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Jaguar Land Rover

Das Auto mailt, denkt mit und lernt

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Jaguar Land Rover will das Fahren in Zukunft sicherer und komfortabler machen. Das Auto denkt mit und lernt vom Fahrer. 7.000 Ingenieure arbeiten in der Entwicklungsabteilung von Jaguar und Land Rover. Besonders viele scheinen sich dort mit elektronischen Systemen zu befassen, die das Fahren künftig sicherer und komfortabler machen sollen.

11.07.2014 Michael Harnischfeger

Gestensteuerung soll das Fahren sicherer machen

Na, heute schon wieder nach dem Schalter fürs Schiebedach getastet, der irgendwo dort oben neben den Tasten fürs Leselicht oder den automatischen Notruf am Dachhimmel sitzt? Und dann doch kurz nach oben geschaut und dabei den Blick von der Straße genommen? Das kann bald Vergangenheit sein, denn Jaguar und Land Rover haben ein System entwickelt, das auf kleine Gesten anspricht und ausgewählte Komfortfunktionen so ohne Ablenkung des Fahrers steuert. Die Sonnenjalousie des Schiebedachs etwa gleitet zurück, wenn der Fahrer in der Nähe der Dachkonsole eine Wischbewegung nach hinten macht, die entfernt an den Gruß eines altrömischen Kaisers erinnert. Zum Stopp reicht eine Bewegung von hinten nach vorn. Das Schiebedach selbst soll sich öffnen? Bitte von rechts nach links wedeln. Wieder schließen? Von links nach rechts!

Möglich machen das kapazitive Sensoren, die auf Bewegungen in ihrer Nähe reagieren. Solche Sensoren erfassen in Smartphones schon Bewegungen im Abstand von wenigen Millimetern, im Falle von Jaguar und Land Rover sind es etwa 15 Zentimeter. Sicherheitsrelvante Funktionen sollen weiterhin per Taste gesteuert werden, betonen die Entwickler um Forschungs- und Entwicklungschef Wolfgang Epple. Aber elektrische Fensterheber und manches andere könne man durchaus mittels Gesten steuern und dabei die Augen auf der Straße halten.

Jaguar Land Rover Technik Lernendes Auto Head-Up Display
Das selbstlernende Auto 2:58 Min.

Head-up-Display für die gesamte Windschutzscheibe

Diesem Zweck dient auch die so genannte virtuelle Windschutzscheibe, die nicht nur bei den Engländern entwickelt wird. Mittels neuartiger optischer Systeme sollen relevante Informationen nicht nur direkt vor dem Fahrer auf die Straße projiziert werden, wie es heutige Headup-Displays tun, sondern über die gesamte Windschutzscheibe. Navigationsempfehlungen fügen sich dann perfekt in die reale Welt ein wie auch Tempo-Informationen oder Warnhinweise wegen zu geringen Abstandes und vieles mehr.

Klingt alles bierernst? Muss es nicht. Denn in die Scheibe können für Wochenend-Racer auch Informationen zur Ideallinie, zum Bremspunkt und zur Rundenzeit eingespiegelt werden, wenn er mal wieder auf seiner Lieblingsrennstrecke Gas gibt. Sogar der Vergleich mit schon gefahrenen Runden oder Runden von Freunden ist möglich. So battelt man sich mit virtuellen Autos, sieht genau, wo der Konkurrent bremst, einlenkt und wieder beschleunigt.

Jaguar Land Rover lässt Auto lernen

Eher alltagsorientiert sind Funktionen, die Jaguar und Land Rover für das selbst lernende intelligente Auto entwickelt. Das erkennt den jeweiligen Fahrer an dessen Smartphone und stellt schon mal Sitz, Klimatisierung und Spiegel entsprechend ein, eher er das Auto öffnet. Sein favorisierter Radiosender ist ebenfalls aktiv, sofern nicht zum Beispiel der Nachwuchs mit an Bord ist, weil der ebenfalls an seinen Telefonen erkannt wurde und das Auto aus der Beobachtung der letzten zwei Wochen weiß, dass es nicht erst ins Büro geht, sondern zur Schule. Hat eines der Kinder an diesem Tag Sportunterricht, bekommen die Eltern schon beim Frühstück eine Erinnerung aufs Telefon, den Turnbeutel nicht zu vergessen.

Durch den Abgleich mit dem Kalender im Smartphone weiß das Auto auch, wohin die Reise am nächsten Tag geht. Reicht der Sprit nicht mehr für den Plan des nächsten Tages, wird der Fahrer zur Tankstelle gebeten.

Staut es sich dann auf den Straßen, bekommt er frühzeitig eine Info, dass er etwas früher losfahren muss als gedacht. Und gerät er unterwegs erst in einen Stau, schickt das Auto eine Mail an jene Personen, die im Terminkalender als Teilnehmer einer Besprechung eingetragen sind: Komme später, stehe im Stau. Wieder ein Job weniger zu erledigen für den Fahrer.

Auto erkennt Alltagsroutinen

Durch die Beobachtung des Fahrstils und der Fahrstrecken weiß das Auto irgendwann sehr genau, welche Fahrten zur Alltagsroutine des Jaguar- oder Land Rover-Besitzers gehören. Morgens sind dann Radiosender voreingestellt, die mit fetziger Musik gute Laune machen, abends dann wiederum Lounge-Sounds, um entspannt in den Feierabend oder ins Fitness-Studio zu surfen. Selbst Routine-Anrufe merkt sich das Auto und projiziert etwa die Frage in die Windschutzscheibe, ob der denn heute wie auch in den Vortagen Laura anrufen wolle. Upps, gerade heute sitzt aber die beste aller Ehefrauen auf dem Beifahrersitz, und die weiß nichts von Laura? Keine Bange: Das System soll wohl abschaltbar sein. Ganz oder teilweise.

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