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Irland-Reise

Fahrt über die Grüne Insel

Foto: Gerald Penzl 15 Bilder

Die Grafschaften Sligo und Donegal im Westen und Nordwesten Irlands sind ein Konglomerat aus unberührten Berg- und Moorlandschaften, einsamen Stränden und steilen Klippen. Unterwegs auf der Grünen Insel im bayerischen Premium-SUV.

07.08.2008 Gerhard Penzl

Schmale Regional Roads, begrenzt durch Hecken und grobe Steinmauern. Das klingt zunächst einmal nicht unbedingt nach Fahrspaß. Doch der erste Eindruck täuscht: Wer den Gasfuß zügelt und auf die allgegenwärtigen Schafe achtet, erlebt den Nordwesten Irlands als eine reizvolle Umgebung für den BMW X5. Nirgendwo sonst sind die Klippen so schroff, die Landschaft dramatischer und die Kneipen uriger als in diesem Teil der Insel.

Nach zwei Stunden über die gut ausgebaute Primary Road ab Dublin künden die ersten Möwen den Atlantik an. Wir verlassen die N4 und folgen der Küstenstraße nach Céide Fields. Dort blühte vor über 5.000 Jahren in der einsamen Weite der wind- und wetterumtosten Küste eine hoch entwickelte Steinzeitkultur. Die Menschen bauten Siedlungen, bestellten Felder und züchteten Vieh. Irgendwann spielte das Klima verrückt und machte der prähistorischen Zivilisation den Garaus. Was blieb, sind ihre Relikte in Sumpf und Moor.

Regen verwandelt Feldwege in Schlammpackungen

Auf dem Weg zurück in die Gegenwart zeigt sich Petrus von seiner üblen Seite. Aus einem Gute-Laune-Hoch braut er mir nichts dir nichts ein Tiefdruckgebiet von europäischem Ausmaß zusammen und verwandelt den Feldweg zur Landzunge Downpatrick Head in eine Schlammpackung. Der Allradantrieb des BMW nimmt es sportlich, so dass es in dem Offroader weiter vorangeht. Bis ein verschlossenes Schafsgatter der Freude am Vortrieb ein Ende macht.

Pech gehabt! Statt des erhofften 4x4-Spaßes entlang der Klippen gibt es frustrierte Gesichter und eine Wende um 180 Grad. Kurze Zeit später reißen über Sligo die Wolken auf, und die Sonne hüllt den Tafelberg vor den Toren des Provinzstädtchens in magisches Licht. Bunt gestrichene Häuser, rustikale Bauernhöfe, zufrieden kauende Kühe und saftig grüne Wiesen säumen das Teerband nach Donegal. In der 4.000 Einwohner großen Stadt herrscht muntere Geschäftigkeit. Die Pubs sind voll, auf der Main Street staut sich der Verkehr, und vor dem kleinen Kastell wartet eine Touristenschar geduldig auf Einlass.

Weiter westlich, am pittoresken Fischereihafen Killybegs vorbei, haben ein paar Biker ihre Harleys abgestellt und genehmigen sich in der Kneipe The Rusty eine Lage Guinness. Während das kaffeebraune Nationalgetränk mit seiner Crema durch die Biker-Kehlen rinnt, nimmt der X5 den Aufstieg zu den Slieve-League-Klippen unter die Räder. Nach wenigen Meter Glücksgefühl perlen die ersten Schweißtropfen über die Stirn: Rechts grüßt die Auftragsannahme der lokalen Karosseriewerkstatt in Form scharfkantiger Felsvorsprünge, links geht es ohne Leitplanken im freien Fall direkt ins Meer. Ist man oben angekommen, sorgt der Blick auf eine gut 600 Meter hohe, senkrecht aus der rauen See ragende Steinmasse wieder für entspannte Gesichter.

