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Infineon-Skandal

Manager hat Schmiergeld bekommen

Foto: dpa

Im Schmiergeld-Skandal bei Infineon hat sich der Korruptionsverdacht gegen den inzwischen zurückgetretenen Vorstand Andreas von Zitzewitz nach einer Durchsuchungsaktion erhärtet.

18.07.2005

"Nach vorsichtiger Bewertung der bisherigen Ermittlungsergebnisse hat sich der Verdacht der Zahlungen bestätigt", erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Montag (18.7.) in München. Zitzewitz soll im Zusammenhang mit Motorsport-Sponsoring nach Angaben der Behörde Schmiergeldzahlungen von 259.000 Euro erhalten haben. Infineon prüft mögliche Schadenersatzansprüche gegen Zitzewitz.

Ermittlungen gegen weitere Verdächtige

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zitzewitz und zwei weitere Verdächtigte wegen des Verdachts der Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung. Zitzewitz solle das Schmiergeld von der Schweizer Firma BF Consulting zwischen 2002 und 2004 für den Abschluss eines Agenturrahmenvertrags im Bereich des Motorsport-Sponsorings erhalten haben, erklärte Schmidt-Sommerfeld. Der frühere Chef der Infineon-Speichersparte, Harald Eggers, solle 50.000 Euro bekommen haben.

Am Freitag durchsuchten rund 100 Staatsanwälte, Polizeibeamte und Steuerfahnder die Infineon-Zentrale und 14 Büros und Privathäuser. Kurz darauf trat Zitzewitz zurück. Infineon-Chef Wolfgang Ziebart begrüßte am Montag diesen Schritt: "Eine laufende Untersuchung mit diesen Vorwürfen ist eine große Belastung, ein Rücktritt insofern konsequent." Dies habe auch Signalwirkung nach innen. "Ich sehe hierin auch ein klares Signal in das Unternehmen hinein, dass wir hohe Maßstäbe anlegen und ein jederzeit einwandfreies Verhalten fordern."

Schmiergeldvorwürfe länger bekannt

Infineon klärt nun mögliche Schadenersatzansprüche. "Wir prüfen, ob Infineon geschädigt wurde und werden dann entsprechende Maßnahmen einleiten", sagte ein Unternehmenssprecher. Ein Nachfolger für Zitzewitz ist bisher nicht gefunden. Infineon-Chef Ziebart übernimmt die Verantwortung für den Speicherchip-Bereich, die bisher Zitzewitz hatte, vorerst kommissarisch.

Dem Unternehmen waren die Vorwürfe gegen Zitzewitz schon seit längerem bekannt. Es habe bereits im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem Abgang von Ex-Chef Ulrich Schumacher Hinweise gegeben, räumte der Infineon-Sprecher ein. Diese habe der Konzern umgehend geprüft, aber keine Belege für ein Fehlverhalten Zitzewitzs gefunden.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen im November vergangenen Jahres nach Presseveröffentlichungen aufgenommen. Neue Nahrung erhielten die Spekulationen Anfang des Jahres, als der Chef von BF Consulting, Udo Schneider, vor dem Münchner Landgericht während der Verhandlung eines Rechtsstreits zwischen BF Consulting und Infineon die Zahlungen an Zitzewitz erwähnte. Auch gegen Schneider wird ermittelt.

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