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IndyCar Konzept-Studien für 2012

Flügellose Formel-Raketen garantieren Action

Indycar-Concepte Foto: Swift 48 Bilder

Die US-amerikanische IndyCar-Serie will den Fans in Zukunft wieder mehr Action auf der Strecke bieten. Ab dem Jahr 2012 soll deshalb ein neues Einheitschassis eingesetzt werden. Wir zeigen Ihnen die spektakulärsten Konzepte der IndyCar-Designer von Dallara, Swift und Deltawing und Lola.

19.02.2010 Tobias Grüner Powered by

Der amerikanische Formelsport war in den vergangenen Jahren nicht gerade auf Rosen gebettet. Nach der Aufspaltung im Jahr 1996 vegetierten die beiden konkurrierenden Serien IndyCar (IRL) und Champcar (CART) nebeneinander vor sich hin. Von Finanzproblemen gebeutelt, wandten schließlich auch die Fans dem Open-Wheel-Sport den Rücken zu. Mit der Fusion im vergangenen Jahr soll nun ein neues erfolgreiches Kapitel aufgeschlagen werden.

Die neue IndyCar-Ära soll sich auch in einem neuen Autodesign widerspiegeln. Nach den Plänen der IRL soll 2012 ein neues Einheitschassis zum Einsatz kommen, um die Show zu verbessern. Dazu machten die Organisatoren in Ihrer Ausschreibung einige Vorgaben an die Konstrukteure: Das neue Auto muss kostengünstiger, sicherer und effizienter sein, als das aktuelle Modell. Außerdem sollte es größere Werbeflächen bieten und das Überholen erleichtern. Mit teilweise spektakulären Entwürfen sprachen die Designer Anfang Februar bei der IndyCar-Führung vor.

Dallara mit drei IndyCar-Studien

Den Anfang machte Dallara. Die traditionsreiche Rennschmiede aus Parma stellte gleich drei Entwürfe für das neue Auto vor. "Unsere Gespräche mit den Verantwortlichen der Serie haben zu einem deutlich leichteren und effizienteren Auto mit weniger Luftwiderstand und mehr Abtrieb geführt. Das Design benötigt weniger Motorleistung und weniger Benzin als der Vorgänger, um die gewünschte Performance zu erreichen", beschreiben die Italiener ihr Modell.

Die Kosten sollen sich zudem auf 55 Prozent des aktuellen Autos verringern. Auch das Budget für Ersatzteile soll reduziert werden. "Wir können das alles erreichen", ist sich Firmengründer Gian Paolo Dallara sicher. "Dallara ist als Firma seit zwölf Jahren ein vertrauenswürdiger, stabiler und loyaler Partner der Indy Racing League." Um die Verbindung mit der US-Serie zu demonstrieren, planen die Italiener den neuen Renner in einer Fabrik nahe des Indianapolis Speedway zu bauen.

Swift IndyCar: Lichtanzeigen und Mushroom Buster

Noch etwas spektakulärer als der Dallara-Entwurf ist der Vorschlag von Swift Engineering aus Kalifornien. Der Spezialist für leichte Verbundstoffe baut bereits die Chassis für die Formel Nippon und will nun auch den Auftrag für die IndyCars an Land ziehen. "Wenn man bedenkt, dass Swift die führende US-Firma für Renndesign und Entwicklung ist, dann würden wir natürlich auch gerne mit der wichtigsten Open-Wheel-Serie des Landes, den IndyCars, zusammenarbeiten", erklärte Jan Wesley Refsdal, des Präsident von Swift.

Auch Swift beschränkt sich bei seinen Entwürfen nicht nur auf ein einziges Modell. Die verschiedenen Concept-Cars beinhalten teilweise spektakuläre Elemente. So können sich die Swift-Designer vorstellen, dass die Autos der Zukunft mit Lichtbändern an der Fahrzeugflanke nach außen sichtbar anzeigen, ob der Pilot gerade Vollgas gibt oder bremst, wie viel Sprit noch im Tank ist und auf welchem Platz das Auto im Rennen liegt. Mit einem Zusatzflügel am Heck namens "Mushroom Buster" wollen die Aerodynamiker zudem den Luftstrom hinter dem Auto beruhigen, um das Hinterherfahren und das Überholen zu erleichtern.

Deltawing stellt Rakete auf Rädern vor

Die verrückten Ideen von Swift sind allerdings nichts gegen das IndyCar-Konzept von Delta Wing. Auf der Chicago Auto Show präsentierte die Designschmiede aus Indianapolis ein Auto, dass das Gesicht der Rennserie nachhaltig verändern soll. Der komplett verkleidete Renner erinnert auf den ersten Blick eher an ein Raketenauto, wie sie auf den Salzseen von Utah für Geschwindigkeitsrekorde benutzt werden. Die schmale Front läuft zur Nase spitz zu auf, hinter dem Motor findet sich kein Heckflügel sondern ein vertikales Leitwerk wie bei einem Flugzeug.

"Der heutige Tag markiert einen fundamentalen Wechsel darin, wie Rennautos in Zukunft von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden", erklärte Delta Wing-Chef Dan Partel bei der Vorstellung des spektakulären Konzepts. "Dieser radikale Prototyp hebt den Monoposto-Sport auf eine komplett neue Ebene, sowohl vom Entwicklungsstandpunkt als auch vom Erlebnis für die Zuschauer." Nach Simulationen von Delta Wing soll der neue Renner auf den großen Ovalen mit einem 300 PS Zweiliter-Vierzylinder Motor im Heck auf bis zu 380 km/h beschleunigen.

Fotos vom neuen Lola-Konzept

Auch Lola hat bereits seine Vorschläge bei der IndyRacing League eingereicht. Die Bilder wurden etwas später als die von der Konkurrenz am Dienstag (16.2.) veröffentlicht. Das Projekt sieht ein recht konservativ gestaltetes Chassis vor, das allerdings in zwei Varianten mit verschiedenen Motoren genutzt werden kann. "Wir sind sehr nahe an dem geblieben, was die IRL, die Fans und die Teams wirklich brauchen", umschrieb Lola-Boss Robin Brundle die Herangehensweise. "Für Lola ist es wichtig, dass sich die Fans am Anblick der Rennwagen erfreuen können und dass sowohl auf der Strecke als auch im TV eine großartige Show geboten wird."

Der Fokus dieser Entwicklung, mit dem auch ein Start in der Indy Light Series möglich sein soll, lag auf den Punkten Aerodynamik und Sicherheit. Mittels einer neuen Lösung für den Unterboden soll dem nachfolgenden Auto nicht mehr so viel Windschatten zur Verfügung stehen und damit die Duelle noch packender werden.

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