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Infiniti Q30 auf der IAA 2015

Japanische A-Klasse-Bruder ab 24.200 Euro

IAA 2015, Infiniti Q30 Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink 28 Bilder

Infiniti hat auf der IAA 2015 den neuen Q30 präsentiert. Das Kompaktmodell soll noch 2015 in Europa in den Markt starten. Der Grundpreis liegt bei 24.200 Euro.

17.09.2015 Holger Wittich, Dirk Gulde

Optisch orientiert sich der Q30, der als Studie bereits 2013 auf der IAA zu sehen war, am größeren Bruder. Schmale und grimmig dreinblickende Scheinwerfer, der typische Infiniti-Grill und ein konturierte Motorhaube verleihen der Q30-Front Ausdruck. Ein Steilheck mit schmalen Heckleuchten bildet den Abschluss. der Q30 ist 4,42 Meter lang, 2,08 Meter breit (mit Spiegeln) und 1,48 bis 1,50 Meter (je nach Version) hoch. Der Radstand liegt bei 2,70 Meter.

IAA 2015, Infiniti Q30Foto: Stefan Baldauf / Guido ten Brink
IAA 2015, Infiniti Q30
Infiniti präsentiert den Q30 auf der IAA 2015 1:09 Min.

Im Innenraum zeigt der Infiniti Q30 eine Dreispeichenlenkrad mit Funktionstasten. Der Pralltopf fällt klein aus, der Fahrer schaut auf klassische Rundinstrumente mit Tachometer links und Drehzahmesser rechts. Dazwischen ist ein Infodisplay untergebracht. Das Cockpitdach erstreckt sich weit bis zur Mitte des Armaturenträger und beschirmt den Navigationsbildschirm. Eine breite Mittelkonsole beherbergt unterhalb von zwei asymmetrischen Luftströmern die schmale Audio- und Klimaanlagensteuerung. Im weiteren Verlauf platziert Infiniti im Q30 einen kleinen Gangwahlhebel sowie einen Dreh-Drücksteller für das Infortainmentsystem. Fahrer und Beifahrer nehmen auf konturierten Sitzen mit Kontrastnähten Platz. Der Laderaum des Q30 soll in der Basiskonfiguration 368 Liter fassen.

Infiniti Q30 auf Basis der A-Klasse

Bereits 2011 hatte die Nissan-Nobelmarke Infiniti mit den Etherea die Studie eines Kompaktmodell vorgestellt. Der Q30 ist das erste Fahrzeug, was unter dem neuen Design-Direktor Alfonso Albaisa entsteht. Es wird ab 2015 im britischen Werk Sunderland vom Band rollen. Als Basis wird dem Infiniti Q30 die Plattform der neuen Mercedes A-Klasse dienen.

Die Motorenpalette des Infiniti Q30 umfasst neben zwei 1,6 Liter-Turbo-Benzinern mit wahlweise 122 PS und 200 Nm oder 156 PS und 250 Nm auch zwei Diesel-Motoren mit 1,5 Liter und 2,2 Liter Hubraum mit Motorleistungen von jeweils 109 PS und 260 Nm beziehungsweise 170 PS und 350 Nm zur Wahl. Zusätzlich zu diesen Motorvarianten ist für die Ausstattungsversionen ‘Premium’ und ‘Sport’ ein Vierzylinder-Turbo-Benzinmotor mit 2,0 Liter Hubraum und einer Leistung von 211 PS und 350 Nm verfügbar. Diese Motorvariante wird grundsätzlich nur in Verbindung mit Allradantrieb und Doppel-Kupplungs-Getriebe angeboten. Alle Antriebsversionen sind alte Bekannte aus der Mercedes A-Klasse.

Zur Sicherheitsausstattung des Japaners zählen unter anderem ein automatischer Parkassistent, ein Tot-Winkel-Warner, ein Unfallwarnsystem mit Notbrems-Assistent, Fernlichtassistent und ein adaptiver Tempomat. Das Infotainmentsystem arbeitet auf Touchscreenbasis. Angeboten wird er Infiniti Q30 in drei Ausstattungsvarianten - Basis, Premium und Sport. Je nach Version sind LED-Scheinwerfer, Leichtmetallfelgen, Sportlenkrad, eine Tieferlegung und Alupedale mit an Bord.

In den Handel soll der neue Infiniti Q30 noch 2015 kommen. Die Preise starten bei 24.200 Euro für den 122-PS-Benziner, der Dieseleinstieg liegt bei 26.250 Euro für den 109-PS-Selbstzünder.

Zum Marktstart legt Infiniti zudem das Sondermodell Q30 City Black Edition auf, das zu Preisen ab 31.670 Euro ab Mitte September zu haben ist.

