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Ist der Motor Ferraris Sargnagel?

Foto: Daniel Reinhard 54 Bilder

Ein defektes Pleuel hat in Valencia erneut zu einem Ferrari-Motorschaden geführt. Damit sich die Titelträume der Scuderia nicht vollends in Rauch auflösen, müssen die Ingenieure das Problem schnellstmöglich in den Griff bekommen.

26.08.2008 Michael Schmidt Powered by

Der Motor ist Ferrari heilig. Zu Enzo Ferraris Zeiten gab es offiziell keine Motorschäden. Löste sich ein Triebwerk in Rauch auf, dann war die Elektrik, die Einspritzung oder irgendein Leck in einem Ölschlauch schuld. Motorplatzer waren tabu. Auch Ferraris Erben reagieren allergisch auf Triebwerksschäden, doch immerhin geht man heute offen mit den Defekten um.

Schnelle Analyse gefragt

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen ist ein Pleuel gebrochen. Ferrari hatte noch in den Stunden nach dem GP Europa den Achtzylinder im Fahrzeug mit der Nummer eins geöffnet. Eine schnelle Analyse tut not. Teamchef Stefano Domenicali bestätigt: "Das ist ein ernstes Problem. Wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, um die Standfestigkeit zu lösen." Sieger Felipe Massa pflichtete bei: "Mit Motorschäden gewinnt man keine Weltmeisterschaft.“

Es war bereits der vierte Motordefekt in dieser Saison. In Melbourne hing in beiden Ferrari V8 ein Einlassventil fest. Man vermutet heute, dass das Zusammenspiel aus der großen Hitze und der trockenen Luft in Melbourne sowie einem neuen Kraftstoff zu den Schäden geführt hat. Sie sind seitdem nicht mehr aufgetreten. 

Doppelter Defekt

Für den Pleuelschaden an Massas Motor in Budapest wurde ein Fabrikationsfehler vermutet. Man glaubte an einen einmaligen Ausreißer und sieht sich jetzt getäuscht. Das Problem von Ferrari: In den nächsten zehn Wochen finden sechs Grand Prix statt. Es bleibt kaum Zeit, auf ein gravierendes Problem zu reagieren.

Mercedes hat noch eine weiße Weste. Der letzte Motorschaden an einem GP-Wochenende bei den Silberpfeilen datiert vom Nürburgring 2006. McLaren-Direktor Martin Whitmarsh sieht trotz der Motorenmisere bei Ferrari keinen Vorteil für seine eigene Truppe: "Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, dass jetzt jedes Rennen bei Ferrari ein Motor platzt. Ich gehe davon aus, dass unsere Gegner das in den Griff bekommen." Lewis Hamilton sieht es anders. "Ferrari muss jetzt erst einmal an der Baustelle Zuverlässigkeit arbeiten. Wir können uns darauf konzentrieren, das Auto schneller zu machen."

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