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Interview mit Eifelrennen-Organisator Peter Geishecker

Der Profi-Rennleiter

Foto: Archiv Födisch, Mercedes, Weitmann, Audi, Hofmann 17 Bilder

Seit Peter Geishecker beim Eifelrennen das Zepter übernommen hat, befindet sich die Veranstaltung im Aufwind. Interview mit dem langjährigen Sportleiter des ADAC Nordrhein und Rennleiter des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring.

28.05.2010 Hans-Jörg Götzl Powered by

Herr Geishecker, wie kamen Sie denn eigentlich zum Motorsport?

Geishecker: Das Thema hat mich seit meiner Jugend begeistert, ich bin schon in den frühen fünfziger Jahren immer zum Nürburgring gefahren - das erste Rennen, das ich dort besucht habe, war das Eifelrennnen. In den Sechzigern bin ich dann in die Sportfahrergemeinschaft Köln eingetreten, in der damals auch Rolf Stommelen aktiv war. Nach einem Jahr war ich Vorsitzender und dachte mir, das mach ich mal für ein Jahr - und bin es 15 Jahre geblieben. In dieser Zeit haben wir vieles organisiert, etwa den Slalom in der Markthalle Köln, damals ein DM-Lauf. Auch die Rallye Köln-Ahrweiler haben wir mit aufgebaut und das Saisonfinale in Zolder für die Deutsche Rennsport Meisterschaft.

Waren Sie denn neben all dem Organisieren auch selbst am Lenkrad aktiv?

Geishecker: Ich war immer ein Auto-Fan und besaß unter anderem einen Porsche 356 und dann eine Alfa Romeo Giulia - mit dreiteiligen BBS-Felgen! Damit bin ich GLPs und Rallyes gefahren.

Bis der ADAC rief und die Organisation überhandnahm - wie kam das zustande?

Geishecker: In den Siebzigern war Kurt Bosch Sportleiter des ADAC Nordrhein und Rennleiter des Motorrad-GP, des 24-Stunden-Rennens und des Eifelrennen. Der meinte, ich müsse in den Sport-Ausschuss. Als ich dort tätig war, sagte er, ich solle in den Vorstand. Ein Jahr später war ich Rennleiter des 24-Stunden-Rennens und des Eifelrennens. Die Höhepunkte damals waren die Läufe der Tourenwagen und der DRM - Autos, die heute wieder beim Eifelrennnen unterwegs sind.

Womit wir beim heutigen Eifelrennen als Klassik-Veranstaltung sind. Das startete ja in den achtziger Jahren, unter anderem auf Initiative von Motor Klassik, als Eifel Klassik und hieß im neuen Jahrtausend kurzzeitig Nürburgring Classic - bis Sie das Zepter übernahmen und als Erstes den traditionsreichen Namen Eifelrennnen wiederbelebten. Richtig?

Geishecker: Ja. Wir merken jetzt auch, welchen Klang der Name Eifelrennnen hat. Und der Bereich Oldtimer und Youngtimer hat definitiv Zukunft, allein schon, weil die ganzen Fahrer einen Platz zum Austoben brauchen. Und natürlich fühle ich mich dem Thema verbunden, auch den Oldtimer-GP besuche ich regelmäßig - das ist für mich immer noch das Größte. Wir machen dagegen eine Veranstaltung mit einem anderen Schwerpunkt. Unsere Starterfelder sind mindestens so hochkarätig, aber das Eifelrennen erlaubt viel mehr Nähe. Es sollte eine stimmungsvolle Zeitreise an eine legendäre Rennstrecke werden, und das ist es geworden.

Man sieht: Das Eifelrennnen kommt durchaus auf Augenhöhe, was nicht nur an der Namensänderung liegt. Was haben Sie sonst noch an der Organisationsstruktur verändert?

Geishecker: Als Erstes habe ich mir vor vier Jahren die richtigen Leute geholt, etwa Marcus Herfort und Henning Meyersrenken. Dann haben wir das alte Fahrerlager hergerichtet - ich habe sogar zusammen mit dem ehemaligen Nürburgring-Chef eine Box gestrichen - und neu organisiert, sodass es jetzt zum Flanieren einlädt. Das wichtigste aber sind natürlich die vielen Läufe auf der Nordschleife: Diese Strecke ist ein Mythos. Wenn die Leute da nur eine Runde fahren können, sind sie glücklich.

Wie sind die Pläne für die Zukunft?

Geishecker: Als ich das 24-Stunden-Rennens übernommen habe, sagte ich, ich will irgendwann sechsstellige Zuschauerzahlen - letztes Jahr hatten wir 220.000! Beim Eifelrennnen waren es 2009 knapp 30.000, irgendwann sollen zwischen 50.000 und 80.000 sein. Die Struktur wird sehr gut angenommen, daran halten wir fest. Aber es ist schwer, so ein Rennen finanziell ins Plus zu drehen, man braucht Sponsoren und Fernsehen. Zum Glück steht der Vorstand des ADAC hinter dem Eifelrennen.

Also braucht man sich um die Veranstaltung keine Sorgen zu machen?

Geishecker: Nein. Wir sind ja nicht angetreten, um bald wieder aufzuhören. Aber auch der neue Nürburgring wird einige Jahre brauchen, um sich zu etablieren, und er muss bespielt werden - wir bespielen ihn: mit dem ADAC Eifelrennen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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