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Im Mazda Pick-Up durch Libyen

Zwischen Sand und Meer

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Kurz nachdem die Fähre in La Goulette, dem neuen Hafen von Tunis, angelegt hat, betreten wir die arabische Welt. Die Luft ist trocken, ein leichter Wind macht die Hitze erträglich. In langen Schlangen schieben sich die Autos dicht an dicht durchs Zentrum von Tunesiens Hauptstadt.

04.03.2008 Powered by

Händler mit frischen Feigen und zuckersüßen Datteln stehen am Straßenrand. Menschen drängen sich in den engen Gassen. Das farbenfrohe Gewühl lassen wir schnell hinter uns. Im Mazda Pick-up fahren wir nach Süden. Unser Ziel ist Libyen. Ein Land, fünf Mal so groß wie Deutschland – für nur sechs Millionen Menschen. Ringsum karge Landschaft. Wüste. Es gibt keinen Fluss, der ständig Wasser führt. Aber jede Menge ausgetrocknete Flussbetten.

Dann der Grenzübergang Ras ­Ajdir. Hier treffen wir unseren ­libyschen Reisebegleiter Jamal. Ohne ihn dürften wir sein Land nicht durchqueren. Er wird uns mit seinem voll ausgerüsteten Land Rover Defender begleiten und durch die ehemalige Provinz des Römischen Imperiums lotsen. Nach der Zollabwicklung und den Formalitäten beginnt die Tour. Eine Reise in die Vergangenheit, zu mehr als 2000 Jahre alten Städten wie Sabratha und Leptis Magna. Ausgrabungen so weit das Auge reicht. Reste von einst pompösen Bauwerken. In einigen sind ­Boden- und Wandmosaike noch bestens erhalten. Vereinzelt ragen abgebrochene Säulen in den Himmel. Eine beeindruckende Kulisse.

Wir fahren weiter nach Sirte. Nahe der Stadt ist Libyens späterer Revolutionsführer Muammar ­al-Gaddafi in einem Beduinenzelt geboren worden. Heute fördern hier Firmen aus aller Welt kostbares Erdöl.
Erst in Tobruk verlassen wir die Küstenregion und dringen in das Landesinnere vor. Versehen mit reichlich Wasser-, Diesel- und Nahrungsvorräten, geht es nach Südosten hinein in das Sandmeer von Calanchio. 400 Kilometer frei navigieren bis Jalu. Querfeldein über spitze Felsen, durch tiefen Sand und staubtrockene Flussbetten. Die Autos über­stehen die Strapazen, und wir können in Jalu die Vorräte wieder auffüllen.
Die nächsten Tage geht es durch die Wüste in Richtung Al Kufrah. Oasen bieten willkommene Abwechslung auf dem 620 Kilometer langen Trip. Glühend heißer Sand in der Mittagszeit, nachts wird es dagegen hundekalt.

Der 28. September. Mein Geburtstag. Ein lauter Schrei durchbricht die morgendliche Ruhe. Meine Frau! Als ich aus dem Zelt trete, hat sie die Kamera in der Hand. Eine Hornviper schlängelt sich vor ihr durch den Sand. Klein, unauffällig, aber tödlich. Schnappt sie zu, geht ihr Gift sofort ins Blut. Nur ein ­Gegenmittel kann helfen. Das haben wir hier draußen aber nicht. Dafür Glück.

Bald darauf brechen wir auf und fahren weiter. Die GPS-Daten zeigen den 24. Breitengrad an. Wir sind ganz in der Nähe des ­alten und für den Verkehr gesperrten Schmugglerwegs in den Tschad. Da tauchen zwei Militärfahrzeuge auf. Ein Stützpunkt muss in der Nähe sein. Unser ­Erscheinen ist den Soldaten suspekt. Papiere und Fracht werden kontrolliert. Wir dürfen weiterfahren, werden aber eskortiert. Zwei Stunden lang vor und hinter uns Militär. Der kleine Konvoi schlängelt sich auf dem gesperrten Pfad Richtung Westen. In Tajarhi werden wir allein gelassen. Die Sandpiste führt nach Erg Ubari. Hier fahren kaum ­Autos. Ein Geländewagen nähert sich uns. Erstaunt stoppt der Fahrer. Es ist General Rifi, ehemaliger Gouverneur von Südlibyen. Wir kommen ins Gespräch. Und dann lädt er uns zu sich ein. ­Gemeinsam mit seinen Freunden, diversen Militärs, TV-Nachrichtensprechern und Bediensteten genießen wir ein Festmahl. Bis spät in die Nacht reden wir über Libyen, den Tourismus und die Probleme. Wir erzählen von ­unserer Reise, den spannenden Erlebnissen und den gastfreundlichen Menschen in diesem Land, schwärmen von vier Wochen Abenteuer auf der rund 9000 ­Kilometer langen Strecke. ­Libyen wird für uns ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

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