Sitzprobe Infiniti Q30

Hier ist einer. Da auch. Und noch einer. Wer unter der Motorhaube des Q30 nach Mercedes-Sternen forscht, bekommt schnell viele Erfolgserlebnisse. Meist nur ein paar Millimeter groß, prangen die charakteristischen Logos auf Gussteilen, Steckern oder Kühlerschläuchen. Kein Wunder, schließlich stammen Plattform sowie zwei der vier Motoren vom schwäbischen Kooperationspartner. Das erste Kompaktmodell von Infiniti ist technisch eng mit A-Klasse und dessen Gelände-Ableger GLA verwandt und soll den überschaubaren Absatz von Nissans Edelmarke in Deutschland ankurbeln. Hierzulande entschieden sich im letzten Jahr nur gut 1.000 Käufer für Infiniti, die mit ihrem Limousinen- und SUV-lastigen Portfolio eher amerikanische und asiatische Käufer ansprechen. Der Q30 soll dies jedoch ändern und wird konsequenterweise gleich im europäischen Nissan-Werk im englischen Sunderland gebaut.

Eigenständige Karosserie

Trotz vergleichbarer Abmessungen wirkt der Q30 von außen nicht wie ein GLA-Klon. Der auffällige Knick in der C-Säule sorgt ebenso für Eigenständigkeit wie die Infiniti-typische Frontpartie mit ihrer schmalen Kühleröffnung. Das riesige Infiniti-Emblem zeugt nicht nur vom gewachsenen Selbstbewusstsein der Marke, es kaschiert ganz nebenbei den Front-Radar des optionalen Abstandsregeltempomaten. Viele der A-Klasse-Systeme sollen schließlich auch für den Q30 erhältlich sein.

Edler Innenraum und Bedienelemente von Mercedes

An der hohen Materialqualität im Interieur soll sich bis zum Serienstart jedoch nichts mehr ändern: So wirken Lederbezüge mit farblich abgesetzten Ziernähten auf dem Armaturenbrett ebenso hochwertig wie beleuchtete Cup-Holder, ein Dachhimmel in Alcantara-Optik oder das mit einem präzisen "Klack“ einrastende Handschuhfach.

Auch wenn im Innenraum keine Mercedes-Sterne zu finden sind, sticht die Verwandtschaft zum GLA sofort ins Auge: Türverkleidungen, Lenkrad, Klimaregler oder Instrumente scheinen direkt übernommen, nur der obere Teil des Armaturenbrettes wirkt eigenständig. An Stelle eines frei postierten Monitors wie im Benz zog der Multimedia-Monitor unter das verlängerte Dach des Kombi-Instruments, was in erster Linie optische Gründe hat und die Ablesbarkeit nicht verbessern dürfte. Nissans hauseigenes Infotainment-System InTouch wird wie sein Comand-Kollege nicht via Touchscreen, sondern mittels Dreh-Drück-Regler bedient, während der Arm des Fahrers bequem auf der Mittelarmlehne lümmelt. Über ein gekoppeltes Smartphone lässt sich InTouch um Online-Funktionen erweitern, die dann als Apps im Hauptmenü auftauchen und unter anderem einen abgespeckten Facebook-Zugang herstellen oder eine Google-Suche sowie Einblicke in den persönlichen Kalender erlauben. Zwei griffgünstig im vorderen Ablagefach untergebrachte USB-Buchsen ermöglichen den Anschluss weiterer Abspielgeräte wie MP3-Player oder laden während der Fahrt das Handy.

Allenfalls durchschnittliches Raumangebot

Ebenfalls auf GLA-Niveau befinden sich Platzangebot, Kofferraum und Übersichtlichkeit, weshalb auch der Q30 nicht gerade zu den geräumigsten Vertretern seiner Klasse gehört. Vorn reicht der Platz auf den bequemen und umfangreich verstellbaren Sportsitzen zwar aus, hinten wird es für großgewachsene Mitfahrer jedoch eng - vor allem, wenn wie im Testwagen das optionale Glasdach die Kopffreiheit beschränkt. Mitfahrer über 1,80 Meter treten daher ungewollt in Kontakt mit dem Dachhimmel. Schmale Fond-Türen machen den Einstieg zudem nicht ganz so bequem wie bei SUV-Pragmatikern wie dem VW Tiguan.

Der Kofferraum lässt sich durch Umklappen der im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilten Rückbank erweitern, eine Durchlade für Ski ist ebenfalls vorhanden. Das hohe Heck geht jedoch zudem zu Lasten der Übersichtlichkeit nach hinten, weshalb sich die optional erhältliche Rückfahrkamera eine Empfehlung verdient. Ähnliche Kritikpunkte tun jedoch der Popularität des GLA bislang keinen Abbruch, weshalb Infiniti optimistisch ist, mit dem Schwester-Modell den Absatz deutlich anzukurbeln.

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