Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Im Mercedes G-Modell entlang der afrikanischen Westküste

Afrika mon amour

10 Bilder

Die kleine Fähre, die uns und unsere Fahrzeuge über den Kongo bringen soll, wirkt nicht sehr ­vertrauenerweckend. ­Während wir dem anderen Ufer Meter für Meter näher kommen, erinnern wir uns, dass die Reise auf den gut ausgebauten Asphaltstraßen von Windhoek ganz anders ­begann.

21.06.2008 Powered by

Dank der komfortablen Wege brauchten wir nur zwei ­Tage von der namibischen Hauptstadt bis zur Grenze Angolas. Wer sich dort auf eine ähnlich feudale Weiterfahrt bis Malabo eingestellt hatte, erlebte nun ­direkt nach der Grenze sein blaues Wunder. Mit einer Straße hatte der zerklüftete Weg, der uns hier erwartete, gar nichts zu tun. In Schrittgeschwindigkeit holperten wir zwei Wochen lang auf den im Bürgerkrieg vollkommen zerstörten Asphaltbrocken voran. Höchste Vorsicht half da wenig – um einige Reifenschäden und etlichen Stunden Flickerei kamen wir nicht herum. ­Etwas abseits der Wegstrecke weitere Zeugnisse des Bruderzwistes: zerstörte Häuser und verrottender Kriegsschrott. ­Doch für uns verlief die ­gesamte Reise durch die Demokratische Republik Kongo problemlos. Abgesehen von der einen oder anderen Kontrolle, bei denen es natürlich zum guten Ton gehörte, ein bisschen Schmiergeld abzudrücken, waren wir von der Freundlichkeit der Menschen beeindruckt.

Rums! Kein Zweifel, die Fähre hat angelegt – und reißt uns aus unseren Gedanken. Also auf zum nächsten Ziel: Brazzaville. Normalerweise herrscht in afrikani­schen Großstädten ein chaotisches ­Verkehrsgewusel. Hier hingegen fahren die Leute so diszipliniert, als hätten sie ihren Führerschein in Flensburg gemacht. Auch die Häuser und Straßen wirken gepflegt.
400 Kilometer weiter nördlich lösen wieder schlammige ­Wege mit furchterregenden Brückenkonstruktionen den übersichtlichen, glatten ­Asphalt ab. Es geht durch schier endloses, ­wildestes ­Dickicht – bis sich der Weg schließlich im ­Urwald ­verliert. Wir kommen keinen ­Meter mehr voran. ­

Also umkehren! Doch damit ­beginnt erst recht eine kräftezehrende Fahrt durch den unerschlossenen ­Odzala-Nationalpark. Sieben lange Tage kämpfen wir uns durch Regenwald und tiefen Schlamm. Äußerst enge Pisten und die kräftig wuchernde Vegetation, die sich anschickt, einst angelegte Wege zurückzuerobern, lassen die Strecke wie einen ­Tunnel erscheinen. Endlich, kurz vor den ersten Dörfern Gabuns, entkommen wir der Hölle des Dschungels.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige