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In Memoriam Rainer Mertel

Ehemaliger DSK Vizepräsident verstorben

Der frühere Hauptgeschäftsführer des Nürburgrings Rainer Mertel ist im Alter von 64 Jahren verstorben. Er war ein Freund des Motorsports und engagierte sich im DSK in den neunziger Jahren als Vizepräsident.

12.01.2010 Powered by

In seiner Zeit wurde die enge Bindung des DSK an den Ring weiter vertieft. Ich habe ihn als vorausschauenden und klugen Planer im Motorsport erlebt, der mit seinem Diktiergerät in der Hand die Dinge rasch und entschlossen vorantrieb.

Als Vorsitzender der internationalen Rennstreckenvereinigung „Circuit Permanent International“ kümmerte er sich schon frühzeitig um eine umweltgerechte Durchführung von Motorsportveranstaltungen und veranlasste Anfang der neunziger Jahre ein Konzept zum professionellen Umweltmanagement von Rennstrecken. Wir besuchten zusammen Monza, diskutierten mit Brands Hatch und halfen Zolder und Zandvoort beim Bewältigen der Probleme mit Natur- und Nachbarschaftsschutz.
 
Rainer Mertel war Jurist und von 1984 bis 1994 der verantwortliche Manager des Nürburgrings. Er rief dort den Truck-GP und das Rock am Ring-Festival ins Leben und bot Bernie Ecclestone die Stirn. Er wollte sich auch im Interesse anderer Veranstalter nicht dessen Diktat beugen. Der bestrafte ihn mit dem Entzug der Formel 1. Doch Rainer Mertel blieb sich treu. Er war ein Macher, konsequent und gradlinig, aber mit Augenmaß, der schnell begriffen hatte, dass eine Rennstrecke als modernes Unternehmen zu führen ist und dazu eben auch der Ausgleich mit den Umweltbelangen gehört. Er setzte sich für seine jeweilige Aufgabe hundertprozentig ein und brachte die Neugestaltung des Rings in die Wege.
 
Ich habe Rainer als treuen und verlässlichen Partner und Freund kennen und schätzen gelernt. Dass ausgerechnet er - menschlich integer und ausgesprochen charakterstark -, kurz vor seinem Ruhestand nach der Anhörung durch den Untersuchungsausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags zur Nürburgring-Entwicklung über einen Zeitraum, den er nicht mehr zu verantworten hatte, einen Schwächeanfall erlitt, von dem er sich nicht mehr erholte, gehört für mich zu den unbegreiflichen Erfahrungen.
 
Rainer Mertel übernahm nach seiner Zeit am Ring die Verantwortung für den Kurbetrieb in Bad Neuenahr, blieb aber dem DSK eng verbunden, nicht zuletzt durch sein Mitwirken im Ehrenrat des DSK bis heute. Wir haben die Nachricht von seinem Tod mit Bestürzung und tiefer Trauer empfangen und werden ihm ein ehrenvolles Andenken bewahren.


Von Dr.Karl-Friedrich Ziegahn, DSK-Präsident

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