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Internationaler Edelweiß-Bergpreis Rossfeld

Das ist der Gipfel!

Audi Quattro Pikes Peak, BMW 700 RS, Porsche RS60, Bugatti T37 Foto: Arturo Rivas 19 Bilder

Vom 27. bis 29. September 2013 lebt in Berchtesgaden die große Motorsporttradition wieder auf: Auf der sechs Kilometer langen Strecke am Rossfeld sind historische Bergrennwagen zu erleben. Einer der hochkarätigen Starter ist ein Weltmeister mit rasanter US-Vergangenheit.

25.09.2013 Dirk Johae Powered by

Der heisere Fünfzylinder des Audi Quattro ist zwar für das Rossfeld-Bergrennen kein authentischer Motorsound. Dennoch wird der Auftritt des Flügel-Quattro einer der Höhepunkte für die Besucher des Internationalen Edelweiß-Bergpreis Rossfeld sein. Vom 27. bis 29. September erinnert eine neue Veranstaltung an die große Tradition der Bergrennen in Berchtesgaden, wo einst um Punkte für die Berg-Europameisterschaft gefahren wurde.

Walter Röhrl im Pikes Peak-Siegerauto

Am Steuer des rund 600 PS starken Audi wird Walter Röhrl sitzen, der mit diesem Auto 1987 das Pikes Peak-Bergrennen in den USA gewann. Vor gut einem Jahr musste die Zusammenführung des zweifachen Rallyeweltmeisters und seinem Berg-Rennwagen genau 25 Jahre nach seinem Erfolg abgesagt werden: Buschbrände in Colorado verhinderten die Austragung am ursprünglichen Termin.

So kommen die Zuschauer am Rossfeld jetzt in den Genuss, Röhrl im Pikes Peak-Auto zu erleben. Organisator Joachim Althammer hat ein hochkarätiges Starterfeld ausgewählt, in dem auch viele ehemalige Teilnehmerautos der Bergrennen in Berchtesgaden zu finden sind. Dazu gehört ein Bugatti T37 in unrestauriertem Zustand, der 1927 beim Salzbergrennen eingesetzt wurde. Austragungsort dieses Vorläufers des Rossfeld-Rennens war eine Sandstraße, die von Berchtesgaden zum Obersalzberg führte.

Historische Duelle mit Stuck, Carracciola & Co.

Dort fand 1928 auch das Duell zwischen Hans Stuck im Austro Daimler und Rudolf Caracciola im Mercedes-Benz SSK statt, das Stuck für sich entschied. Sowohl ein Austro Daimler ADR6 (Baujahr 1929), der ursprünglich Hans Stuck gehörte, als auch ein SSK mit Kompressor-Motor werden am letzten September-Wochenende am Rossfeld starten. Am Steuer des Mercedes wird Jochen Mass sitzen. Der ehemalige Formel-1-Pilot und Le Mans-Sieger startete 1969 bereits bei dem Bergrennen, das auf einem Teilstück der Panoramastraße in den bayerischen Alpen ausgetragen wurde - damals in einem Alfa Romeo GTA.

Ein Jahr zuvor war bereits Prinz Leopold von Bayern am Rossfeld aktiv. Der Adelige startete in einem Mini Cooper S 1300 und wurde Vierter in der Klasse. "Ich erinnere mich noch daran, dass wir damals in einem Zelt übernachten mussten, weil wir für eine Pension kein Geld hatten", erzählte von Bayern, der bei seinem Heimrennen in der Berg-Europameisterschaft den Grundstein für seine Rennfahrerkarriere legte.

Poldi startet im BMW 700 RS

Beim Rossfeld Revival startet er in einem BMW 700 RS, ein Bergrennwagen mit einem 78 PS starken Mittelmotor auf Basis des ab 1959 verkauften Kleinwagens von BMW.
Dieses silberne, nur knapp über ein Meter hohe Renn-Wiesel verkörpert ebenfalls ein Stück Rossfeld-Historie: 1961 wurde bei dem Bergrennen erstmals ein solcher 700 RS eingesetzt. Am Steuer saß der "Bergkönig" Hans Stuck. Für den offenen Zweisitzer baute BMW einen Gitterrohrrahmen, der eine leichte Aluminiumkarosserie trug. Der luftgekühlte Zweizylinder-Boxer wurde als Mittelmotor in das nur 550 Kilogramm leichte Auto eingebaut.

Stuck musste beim "Internationalen Alpen-Bergpreis Rossfeld", der erstmals für die Berg-Europameisterschaft gewertet wurde, in der Klasse bis 1,6 Liter Hubraum gegen die Porsche RS und RSK antreten. Nach einem Kupplungsschaden musste der BMW-Werksfahrer jedoch seine Hoffnungen als Favoritenschreck begraben. BMW baute 19 Autos dieser leichten, aber recht teuren Rennmodelle - ein Exemplar aus der Sammlung von BMW Group Classic wird im September von Leopold von Bayern gesteuert.

