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Jahresrueckblick 2013

Jetzt schlägt’s 13

Messe-Hostess Foto: ams 20 Bilder

Das Autojahr 2013 verdichtete den Diskussionsstoff hoch wie ein Diesel: Mautpläne, Produktionsrekorde, neues Punktesystem, selbstfahrende Google-Autos, teure Oldies, Vettels vierter Weltmeister-Titel und jede Menge faszinierender neuer Modelle. Ein Blick in den Rückspiegel.

03.01.2014 Malte Jürgens

So zäh wie das Ringen um einen Koalitionsvertrag zwischen Schwarz und Rot verlief im Jahre 2013 auch das Ringen um die Maut für Personenwagen. Einst unter dem Deckmäntelchen einer neuen Gerechtigkeit für Lastwagen aus fremden Ländern eingeführt, soll der benutzungsabhängige Straßenzoll auf den Autobahnen künftig auch für alle Personenwagen gelten. Letzteres allerdings dem Vernehmen nach ohne zusätzliche finanzielle Belastung des deutschen Autofahrers, was sich wiederum zu einem komplizierten Slalom durch die Bestimmungen der Europäischen Union auswächst, denn tatsächlich blechen sollen nur die Besucher aus dem Ausland.

Fragt sich jedoch, ob die allgemeine Zulassung der Frontscheiben unserer Personenwagen dann nicht so langsam erlischt. Plakette für Feinstaub, Schweizer Autobahn-Plakette, österreichische Autobahnpickerl, künftige deutsche Autobahn-Plakette, in England etwa noch ’ne Steuerplakette daneben gepappt: Das amtlich abgenommene Sichtfeld wird mit zunehmender Plakettitis merklich kleiner, und irgendwann dürfte der nötige Durchblick fehlen. Vermutlich gibt es dann eine Plakette mit der Ausnahmegenehmigung für die übrig gebliebenen Sehschlitze.

Auf den Punkt gebracht

Wenn wir schon mal bei der Obrigkeit sind: Das abgelaufene Jahr brachte auch ein neues Punktesystem in Flensburg. Das wird ab Mai 2014 die Sünden der deutschen Autofahrer aufrechnen, und die Novelle hat zumindest einen positiven Aspekt: Zwar ist man dann schon ab acht Punkten und nicht wie heute erst ab 18 die Pappe los, aber auch die Strafpunkte werden reduziert, und die gesammelten Punkte erlöschen endlich automatisch nach zweieinhalb Jahren. Hinter dem heute noch praktizierten Mitschleppen alter Punkte bei einem Neuzugang wird endlich ein Punkt gemacht.

Gestoppt wurde auch der amerikanische Präsident Barack Obama beim diesjährigen Besuch in Israel. In seinem supersicheren Cadillac ist ein Antrieb verbaut, den selbst der Chauffeur aus Gründen der Geheimhaltung nicht so genau kennt. Der 6,5-Liter-V8 bekam dem Vernehmen nach Benzin statt Diesel – und blieb prompt noch vor dem Zusteigen der hochrangigen Fracht stehen. Da hätte die allwissende NSA zum geheimnisumwitterten Motor aber wirklich vorher eine Tank-Anleitung herausgeben können.

Formel 1-Film als Heldensaga

Im Bereich des Feuilletons überraschte das Jahr 2013 mit dem Film "Rush". Brian Oliver, ein der Formel 1 eher fernstehender amerikanischer Produzent, nahm sich den epischen Zweikampf zwischen Niki Lauda und James Hunt 1976 zur Vorlage – und drehte einen abendfüllenden Spielfilm, der selbst von Lauda als absolut authentisch bezeichnet wurde. Die Heldensaga ist das Beste, was seit "Grand Prix" und "Le Mans" in den letzten Jahrzehnten über Rennsport gedreht wurde; nur schade, dass der Streifen "Rush" wegen mäßiger Besucherzahlen so rasch wieder aus den Kinos verschwand.

Dass künftig in Belgien die offenherzigen Hostessen auf Auto-Shows per Verordnung von den Ständen ferngehalten werden sollen, verbuchen wir 2013 als Beitrag zum anhaltenden Mann-Frau-Konflikt. Es nähme nicht wunder, würden 2014 die Belgier bei der nächsten Motorschau Brüssel auf das Lock-Potenzial haariger Männerbeine in knappen Textilien setzen, untermalt vom alten Hit der Comedian Harmonists: Veronika, der Stenz ist da.

