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Infineon-Skandal

Manager zahlte Geld zurück

Foto: dpa

In der Schmiergeldaffäre bei Infineon hat der frühere Infineon-Manager Harald Eggers eine umstrittene Zahlung an den Konzern zurückerstattet. "Herr Eggers hat das Geld überwiesen, das der Konzern von ihm verlangt hat", sagte ein Infineon-Sprecher am Samstag (23.7.) in München.

25.07.2005

Die Höhe der Summe wollte er nicht nennen. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" handelt es sich um 50.000 Dollar.

Das Geld soll Eggers von der Schweizer Sponsoring-Agentur BF Consulting erhalten haben. Diese war von Infineon im Motorsponsoring beauftragt worden. Ein Teil der Auftragsgelder floss nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft an Eggers und den mittlerweile zurückgetretenen Vorstand Andreas von Zitzewitz zurück. Laut Staatsanwaltschaft soll Eggers 50.000 Euro Schmiergeld bekommen haben. Bei von Zitzewitz sollen es sogar 259.000 Euro gewesen sein.

Der Infineon-Sprecher wollte keine Details der Rückzahlung Eggers nennen. Infineon hatte angekündigt, Schadenersatzansprüche gegenüber Eggers und von Zitzewitz zu prüfen. Eggers war früher Chef der Speicherchip-Sparte bei Infineon und ist derzeit Vorstandschef der Schweizer Firma Unaxis.

Die BF Consulting will Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley laut "Focus" durch Abmahnung und Strafandrohung in Höhe von 25.000 Euro zwingen, nicht mehr zu behaupten, bei BF Consulting sei im Rahmen der Schmiergeldzahlungen an von Zitzewitz eine Revision vorgenommen worden. "Über Herrn von Zitzewitz wollte nie jemand etwas wissen", sagte BF-Chef Udo Schneider dem "Focus". Kley dürfe zudem nicht mehr behaupten, BF Consulting und Schneider wären immer wieder aufgefordert worden, für die Anschuldigungen gegen von Zitzewitz Beweise vorzulegen, hätten dies aber nie getan.

Schneider erklärte "Focus", er wolle eine noch ausstehende Forderung gegen Infineon in Höhe von 1,6 Millionen Euro nun per Schiedsgerichtsverfahren einfordern. "Wir hatten zwar Stillschweigen vereinbart, aber Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley hat sich auch nicht daran gehalten".

Als Konsequenz aus der Korruptionsaffäre will Infineon seine internen Kontrollsysteme auf den Prüfstand stellen lassen. Aufsichtsratschef Kley war seit mehr als einem Jahr über die Schmiergeldvorwürfe gegen Zitzewitz informiert. Da bei internen Untersuchungen keine Belege gefunden wurden, unternahm er aber nichts.

Das amerikanische Architekturbüro Tec-PMC bereitet unterdessen Medienberichten zufolge eine Klage gegen Infineon und den Aufsichtsrat des Konzerns vor einem US-Gericht vor. Die Architekten werfen dem Konzern Rufschädigung im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Infineon-Zentrale in München vor. Nach der Abberufung von Infineon-Chef Ulrich Schumacher im März 2004 war der Vertrag mit Tec- PMC gekündigt worden.

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