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Zukunft von Mini

Mini-Chef Armbrecht: Mit einer Modelloffensive in den Frühling

Foto: BMW AG 21 Bilder

Mini-Chef Armbrecht spricht im Interview mit auto-motor-und-sport-Redakteur Harald Hamprecht über die Lage der Marke in der Wirtschaftskrise und über den Trend zu kleineren und verbrauchsärmeren Motorisierungen, von dem Mini profitiert.

08.04.2009

Herr Armbrecht, wie behauptet sich Mini in der Krise?
Auch Mini kann sich dem aktuellen Branchentrend nicht entziehen. Wir schlagen uns aber relativ gut. Mini ist eine sehr emotionale Marke - und Emotion funktioniert auch in der Krise.
 
Spüren Sie auch den Trend zu kleineren Motoren?
Armbrecht: Wir haben mit den Mini Modellen sehr attraktive Angebote im Kompaktsegment, die dank ihrer effizienten Motoren eine hervorragende Wahl sind - übrigens auch mit Blick auf die geplante CO2-basierte Kfz-Steuer. In Genf haben wir unser bisher verbrauchsärmstes Mini Modell vorgestellt: den Mini One mit einer Leistung von 55 kW und einem Preis von 15.200 Euro. Die Marke Mini haben wir damit für den Kunden noch einmal erreichbarer gemacht.

Wie viele Autos haben Sie dieses Jahr schon dank der Abwrackprämie verkauft?
Armbrecht: Wir haben insgesamt etwa 2.600 Mini dank der Abwrackprämie verkaufen können. Die Umweltprämie kommt in erster Linie den Massenherstellern zugute. Ein typischer Mini Kunde fährt normalerweise kein Auto, das weniger als 2.500 Euro wert ist, was ja Voraussetzung für den Erhalt der Umweltprämie ist. Allerdings ist auch bei unseren Händlern unter anderem dank einer Reihe von Marketingaktivitäten ein gestiegenes Kundeninteresse spürbar.
 
Wie schlägt sich das im Handel?
Armbrecht: Wir haben in den ersten drei Monaten 6.700 MINI in Deutschland verkaufen können. Der März war ein guter Monat - und auch deutlich über dem März 2008. Damit kommen wir im 1. Quartal in die Nähe der Vorjahreswerte - und das ist doch ein Lichtblick. Zudem muss man sehen, dass wir derzeit nur mit zwei Fahrzeugreihen arbeiten, dem Hatch und dem Clubman. Das Mini Cabriolet ist im Herbst 2008 ausgelaufen - der Nachfolger kam weltweit erst am 28. März neu in den Markt.  

Wie sah es im ersten Quartal weltweit beim Mini-Absatz aus?
Armbrecht: Vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Finanzkrise sind die weltweiten Auslieferungen auch bei Mini im ersten Quartal um über 25 Prozent zurück gegangen. Im März hat sich der Rückgang mit knapp 19 Prozent jedoch verlangsamt. Die Vorbestellungen für das gerade eingeführte neue Mini Cabrio liegen über unseren Erwartungen. Das alles sind erste positive Signale. Einen weiteren Impuls erhoffen wir uns natürlich auch von den drei neuen Motorvarianten, die wir gleichzeitig am 28. März in den Markt gebracht haben. Besonders freut mich dabei der MINI Cooper D mit seinem Verbrauch von 3,9 Liter pro 100 Kilometer, denn mit diesem Modell sprechen wir ökologisch sensiblere Kundengruppen an. Und im Frühjahr liefern wir den Mini E an 450 Kunden in den USA aus, zusätzlich 50 weitere gehen an den Energiekonzern Vattenfall in Berlin und 15 Fahrzeuge an EON in München. Wir starten damit mit der reinsten Modelloffensive ins Frühjahr.

Bleiben Sie bei Ihrer Prognose vom vergangenen Dezember, dass Sie Ihren Absatz dieses Jahr weiter steigern werden?
Armbrecht: Wir wollen mittelfristig auf Wachstumskurs bleiben. 2009 wird jedoch ein Übergangsjahr mit großen Herausforderungen. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft ist groß. Auch wir können keine verlässlichen Aussagen für 2009 tätigen. Aber wir werden alles tun, um unsere Ziele zu erreichen.
 
Und an Ihrem Mittelfristziel von 300.000 Einheiten halten Sie auch fest?
Armbrecht: Seitdem wir dieses Ziel gesetzt haben, ist viel passiert. Wir können jetzt nicht sagen, wann wir es erreichen werden.

Kommen wir zu dem Geburtstag der Marke Mini. Konkretisieren sich hier die Feierpläne?
Armbrecht: Ja, die große Party steigt von 22. bis 24. Mai in Silverstone. An diesen drei Tagen erwarten wir rund 15.000 Besucher. Wir präsentieren die 50 schönsten Mini unserer Geschichte und garnieren das mit einem Rennen der Mini Challenge bei dem 40 John Cooper Works Rennwagen an den Start gehen. Dazu werden rund 2.000 Classic Mini in Silverstone zu sehen sein. Und als Abschluss bieten wir den Fans ein besonderes Rockkonzert.
 
Und daneben präsentieren Sie zwei Sondermodelle, die man übrigens auf auto-motor-und-sport.de schon als Erlkönige sehen kann.
Armbrecht: In der Tat planen wir für unser Mini United Festival die ein oder andere Überraschung. Die Mini Fans dürfen sich also über viele Neuheiten freuen.
 
Kommen wir zu den weniger erfreulichen Themen: In Ihrem Werk in Oxford haben Sie  800 Arbeitsplätze abgebaut?
Armbrecht: Anfang März haben wir das Schichtmodell in Oxford sozusagen auf Normalbetrieb zurückgefahren - das heißt auf fünf Tage mit jeweils zwei Schichten. Das führte zum Abbau von rund 800 Zeitarbeitsstellen. Die Kernmannschaft ist davon aber nicht betroffen
 
Gibt es Pläne, auch bei den Festangestellten Arbeitsplätze abzubauen?
Armbrecht: Nein.

Im Design in der Münchener Zentrale haben Sie angeblich die Hälfte aller Mini-Arbeitsplätze abgebaut?
Armbrecht: Das Thema Stellenabbau bei der BMW Group wurde ausführlich kommuniziert. Zu Entwicklungen in einzelnen Abteilungen nehmen wir grundsätzlich keine Stellung.
 
Gibt es Kurzarbeit bei Mini?
Nein.

Wo muss Mini den Rotstift ansetzen?
Armbrecht: Bereits vor der Weltwirtschaftskrise haben wir im Rahmen der Strategie Number One begonnnen, alle Bereiche des Unternehmens auf Effizienzen zu überprüfen - Mini ist davon nicht ausgenommen. Wir sparen aber keineswegs an Investitionen in die Zukunft. Im Gegenteil. Wir haben  unser Einstiegsmodell Mini One mit 55 kW sogar um 12 Monate vorziehen können 2010 bringen wir wie geplant mit dem Crossover unsere vierte Baureihe auf den Markt. Damit werden wir weitere Impulse setzen können und unsere Erfolgsgeschichte weiterschreiben.

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