Stark besetztes Starterfeld

Organisator Joachim Althammer hat mit viel Einsatz ein Starterfeld aktiviert, das die gesamte Historie der Bergrennen in Berchtesgaden aufleben lässt. Dazu gehören die großen Namen, aber auch die vielen, weniger bekannten Privatfahrer und ihre Autos. Die Privatiers sorgten vor allem in den frühen sechziger Jahren für eine große Beteiligung.
Einer von ihnen war Siegfried Günther, der 1961 in seinem offenen Porsche 356 Carrera die stark besetzte Klasse für GT bis 1,6 Liter Hubraum gewinnen konnte: Winzige 0,3 Sekunden war er schneller als sein Markenkollege Fritz Leinenweber aus Pirmasens.

Günthers ehemaligen 356 Carrera GT Speedster hat Althammer ebenso zum Internationalen Edelweiß-Bergpreis Rossfeld gelockt wie einen NSU TT, mit dem Helmut Stocker 1973 antrat. Dazu sind ein NSU Wankel Spider und mehrere Brixner-Rennwagen mit NSU-Motoren genannt.

Mit einem großen Aufgebot ist Porsche vertreten: Wohl keine andere Marke war beim Kampf um die Bestzeit am Rossfeld erfolgreicher. Hans Herrmann fährt den RS60, und Jürgen Barth folgt im 718 W-RS mit dem Beinamen „Großmutter“ den Spuren seines Vaters Edgar. Als Porsche-Werksfahrer feierte Edgar Barth am Rossfeld mehrfach den Gesamtsieg und sammelte wertvolle Punkte für die Berg-Europameisterschaft. Ebenso dabei: ein Porsche 908/3 aus dem Werksmuseum, ein 908/2 sowie ein 906 und zahlreiche GT, darunter ein rarer 356 GTL Abarth Carrera.

Benefizgedanke als Antrieb

Die Show mit den spektakulären Bergrennautos aus sieben Jahrzehnten dient einem guten Zweck: Joachim Althammer ist seit vielen Jahren schon mit seiner Oldtimerrallye "Edelweiß" Classic für geistig behinderte Menschen im Berchtesgadener Land aktiv. Mit der Rallye sammelte er allein in diesem Jahr über 160.000 Euro, die an die Behindertenwerkstatt Piding und die Lebenshilfe Berchtesgadener Land für Projekte übergeben werden. Auch der gesamte Reinerlös des Internationalen Edelweiß-Bergpreises Rossfeld wird für diese Zwecke gespendet.

Althammer rechnet bereits für die Premiere mit vielen Zuschauern. "Ich rate den Besuchern dringend, ihre Eintrittskarten im Vorverkauf zu erwerben", betont der Organisator und schließt an: "Wahrscheinlich wird es an den Tageskassen nur noch Restkarten geben, die zehn Prozent teurer sind."

Neben einer großen Anzahl von Zuschauern, welche die Begeisterung für das Berchtesgadener Bergrennen teilen, hofft Althammer auf möglichst viele Besucher in zeitgenössischer Kleidung. Denn nicht nur auf der Strecke und im Fahrerlager, sondern auch auf den Zuschauerplätzen soll eine historische Atmosphäre entstehen. Dabei lässt der Organisator kein Detail außer Acht: Für den Transport der Gäste zwischen der Mautstelle Süd und dem Ahornkaser sorgen Fahrer in historischen Bussen.

Im Autokino laufen Kultfilme

Außerdem öffnet am Parkplatz Königsee ein Autokino, in dem jeweils am Abend bewegte Bilder vom Salzbergrennen 1928 und vom Rossfeld-Rennen 1963 sowie die Filme "Le Mans" (27. 9.), "Röhrls Katze" (28. 9.) und "Easy Rider" (29. 9.) gezeigt werden. So erleben die Besucher ein buntes und vielseitiges Programm rund um die Bergrennhistorie in Berchtesgaden.

Mit seinem Engagement konnte Althammer auch den Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer überzeugen. Er übernahm die Schirmherrschaft für den Internationalen Edelweiß-Bergpreis. Mit dieser Unterstützung hoffen Althammer und sein Team, wieder etwas von der einstigen Strahlkraft des Berg-Europameisterschaftslaufs nach Berchtesgaden zu bringen. "Das Rennen war eine der größten Zuschauerattraktionen in Berchtesgaden", erinnert sich Althammer. Der historische Bergpreis könnte dieses Erbe antreten, nicht nur weil ein Weltmeister seine Allrad-Rakete zündet.

Bergpreis Rossfeld

Beim Internationalen Edelweiß Bergpreis Rossfeld vom 27. bis 29. September 2013 bleiben keine Wünsche offen. Joachim Althammer und der Fahrtleiter Bernd Buchwinkler arbeiten mit einem Team seit Monaten an der Umsetzung. "Wir empfehlen den Besuchern dringend, die Eintrittskarten im Vorverkauf zu erwerben", betont Althammer, weil die Anzahl der Karten begrenzt ist. Tageskarten für Erwachsene kosten 15 Euro, Wochenendtickets 25 Euro. Der Reinerlös der Veranstaltung kommt geistig behinderten Menschen im Berchtesgadener Land zugute. Alle Informationen zu den Vorverkaufsstellen unter www.rossfeldrennen.de

Rossfeld-Höhenring-Straße

  • Streckenlänge: 6,0 Kilometer
  • Höhenunterschied: 700 Meter
  • Mittlere Steigung: 9 %
  • Maximale Steigung: 13 %

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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