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Irmscher Insignia Bandit im Portrait

Nächtlicher Bandit im Pott

Irmscher Insignia Bullit, Impression, Reportage Foto: Hans-Dieter Seufert 12 Bilder

Wenn Irmscher ein neues Modell am Start hat, werden nicht nur treue Opel-Fans neugierig – aber die ganz besonders. Wir treffen sie im Ruhrpott.

20.11.2015 Dani Heyne

Mit dem Jahrhundertsommer will diese Nacht nichts zu tun haben. Vom schwarzen Himmel prasselt seit Stunden dichter Regen, durch den der neue Irmscher huscht. Richtung Ruhrpott. Das Schmuddelwetter kommt ihm gelegen, will er doch bis zur IAA unerkannt bleiben. Dann wird ihn Irmscher auf seinen 20-Zöllern ins Rampenlicht schieben. Rundherum dezent beflügelt und auf 370 PS geschärft. Am Heck den Namen Bandit.

Antworten werden in den Gesichtern der Opel-Jungs vom Manta-Sport-Club Düsseldorf e. V. zu lesen sein. Opel plus Tuning ist schließlich ihre Blutgruppe. Wir sind mit Thomas, Frank und Sascha im Pott verabredet, wo die schnellen Blitze nicht erst seit der Manta-Mania ihre Heimat haben. Gemeinsam wollen wir Irmschers Neuen beschnuppern. Sie sind spät dran, weil sich ein Betonmischer auf die Seite gepackt hat und den Zugang zum Pott erschwert. 34 Kilometer in 2,5 Stunden. Da kocht nicht nur das Kühlerwasser der Manta. Absagen? Keine Option, schließlich wartet hier feinste Tuning-Ware.

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Nachtreportage Irmscher Insignia Bullit
auto motor und sport 20/2015
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Irmscher - Opel Tuning seit fast vier Jahrzehnten

Tuning ist tot? Tuning lebt! Lediglich unter anderem Namen. Veredlung oder Individualisierung sagt man heute dazu. Und meint Strasssteine am Handy, Leuchtstreifen auf Turnschuhen und eben Spoiler am Auto. Das Erfolgsrezept ist dabei gleich: Durchdachte und liebevoll ausgearbeitete Details verwandeln Massenware in leckere Spezialmodelle. Genau darauf ist die Firma Irmscher seit Jahrzehnten spezialisiert.

1977 brachte Gründer Günther Irmscher auf Basis des Kadett City das erste Tuningmodell. Es folgten breite Manta, brutale Omega und sauschnelle Senatoren. Als Opel irgendwann schwächelte, hielt man sich mit anderen Projekten über Wasser. Spätestens Irmschers Interpretation des lieblosen Opel GT im Jahr 2007 machte jedoch klar: So ein tätowierter Blitz auf dem Herz des Familienunternehmens hält ewig. Und: Irmscher hat's noch drauf. Durch das Tuning hatte der Zweisitzer nämlich endlich alles, was wir uns je von ihm gewünscht hatten: Gänsehaut-V8, knackiges Fahrwerk, stramme Bremsen.

Irmscher Insignia Bandit auf Basis des OPC-Modells

Ähnlich ist's beim Insignia Bandit. Auch wenn die Basis – der OPC – Opel besser gelungen ist als damals der GT, schärft ihn Irmscher da nach, wo es guttut. Leistung und Drehmoment wachsen auf 370 PS und 600 Newtonmeter – was nicht nur das Grinsen verstärkt, wenn es in unter sechs Sekunden von null auf hundert geht.

Es zeigt auch, was gute Tuner ausmacht: mit klugen Gesamtkonzepten zu zeigen, was aus Serienmodellen rauszuholen ist, ohne sie zu ruinieren. Oder einfach nur mit schlecht sitzenden Spoilern zu schocken. So etwas honoriert die Szene, wie die Opel-Jungs vom Manta-Club bestätigen: "Irmscher hat bei uns einen besonders guten Ruf. Alles, was man da kauft, passt ohne Nacharbeiten. Mit der Abnahme gab's nie Probleme."

Im Schutz der Nacht nehmen sie den Bandit endlich unter die Lupe. Es wird an Spoiler geklopft, der Motor bestaunt, sein Sound gelobt, es werden Runden gedreht. Dass Irmscher für das komplette Paket fast 10.000 Euro verlangt und es samt OPC-Basisfahrzeug rund 60.000 Euro kostet, bestätigt die Meinung von Thomas: "Geiles Auto, aber für Otto Normalverbraucher wie mich viel zu teuer." Der Vergleich mit einem Audi S6 Avant (fast gleich groß, ähnlich schwer, ebenfalls Allrad) relativiert: Der zürnt zwar auf Wunsch mit 450 PS, kostet aber auch locker 30.000 Euro mehr.

Kult braucht Pflege

Für die Manta-Jungs wäre der Irmscher Bandit klar die bessere Alternative - und wer weiß, vielleicht wartet so ein Teil ja in ein paar Jahren als guter Gebrauchter auf seinen zweiten Frühling. Bis dahin werden die Manta gehegt und gepflegt, denn viele sind nicht mehr unter uns: Weniger als 1.000 zugelassene Fahrzeuge sind in Flensburg registriert.

Das Schlimmste sei die Teileversorgung, klagen die Jungs. Opel kümmere sich nicht gut genug. Sie sind sich einig: Egal ob Tuning oder nicht - wenn eine Marke ihr Erbe nicht pflegt, sind irgendwann die treuesten Fans weg. Bei Irmscher brauchen wir uns keine Sorgen zu machen.

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