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Italien

Zwergs-Ferien

Foto: Reinhard Schmid 44 Bilder

Der Cinquecento auf dem Weg in die Heimat: 1.800 Kilometer von München nach Palermo. Nach der Überquerung der Alpen geht es nun an der Küste in südlicher Richtung immer weiter den Stiefel hinunter.

24.08.2007 Vincenzo Lucá

Das Etappenziel des nächsten Tages lautet Rom. Mit der Erfahrung vom Brenner im Hinterkopf beschließen wir, den Apennin nicht über die Autobahn nach Florenz zu durchfahren. Kurz nach Bologna verlassen wir die A 1 und biegen auf die SS 64 in Richtung Pistoia ab. Wir hoffen, dadurch auf weniger Verkehr zu treffen. Ein Irrtum.

Bella Macchina im Kampf gegen die Zweiräder

Die Strecke ist Motorrad-Revier. Irgendein Freizeit-Valentino Rossi hängt immer an der Stoßstange. Nach zwei Stunden und zahlreichen haarsträubenden Überholmanövern machen wir auf dem Passo della Collina halt, um unseren Nerven einen Espresso zu gönnen. Auf dem Parkplatz treffen wir Sergio mit seiner Moto Guzzi Le Mans I. "Bella macchina", sagt er und blickt anerkennend auf das Kennzeichen. "Seid ihr die ganze Strecke selbst gefahren? Das habe ich früher auch gemacht. Alle zwei Monate bin ich mit meinem Cinque von Bochum nach Hause gefahren. 1.200 Kilometer nonstop." Das macht Mut.

Es geht weiter auf der von Pinien gesäumten SS 1, der neuen Via Aurelia, am Meer entlang Richtung Rom. Unser Hotel befindet sich in der Altstadt. Eigentlich dürfen Autos ohne Katalysator dort nicht fahren. Doch für den Fiat 500 gilt eine Ausnahmegenehmigung, seit vor einigen Jahren die Medien beklagt hatten, dass die knuffigen Wagen nicht mehr im Straßenbild zu sehen waren. Der nächste Tag verspricht, erholsam zu werden: 280 Kilometer bis Amalfi.

Technik-Probleme stören Küstenromantik

Bis Neapel läuft alles wie am Schnürchen. Wir öffnen das Faltdach, nehmen unsere gewohnte Position auf der rechten Spur ein und freuen uns auf das Highlight des Tages: die Costiera Amalfitana. Doch die Küstenstraße zwischen Sorrent und Amalfi mit ihren sich an steile Felshänge anschmiegenden Dörfern und unzähligen Kurven können wir nicht lange genießen. Plötzlich Fehlzündungen. Geradeaus ist alles normal, doch in Kurven sprotzt und ruckelt der Cinquino so heftig, dass wir um die Straßenbiegungen mehr hoppeln als fahren.

Gut durchgeschüttelt halten wir an einer Werkstatt. Der Meccanico hört sich wortlos unser Problem an. Die Einladung zur Probefahrt ignoriert er. Stattdessen öffnet er die Motorhaube und zieht die Halteschraube des Kondensators fest. Das war’s. Noch einmal müssen wir über den Apennin. Unser Tagesziel ist Tropea, dessen malerische Altstadt und schöne Strände mittlerweile auch Touristen aus dem Ausland anlocken. Nur noch 340 Kilometer trennen uns von Palermo. Aber so ähnlich wie ein Formel 1-Pilot, der seinen Renner auf der letzten Runde förmlich ins Ziel trägt, gehen wir die letzte Etappe im Schongang an.

Im Bummelzugtempo zum Ziel

Mit noch mehr Feingefühl als sonst sortiert der Fahrer die Gänge des unsynchronisierten Getriebes, horcht aufmerksam auf merkwürdige Geräusche und beschränkt die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h. Die eine Stunde Wartezeit an der Fähre über die Straße von Messina kommt gelegen: Der Motor kann etwas abkühlen. Dann endlich Palermo. Das Bummelzug-Tempo hat Zeit gekostet. Im Hafen wartet schon die Fähre, die uns zurück nach Genua bringen wird. Aber eine Ehrenrunde muss sein. Teatro Massimo, Kathedrale, Palazzo Reale, Foro Italico. Es geht noch.

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