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Infiniti Emerg-E Design

Scharfe Mittelmotor-Studie mit Range Extender

Infiniti Emerg-E, Seitenansicht, Jörn Thomas Foto: Arturo Rivas 15 Bilder

So, mit dem Infiniti Emerg-E hat jetzt auch Infiniti ein Modell mit Range Extender - und zwar in Form einer scharfen, 408 PS starken Mittelmotor-Studie.

04.04.2012 Jörn Thomas

Es ist ein Blind Date. Buchstäblich. Vor dem Besuch im Fotostudio wissen wir nur irgendetwas von einer Infiniti-Studie, mehr nicht. Als dann das Licht auf den sprungbereit-lasziven Supersportler mit seinen zahlreichen Luftein- und auslässen fällt, beginnen wir unwillkürlich zu taxieren. Ach, so einen 600 PS starken, atemluftgierigen Verbrennungsmotor könnte dieser Infiniti Emerg-E schon vertragen.

Pustekuchen - der Mittelmotor-Sportler Infiniti Emerg-E huldigt ganz klar der Elektromobilität, "the new vroom", wie sie bei Infiniti sagen. Beim Start kompensieren sie deshalb das fehlende Akustik-Drama durch ein optisches Schauspiel. Statt mindestens sechs Kolben aus ihrer Ruheposition zu reißen und den Motor per Ansaug- und Auspuffsymphonie sein Revier akustisch abstecken zu lassen, ziehen sich blau erleuchtete Linien durch den Innenraum. Sie sollen den Fluss der Elektronen symbolisieren und auf den Kraftraum im Heck des Aluminium-Chassis hinweisen.

Zwei E-Motoren sorgen im Infiniti Emerg-E für 300 kW

Dort warten zwei Elektromotoren von Evo-Electric mit zusammen 300 kW (408 PS), die ihre Kraft über ein einstufiges Xtrac-Getriebe an die Hinterräder übertragen. Vier Wechselrichter steuern die Motoren und deren Rekuperation beim Bremsen, der so gewonnene Strom fließt in den direkt hinter den Sitzen platzierten Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 14,8 kWh brutto. Er kann sowohl an konventionellen Steckdosen wie mittels Starkstrom geladen werden. Herrscht Ebbe in den Zellen, gibt ein von Lotus entwickelter, kompakter und leichter 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner Lade-Hilfestellung. Er arbeitet in einem Bereich zwischen 1.500 und 4.000/min und leistet maximal 48 PS bei 3.500/min. Knapp 50 Kilometer könnte der 1,6 Tonnen schwere Infiniti Emerg-E bei Stadttempo rein elektrisch fahren, inklusive Range Extender sollen es rund 480 Kilometer sein.

Und jeder einzelne verspricht Genuss. Allein schon wegen der coolen flachen Karosse aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, deren Form irgendwo zwischen Cayman und McLaren MP4-12 C dahinfließt. Shiro Nakamura betont, dass der Infiniti Emerg-E vom klassischen, durch Frontmotor und Hinterradantrieb beeinflussten Infiniti-Styling abweicht. Es startet fast harmlos mit einem plastischen Familiengrill, würzt mit stierenden Scheinwerferaugen, um sich dann auf 4,46 Meter Länge bei nur 1,22 Meter Höhe zu einem Mittelmotor-Brenner zu steigern, der Hinterherfahrenden noch einen bösen Blick zuwirft.

Etwa dann, wenn der Infiniti Emerg-E in gut vier Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und mit bis zu 200 km/h sowie einem cW-Wert von 0,34 dahinsaust. Seine Sickenformen erinnern an die bisherigen Infiniti-Studien Essence (2009) und Etherea (2011), mit denen der Emerg-E laut Designchef Nakamura eine Trilogie bildet. Besonders scharf: das einteilige, transparente Acryldach mit Lufteinlass und integrierten Solarzellen.

Ich Chef, Du nix – Fahrerfixierung im Cockpit

Spätestens der Innenraum des Infiniti Emerg-E überzeugt die letzten Zweifler. Ich Chef, Du nix - diesen Eindruck vermittelt die klare Fahrerfixierung im Cockpit, die den Beifahrer räumlich und farblich klar separiert. Hier durften die Designer des Nissan-Design- Europe-Teams im Londoner Stadteil Paddington Träume ausleben - in Form hochglänzender Karbonflächen, Leder, Chrom sowie einer "schwebenden" Mittelkonsole mit berührungssensitiven Oberflächen.

Der Pilot sitzt rechts und genießt eine Umgebung im Jetfighter-Stil, wobei der stilisierte Nürburgring auf dem Display einen eher erdgebundenen Einsatz verspricht. Wer sich die solide Verarbeitung der vom europäischen Nissan-Technikzentrum NCTE im englischen Cranfield vorbereiteten Studie ansieht, könnte sich den problemlos vorstellen. So spenden die Schalensitze aus Glattleder, Alcantara und Karbon massig Seitenhalt und sind damit auf kräftige Querbeschleunigung vorbereitet, für die unter anderem die 19 und 20 Zoll große Mischbereifung zuständig ist. Mächtige Bremsscheiben und geschmiedete Doppelquerlenker deuten an, dass es der Infiniti Emerg-E im Infight nicht mit rekuperativer Verzögerung bewenden lassen möchte.

Der Rennfahrer-Spruch "Wer später bremst, ist länger schnell" gilt schließlich auch für einen Elektro-Sportsmann wie den Infiniti Emerg-E - selbst wenn "langsam rein und schnell raus" manchmal mehr bringt. Egal wie: Wir sind auf jeden Fall gespannt, ob und in welcher Form die Studie Emerg-E irgendwann den Weg in die Realität schafft.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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