Auf Schotterpisten Richtung Lough Nalugraman und Ardara

Wer von Killybegs nach Ardara unterwegs ist, sollte den Weg über den Glengesh-Pass nehmen. Kurz vor der Passhöhe verzweigt eine Schotterpiste Richtung Lough Nalugraman. Herzerfrischend hübsch schraubt sich das namenlose Nichts über wind- und wettergegerbte Schlaglöcher entlang blühender Heide, dahingewürfelten Felsen und schroffen Abhängen herunter zu den goldfarbenen Stränden der Loughros-Bucht. Ardara selbst präsentiert sich als properes Schöner-Wohnen-Örtchen.

Seit Jahrhunderten haben die Menschen hier ihren Lebensunterhalt mit dem Handel und der Herstellung von Tweed-Stoffen bestritten. Einer der Letzten seiner Zunft ist Eddie Doherty. "Gegen die industrielle Massenproduktion hat unser Handwerk keine Chance", sagt er, klettert hinterm Webstuhl hervor und marschiert nebenan in seinen Pub. "Mein zweites Standbein", verkündet er grinsend, "irgendwie muss man ja Geld verdienen." Kahl und karg ragt der Errigal Mountain in den Himmel. 752 Meter misst der unwirtliche Klotz und ist damit der Mount Everest der Grafschaft.

Ein paar Meter weiter, an der Schranke zum Eingang des Glenveagh-Nationalparks, wartet der Ranger John Miller. "A good car", klopft er dem BMW anerkennend aufs Blechdach, steigt in seinen Land Rover und fährt bis zum Glenveagh Castle vor. "Normalerweise", sagt John, "haben wir dazu unsere Shuttlebusse. Aber es gibt auch Ausnahmen." Was er damit meint, wird nach eingehender Würdigung des 1870 erbauten, neugotischen Schlosses klar. John lässt sich nicht zwei Mal bitten, nimmt auf dem Beifahrersitz Platz und dirigiert uns am Ufer des tintenschwarzen Sees entlang durch das nebelverhangene, dicht bewaldete Gletschertal.

Seit langem versucht die Regierung, ihnen den Umzug aufs Festland schmackhaft zu machen - doch vergebens. Ein paar Kilometer pensionsreifer Asphalt, eine Handvoll Blechveteranen, ein Leuchtturm und rund vier Dutzend windschiefe Steinhäuschen sind der Stoff, aus dem das rigorose "No" der Bewohner ist. "Hier sind wir geboren", verkündet Patsy Dan Mac mit stolzer Stimme, "hier bleiben wir." Die Worte des stämmigen Fischers am Pier des sturmzerzausten Felsklotzes sind Gesetz. Er ist der König der Insel, von den Torys persönlich zu ihrem Repräsentanten gewählt. Und damit das auch jeder sofort (an)erkennt, prangen an seinem betagten Audi als Nummernschild die Lettern "R E Y". Zurück mit der Passagierfähre durch die magenunfreundlich gestimmte See, stellt sich der X5 den Dünen von Ballyness Bay.

Am Ende der Welt: die Halbinsel Inishowen

Bodenwellen, Furten, Gras und Schafe geben ihm endlich einmal wieder die Möglichkeit, sein Können zu präsentieren. In Dunfanaghy, am Ufer des idyllischen New Lake mit dem über 650 Meter hohen Muckish-Tafelberg im Hintergrund, zaubert das Restaurant The Mill delikate Lammgerichte, fangfrischen Fisch, Räucherlachs und hausgemachten Käse auf den Tisch. Am Herd überzeugen die Iren eindeutig mehr als ihre britischen Nachbarn. Wenn es in Donegal so etwas wie ein Ende der Welt gibt, dann ist es die Halbinsel Inishowen - erreichbar über das britisch regierte Nordirland oder via Autofähre von Rathmullan nach Buncrana.


