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Interview mit Daimler-Chef Dieter Zetsche

Wir brauchen zwei Fahrer - einen haben wir

World Mobility Forum 2009 Foto: Reinhard Schmid 53 Bilder

Mercedes-Chef Dieter Zetsche spricht am Rande einer Fahrveranstaltung in Abu Dhabi mit auto motor und sport-Redakteur Ralph Alex über das Michael Schumacher-Comeback, eine mögliche Renault-Kooperation und die Verlagerung der C-Klasse von Sindelfingen nach Tuscaloosa.

14.12.2009 Ralph Alex

Wird Michael Schumacher nun für Ihr Team in der kommenden Saison fahren?
Dieter Zetsche: Wir brauchen zwei Fahrer und haben bisher erst einen verpflichtet. Spätestens Anfang Januar sollten wir mit den Gesprächen so weit sein, dass wir den zweiten Fahrer nennen können.

Vorher rechnen Sie nicht mit einer Entscheidung?
Dieter Zetsche: Lassen Sie sich doch einfach überraschen.
 
Werden Sie mit Renault kooperieren?

Dieter Zetsche: In den Segmenten S-, E- und C-Klasse sind wir eigenständig besser als jeder andere unterwegs. Unterhalb der C-Klasse wäre es sicher sinnvoll, wenn wir mit einem anderen Hersteller Komponenten entwickeln würden, die dann eine größere Stückzahlbasis haben. Deswegen eruieren wir diese Möglichkeit, sprechen aber nicht nur mit Renault. Und ich gehe davon aus, dass es hier in der ersten Hälfte 2010 zu einer Entscheidung kommt.
 
Mit Renault wollen Sie Vorteile für eine künftige Smart-Familie bekommen?
Dieter Zetsche: Wir denken daran, dass wir so die Smart-Familie erweitern können und dabei eng zusammen arbeiten können. Und wir denken daran, dass wir einzelne Komponenten für die Nachfolgegeneration der jetzigen A- und B-Klasse gemeinsam entwickeln können.
 
Würde ein viertüriger Smart nicht zu nahe an die A-Klasse heranrücken?
Dieter Zetsche: Auf gar keinen Fall, da ist schon von der Größe her gut Luft dazwischen. Der Smart wäre dann eine Klasse unterhalb der A-Klasse angesiedelt.
 
Können Sie sich vorstellen, von Renault komplett einen Dreizylinder zu beziehen?
Dieter Zetsche: Ich kann mir vorstellen, dass wir vorhandene Komponenten weiterentwickeln, bis sie dann für uns einsatzfähig sind.
 
Das heißt, Sie würden immer eine eigene Entwicklungsleistung hineingeben?
Dieter Zetsche: Davon gehe ich aus.
 
Sehen Sie auch bei Motoren mit mehr Zylindern die Möglichkeit zur Kooperation?
Dieter Zetsche: Wir haben außerordentlich gute und wettbewerbsfähige Vierzylindermotoren im Hubraumbereich 1,6 bis 2,2 Liter - und zwar Diesel und Benziner. Es gibt aber auch ein Vierzylindersegment darunter, und dort sind wir nicht präsent. Es würde durchaus Sinn ergeben, eine solch kleinere Vierzylinderfamilie mit bis zu 1,4 oder sogar 1,2 Liter Hubraum einzusetzen. Das sollte man dann auch eher mit einem Partner machen.
 
Warum musste eigentlich die Verlagerung der C-Klasse-Produktion aus Sindelfingen in die USA ausgerechnet kurz vor der Betriebsratswahl im Februar verkündet werden. Der Ärger war somit doch vorprogrammiert?
Dieter Zetsche: Das lag einfach daran, dass ein wesentlicher Punkt auch die Verlagerung der SL-Produktion von Bremen nach Sindelfingen war, um dort Beschäftigung zu sichern. Und das musste vom Modellzyklus her eben jetzt entschieden werden. Der Grund war also ein technischer. Dass es dann aber so eine große Welle gab, mag auch politische Gründe gehabt haben.
 
Wie sehr haben die Probleme mit den Einspritzdüsen an Ihren Vierzylinder-Dieseln dem Image von Mercedes geschadet?
Dieter Zetsche: Die betroffenen Kunden sind sicher nicht glücklich, dass ein Teil an ihrem Mercedes nicht funktioniert. Wir hätten auch gerne noch früher und prophylaktisch reagieren wollen, wenn wir die Zahl von Ersatzinjektoren schneller hätten aufbauen können. Das war leider nicht möglich, aber wir haben uns bemüht, den betroffenen Kunden inklusive der Stellung von Ersatzfahrzeugen zu helfen.
 
Werden Sie wieder einen Markenclaim bei Mercedes einsetzen?
Dieter Zetsche: Ja, schon sehr bald.
 
Und warum beleben Sie nicht Ihren alten Satz "Ihr guter Stern auf allen Straßen" wieder?

Dieter Zetsche: Schau’n wir mal.

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