MX-5 weiter bergab und würden anschließend am liebsten umdrehen, um das Ganze nochmal abzufahren. Auf der Fahrspaß-Skala liegt der kleine Mazda ziemlich weit oben, und wer den Wagen nicht mag, hat ihn entweder nicht verstanden oder ist für seinen Betrieb ohnehin ungeeignet. Auch Frank wird mit jedem Spaßkilometer nachdenklicher, zumal gute Mazda MX-5 der Klappscheinwerfer-Generation schon für kleines Geld zu haben sind.

Konkret bedeutet dies in unserem Fall ein gepflegtes Exemplar mit fast neuem Verdeck, das in 14 Jahren noch keine 100.000 Kilometer gesammelt und die vergangenen Winter fast immer in der Garage verbracht hat. Der Preis soll irgendwo unterhalb von 4.000 Euro liegen, da ist noch Verhandlungsspielraum. "Weißt du was", sagt Frank, als wir Strasbourg passieren: "Wenn du ihn nicht nimmst, kaufe ich ihn."

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