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Impression Opel Monza Concept

Auf Tuchfühlung mit der Opel-Zukunft

Opel Monza Foto: Ingolf Pompe 33 Bilder

Obwohl er niemals so in Serie gehen wird, wie er auf der IAA 2013 stand, hat der Monza Concept mit seinen Flügeltüren eine wegweisende Bedeutung für Opel: Er soll die Marke und die Fantasie beflügeln, und Zeichen für eine glänzende Zukunft setzen. Steigen Sie ein und fahren Sie mit.

29.10.2013 Bernd Stegemann

Das mit dem Schwindeligfahren hatte sich der schönste, mutigste und mitreißendste Opel seit Menschengedenken irgendwie anders vorgestellt. Erst muss er sich tagelang auf dem IAA-Stand nur um die eigene Hochachse drehen, dazu per Tablet-Computer-Fernsteuerung mit den Flügeln schlagen, weil die Zuschauer immer wieder diese Klappnummer sehen wollen. Und dann darf der Opel Monza Concept nicht mal die wenigen Kilometer vom Frankfurter Messegelände bis ins Rüsselsheimer Werk unter die 21-Zoll-Räder nehmen, sondern wird in einen Transporter verfrachtet.

Nach dem großen Auftritt in Halle 8 steht der Opel Monza Concept jetzt hier im leeren, weißgetünchten Funktionsbau K48, duckt sich etwas scheu am Rand und ahnt schon wegen der fehlenden Kennzeichen, dass es heute wieder nichts mit Auslauf wird. Selbst seine Schöpfer, die Opel-Designer Friedhelm Engler und Boris Jacob, durften den Opel Monza Concept noch nie fahren, obwohl er das wie alle Opel-Studien aus eigener Kraft kann: Der Elektroantrieb des Opel Monza stammt im Prinzip vom Opel Ampera, und ein neuer Einliter-Dreizylinder für Erdgas-Betrieb sorgt für volle Batterien und mehr Reichweite.

Opel Monza Concept
Opel IAA Expertentalk: Die Fragen zum Monza 9:51 Min.

Opel Monza ist Vision für die Opel-Zukunft

Alles andere ist eher Zukunftsmusik an diesem Konzeptauto, das in der größten Krise der Marke vor zwei Jahren beschlossen wurde. Es geht also nicht um ein konkretes Opel-Modell, sondern um eine Vision für Opel in zehn Jahren. Um die Verbindung von "deutscher Präzision und innovativer Technologie, von höchster Effizienz und maximaler Vernetzung", wie es Firmenchef Karl-Thomas Neumann formuliert. Vor allem aber um die Begeisterung für die Marke nach innen und außen, und der kann man sich kaum entziehen.

Die Front des Opel Monza mit den schmalen LED-Scheinwerfern und dem markanten Falz auf der Haube wirkt kraftvoll und entschlossen, das Bumerang-Motiv der äußeren Lufteinlässe findet sich auch an den vorderen Flanken und den Heckleuchten wieder. Ansonsten dominieren am Opel Monza klare, fließende Linien, die weder von unnötigen Ornamenten noch von Außenspiegeln oder einer B-Säule gestört werden. Dass sich die Opel Monza-Designer von einem Windhund inspirieren ließen, erkennt man speziell an den eingezogenen Schwellern vor den hinteren Radläufen.

Opel Monza mit ins Dach gezogenen Flügeltüren

Der Clou sind freilich die breiten, weit ins Dach gezogenen Flügeltüren, die sich nach Druck auf ein Sensorfeld automatisch öffnen und einen überraschend bequemen Zugang selbst in den Fond ermöglichen. Denn obwohl der Opel Monza wie das frühere Serienmodell gleichen Namens (1977 bis 1986) mit 4,69 Meter Länge und 1,31 Meter Höhe ein nicht mal besonders großes Coupé ist, sollte es ein luftiges Interieur mit Platz für vier Erwachsene und 500 Liter Kofferraum bieten. Einstieg und erste Sitzprobe beweisen: Auftrag erfüllt, wann geht’s endlich los auf die Reise?

Nicht so bald, schon weil das Cockpit des Opel Monza – nun ja – ziemlich ungewohnt ist. Es sitzt nicht nur rund 15 Zentimeter tiefer als üblich und verzichtet auf herkömmliche Instrumente und Tasten, sondern lässt sich auch fast komplett als Bildschirm nutzen. Insgesamt 18 LED-Projektoren ergeben erstmals in einem Auto ein Multifunktionsdisplay, das die gängigen Fahrerinformationen ebenso einspielen kann wie sämtliche Infotainment-Dienste oder rein dekorative Elemente.

Opel Monza vernetzt sich mit der Außenwelt

Die Bedienung erfolgt über Lenkrad, Sprachsteuerung und Smartphone.Letzteres sorgt für die Vernetzung mit der Außenwelt, die sich in drei Stufen herstellen lässt. Die erste Funktionstaste "me" konzentriert das Multimedia-Angebot ganz auf den Fahrer, die zweite "us" erlaubt Passagieren den Zugang zu eigenen Dateien und Netzwerken über das Bordsystem, und die dritte "all" ermöglicht die Kommunikation mit der gesamten Internet-Community. So kann man etwa seine Routenplanung ins Netz stellen, wenn Mitfahrer willkommen sind – eine neuartige Form des Carsharings und laut Opel eine wegweisende Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Die Schnittstellen nach draußen werden hingegen weiter gekappt, denn statt Außen- und Innenspiegel zeigen Kameras im Opel Monza den rückwärtigen Verkehr und spielen ihre Bilder am oberen Rand des Cockpits ein. Zudem sind die Seitenscheiben om Opel Monza Concept fest eingebaut, weil in zehn Jahren niemand mehr seine Mautgebühren in bar oder per Karte zahlt, sondern per Chip. Praktischer Nebeneffekt: Der Verzicht auf die Versenkmimik schafft spürbar mehr Ellenbogenfreiheit und großzügige, ungeteilte Fensterflächen.

Und der Opel Monza bewegt sich doch

Richten wir uns also ein im hellen, leichten Innenraum, schließen die Flügeltüren via Tastendruck und bringen statt der feststehenden Vordersitze Lenkrad und Pedale in Position. "Wir wollten den Fondpassagieren gleichbleibend viel Beinfreiheit bieten", heißt es zur Begründung. Natürlich wissen auch die Advanced Designer Engler und Jacob, dass solche Lösungen wenig Chancen in späteren Serienautos haben, doch "der Umgang mit Material und Funktionen ist programmatisch".

Zum Beweis dürfen wir dann sogar den Wählhebel im Opel Monza auf D und den rechten Fuß aufs Fahrpedal schieben. Unter den bangen Augen der Opel-Leute setzt sich das handgefertigte Einzelstück in der weitläufigen Werkshalle lautlos in Bewegung, beschleunigt auf der Geraden bis auf 30 km/h und fährt sich in den Kehren nun endlich mal aus eigener Kraft schwindelig. Bleibt nur zu hoffen, dass der Opel Monza irgendwann doch noch die Kurve kriegt. Es muss ja nicht gleich die Parabolica oder die Curva Grande sein.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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