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Im Mitsubishi L300 durch Afrikas Nordwesten

Abenteuer Afrika

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Siebzehn Jahre hat er auf dem Buckel, legte schon 180 000 Kilometer auf den abenteuerlichsten Pisten dieser Welt zurück und soll nun wieder auf ganz große Tour gehen. Am Anfang der Reise sind wir etwas skeptisch, ob der Mitsubishi L300 4x4 für die bevorstehenden Strapazen wirklich der richtige Begleiter ist.

24.08.2008 Powered by

Ausgangspunkt unserer Reise ist Gambia. Von hier aus geht es nach Senegal – zunächst über-wiegend auf Teerstraßen durch den Nationalpark Niokolo-Koba nach Kédougou. Dann holpern wir über passable Sandpisten auf das 1538 Meter hohe Massif du Tamgué. An dessen steilem Anstieg sind schon größere 4Wheeler gescheitert, wie an den herumliegenden Wrack­teilen unschwer zu erkennen ist. Der tapfere Mitsubishi meistert die Felstreppen erstaunlich unaufgeregt. Oben angekommen, überfällt uns ein blutrünstiger Tsetse-Fliegenschwarm. No Chance – wir müssen mit geschlossenen Fenstern weiterfahren. Kein Vergnügen bei 38 Grad Celsius.
In Fongolembi überqueren wir problemlos die Grenze nach Guinea. Keine Zollkaution, keine Geheimpolizei – nichts von all dem, wovor Reiseführer warnen. Nur die bereits in Gambia ausgestellte Fahrgenehmigung für Guinea sollte man dabeihaben, denn trotz anders lautender Botschaftsauskunft gibt es diese nicht an der Grenze!

Die Regenzeit hat die Laterit-Piste extrem aufgeweicht, schwere Lastwagen hinterließen tiefe Spuren. Häufig balancieren wir bei gefährlicher Schräglage auf Mittelgrat und Randstreifen an den gröbsten Löchern vorbei. Im Gebirge Fouta-Djalon gibt es dichten Baumbestand und viele Flüsschen. Nicht selten fehlen aber an den Brücken die Auffahrrampen. An einer besonders ruinierten Überführung staunen wir nicht schlecht, als der Fahrer eines mit 16 Personen beladenen ­Peugeot 504 Familiale zu einer wag­hal­sigen Aktion ansetzt. Schon der Zustand seines Wagens gibt uns zu denken: nur noch Lackreste auf dem hundertfach ausgebeulten Blech, keine Innenverkleidung, ungepolsterte Sitze mit Decken auf dem Rohrgestell, profillose Reifen mit zum Teil genähter Karkasse, ­Bremsbeläge, die lose an Drähten baumeln. In die Fragmente der Auffahrrampe legt der Fahrer ein paar Palmenwedel und schießt danach sein ächzendes und krachendes Auto darüber hinweg. Wir sammeln und legen ­lieber Steine und bugsieren unseren L300 dann vorsichtig über die Brücke. Nur drei Kilometer weiter haben wir den ­Peugeot wieder eingeholt: 15 Leute warten am Pistenrand und sehen dem Fahrer bei der Repara­- tur seines Fahrzeugs zu …
In Maliville lockt ein Markt zum Einkaufen, doch kein Händler mag hier Euros nehmen. Also fragen wir bei der Polizei, wo man Geld wechseln kann. Ein Uniformierter eskortiert uns ­daraufhin zum Schwarztausch – und passt auch noch auf, dass der Wechselkurs stimmt. Eine ver­waiste Felsplattform mit Blick auf tosende Wasserfälle bietet sich dann als romantischer Übernachtungsplatz an.

Grandiose Ausblicke gibt es auf der Weiterfahrt nach Süden erst einmal nicht mehr, denn das Nigerbecken wird von dichter Buschsavanne dominiert. Eine Rumpelpiste führt direkt bis in Malis riesigen Moloch Bamako. In der Hauptstadt sollen rund 1,7 Millionen Menschen leben, doch so ganz genau weiß die Zahl wohl niemand. Bei 45 Grad Celsius können wir uns mit dem irren Verkehrschaos nur schwer anfreunden. Fahrer, die wie hypnotisiert auf den Gegenverkehr zurasen, dabei unentwegt hupen und erst im letzten Moment in kaum vorhandene Lücken oder mit Karacho auf den Gehsteig ausweichen, sind eher die Regel als die Ausnahme.
Am nächsten Morgen verlassen wir diesen Hexenkessel. 150 Kilometer Trampelpfad gilt es nun in Richtung Kayes zu be-wältigen. Am Ziel wartet ein schattiger Garten mit herrlich kaltem Bier. Dort stoßen wir auf unseren L300 an, der sich mal wieder wacker geschlagen hat.

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