Für diesen letzten Außenposten von Raum und Zeit haben sich die Tourismusexperten etwas Besonderes einfallen lassen: Unter dem Namen "Inishowen 100 Driving Tour" kreierten sie einen 100-Meilen-Rundkurs, der die attraktivsten Sehenswürdigkeiten der Halbinsel quasi auf dem Silbertablett serviert - beispielsweise die Ruinen des mythenumrankten, über 3.500 Jahre alten Sonnenpalasts Grianán of Aileach.

Grüne Weite bis nach Derry

Von dem 250 Meter hohen Hügel gleitet der Blick über sanft gewellte, grüne Weite bis herüber ins nordirische Derry. Dieses malerisch an den Ufern der Foyle gelegene urbane Juwel steht für das wohl traurigste Kapitel der jüngeren Geschichte Irlands. Nach bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Protestanten, Katholiken und der Polizei eröffneten britische Fallschirmjäger am 30. Januar 1972 das Feuer. Am Abend dieses berühmt-berüchtigten Bloody Sunday waren 13 unbewaffnete Demonstranten tot.


Die schlimmsten Wunden sind heute verheilt. Die IRA hat die Waffen gestreckt, die britische Armee ist abgezogen, und die Kontrollen an der Grenze zwischen der Republik Irland und Londons Dependance Nordirland Geschichte. Unterwegs Richtung Malin Head präsentiert sich das Eiland wieder von seiner malerisch-friedlichen Seite.

Zehn Kilometer vor dem sturmzerschundenen "Nordkap" der Insel nötigt uns ein mitten in der Kurve parkender altersschwacher Vauxhall zur Vollbremsung. Den Wagenlenker stört das wenig. Seelenruhig kriecht er unter der Motorhaube hervor, legt den Schraubenschlüssel zur Seite und kommt auf uns zu. "Hello", grüßt er freundlich, erzählt etwas über das Wetter und fragt dann unverblümt, ob wir nicht vielleicht seinen Bauernhof kaufen wollten. So etwas läge bei uns Großstädtern - dem Autokennzeichen nach kommt der BMW aus Dublin - als Fluchtburg vor dem Alltag doch voll im Trend. Bevor er weitere Verkaufsgeschütze auffährt, erscheint ein Abschleppwagen. Wir nutzen den kurzen Moment und entziehen uns dem Verkaufsgespräch - womöglich werden wir sonst noch schwach.

Kurz-Tipps Irland:

Anreise: Mit dem Pkw nach Calais/Frankreich, von dort übersetzen nach Dover/England, weiter Richtung Liverpool und bei Chester auf die A 55 zur Fähre nach Holyhead. Von dort weiter mit der Autofähre nach Dun Laeghaire bei Dublin/Irland. Alternativ mit Germanwings oder Ryanair nach Dublin.

Übernachtung: Während man in Dublin und an der Ostküste genügend Hotels findet, sind diese vor allem in der Grafschaft Donegal dünn gesät. Eine gute und preiswerte Wahl sind die B&Bs. Diese Privatunterkünfte bieten Bed and Breakfast, also Übernachtung und Frühstück, und kosten in der Regel zwischen 30 und 40 Euro pro Person. Einen umfassenden Überblick hierzu gibt neben dem Irischen Fremdenverkehrsamt die Informations-Broschüre Irish Farmhouse Holidays. Accommodation Guide Bed and Breakfast 2008 .

Linksverkehr: Tückische Gefahrenquellen sind der Kreisverkehr, das Abbiegen in Nebenstraßen sowie das Überholen auf der rechten Seite insbesondere auf mehrspurigen Straßen. Grundsätzlich sollte man während der Eingewöhnungsphase sehr konzentriert fahren und sich zu keinen riskanten Manövern hinreißen lassen.

Weitere Informationen: Irland Information, Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt, Telefon 069/9231850, Fax: 069 92318588, www.entdeckeirland.de . Das Internetportal gibt viele Reise- und Autofahrertipps, Hotelempfehlungen sowie Routenvorschläge.

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