Jahresbilanz 2009: Daimler stoppt Talfahrt zum Jahresende

Der Mercedes-Absatz schrumpfte in 2009 um rund 10 Prozent.

Daimler hat seine Autoverkäufe im Dezember erneut gesteigert. Dennoch verzeichnete der Autobauer im Gesamtjahr 2009 einen deutlichen Absatzeinbruch. Die Daimler-Personenwagensparte meldete für das Gesamtjahr ein Minus von gut zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Verkäufe sanken auf 1,129 Millionen Autos, wie Daimler am Freitag (8.1.) mitteilte. Davon entfielen 1,012 Millionen Autos auf die Marke Mercedes-Benz, die 9,7 Prozent einbüßte.

"Wir konnten uns beim Absatz in der zweiten Jahreshälfte sukzessive verbessern, nachdem das erste Halbjahr von starken Marktrückgängen geprägt war", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Freitag. Zur Erholung hat vor allem die neue Mercedes E-Klasse beigetragen, die Ende März als Limousine und seit November auch als Kombi angeboten wurde.
 
Im laufenden Jahr rechnet der Konzern mit einer leichten Absatzsteigerung. Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf der E- Klasse, die von Januar an auch als Cabrio zu bestellen ist. Zudem soll das Produktangebot bei den sogenannten "Blue Efficiency"- Fahrzeugen mit verbrauchsärmeren Motoren von bislang 58 auf 76 Modelle ausgeweitet werden.
 
Mercedes im vierten Quartal stark
 
Im Dezember erzielte die Marke Mercedes-Benz mit 97.700 verkauften Autos einen Zuwachs um 12,4 Prozent. Im gesamten vierten Quartal betrug das Plus 13 Prozent im Vergleich zum schon von der Krise betroffenen Vorjahreszeitraum.
 
Für den Heimatmarkt meldete der Dax-Konzern für die Marke Mercedes-Benz im Gesamtjahr einen Rückgang um zwölf Prozent auf 265.500 Stück Autos. In Westeuropa (ohne Deutschland) fiel das Minus mit 15 Prozent auf 286.100 Wagen noch deutlicher aus. In den USA betrug die Einbuße ebenfalls 15 Prozent auf 190.600 Fahrzeuge. In China gab es eine neue Bestmarke: Die Auslieferungen kletterten um 65 Prozent auf 70.100 Fahrzeuge. Damit sei Mercedes-Benz die am schnellsten wachsende Premiummarke im Reich der Mitte.
 
Smart schwächelt
 
Die Kleinwagenmarke Smart schwächelte dagegen im vergangenen Jahr. Die Auslieferungen sanken um mehr als 13 Prozent auf 117.000 Autos. Die im dritten Quartal 2010 erwartete neue Modellgeneration soll den Absatz ankurbeln.
 
In Deutschland blieb der Smart auch 2009 beliebt: Die Auslieferungen legten um zwei Prozent auf 32.400 Fahrzeuge zu. Der Stadtwagen ging im vergangenen Jahr auch auf neuen Märkten an den Start. In China entschieden sich seit April 1.800 Kunden für den Zweisitzer, in Brasilien wurden 1.100 Stück verkauft. Bei der Luxusmarke Maybach gab es 2009 einen Einbruch um ein Drittel auf nur noch 200 Fahrzeuge.

Peugeot verkaufte zwei Prozent weniger Autos

 Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën hat 2009 nicht so stark unter der Krise am Automarkt gelitten wie andere Hersteller. Weltweit seien 2,2 Prozent weniger Autos verkauft worden als im Vorjahr. Der Gesamtmarkt sei hingegen um 3,5 Prozent geschrumpft. Die Franzosen setzten 3,19 Millionen Fahrzeuge ab und konnten nach eigenen Angaben ihren Marktanteil in Europa leicht auf 13,7 Prozent steigern. In Europa sank der Absatz von Peugeot um 3,7 Prozent. Vor allem in Deutschland und Frankreich stützte die Abwrackprämie die Verkaufszahlen - insgesamt waren solche Prämien in 13 europäischen Ländern eingeführt worden. Außerhalb von Europa steigerte Peugeot seinen Absatz um 2,4 Prozent - das entspricht rund einem Drittel des Gesamtabsatzes des Autoherstellers.

In China verzeichnete der Autobauer sogar ein Plus von mehr als 50 Prozent. Weltweit erwartet Peugeot 2010 erste Anzeichen für eine Erholung des Automarktes. In Europa rechnen die Franzosen aber wegen der ausgelaufenen Abwrackprämie erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer ersten Verbesserung. Für das Gesamtjahr sieht Peugeot für den europäischen Automarkt immer noch einen Nachfragerückgang im einstelligen Bereich. Die Franzosen wollen diesem Trend jedoch mit Hilfe einer Reihe neuer Modelle entgegensteuern.

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dpa/uba

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