Trendsetter Bentley

Zum bisweilen angespannten Verhältnis zwischen den Geschlechtern kommt es da gerade recht, dass Bentley 2013 auf olfaktorische Nachhaltigkeit setzte und ein Lalique-Parfüm herausbrachte, von dem ein Flakon immerhin 3.500 Euro kostet. Der neue Herrenduft soll wie ein Bentley innen riechen: nach Holz, Leder und, jawohl, Schwertlilie.

Auch im Reigen der Modelle profiliert sich Bentley als Trendsetter. Kaum hat die zum VW-Konzern gehörende Marke ein Luxus-SUV-Modell in Planung, mag sich auch die BMW-Tochter Rolls-Royce nicht mehr zurückhalten: Angekündigt wurde 2013 ein nobler Geländewagen ganz im Stil der besten Autos der Welt. Vermutlich wird dafür auch die berühmte Rolls-Royce-Figur Emily überarbeitet: Die SUV-Kühler dürften dann von einer Version mit Wellington-Gummistiefeln gekrönt werden.

Jahresrückblick - 50 Jahre Elfer

Nicht zu übersehen war 2013 der Geburtstag einer Sportwagenlegende: Der ewig junge Porsche 911 wurde 50. Zwar ist er mit den Jahren ein gutes Stückchen gewachsen, und seiner genialen Gebläsekühlung ging in den Neunzigern die Luft aus, doch auch als Wasser-Träger macht er im Reigen sportiver Automobile eine höchst athletische Figur. Auf der Straße sowieso ein guter Beschleuniger, zischte der Elfer im Geburtstagsjahr auch beim Wertzuwachs in phänomenale Höhen ab: Das 911 S Coupé, mit dem sich der Filmstar Steve McQueen während der Dreharbeiten zum Leinwand-Epos "Le Mans" einst die Zeit vertrieb, erzielte auf einer Auktion sagenhafte 1,38 Millionen Dollar. Bei diesen Boxer-Preisen kommen selbst Preis-Boxer kaum noch aus der Deckung.

Dem Marktgeschehen angepasst erscheint da Porsches Versuch, zur Haus-Nummer 911 noch einmal sieben zu addieren und mit dem 918 Spyder einen auf ebenso viele Exemplare limitierten neuen Supersportwagen mit Kohlefaser-Monocoque herauszubringen. Seine Hybrid-Technik leistet insgesamt 887 PS, und wer rund 800.000 Euro dafür auf den Tisch des Zuffen-Hauses legt, weiß wenigstens, was Porsche mit dem Begriff Kohle-Faser tatsächlich meint. Ferrari will da nicht abseits stehen und setzt mit einem neuen Carbonfiber-Pfeil namens Ferrari LaFerrari noch eins drauf: 800 PS stiftet ein 6,5 Liter großer Zwölfzylinder alter Verbrenner-Schule, und 163 weitere Pferdestärken mobilisiert ein zusätzlicher Elektroantrieb.

Um Hybrid-Technologie zum Drosseln des Benzindurstes geht es Ferrari dabei nicht: Wie beim Kers-System der Formel 1 wird die Strom-Linie primär dazu eingesetzt, den Zweisitzer schneller zu machen. 15 Sekunden nach dem Losfahren sollen bereits 300 km/h anliegen, und erst jenseits der 350 km/h hört die Beschleunigungsorgie auf. Da verschlägt es selbst den Kerskraft-Gegnern den Atem – wenn der nicht schon beim Preis von einer Million Euro plus landesüblicher Steuer gestockt hat.

Große Preise für kleine Autos

In Oldtimer-Kreisen versuchten die Auktionshäuser 2013 verbissen, mit den Super-Preisen für die modernen Super-Sportwagen schon im Kleinstwagensegment mitzuhalten. Ein Messerschmitt-Kabinenroller vom Typ Tg 500 wechselte zum Beispiel in den USA für stramme 320.000 Dollar den Besitzer. Mehr Geld für weniger Auto kann kaum ausgegeben werden.

Die hochkarätigen Klassiker hingegen ließen im abgelaufenen Jahr die Preise selbst der modernen Super-Sportwagen fast wie Trinkgelder wirken. Mit Steuern und Aufgeld wurden für den Mercedes-Silberpfeil W196 von 1954/55 nahezu 30 Millionen Dollar bezahlt, womit der Dienstwagen von Stirling Moss den momentanen Gipfel dessen markiert, was solvente Liebhaber für Klassiker von damals anzulegen bereit sind. Auch die unlängst erzielten 14,6 Millionen für einen Ferrari 250 LM scheinen rekordverdächtig. Wenn der Wertzuwachs von Oldtimern weiter so nach oben prescht wie in diesem Jahr, könnte der Euro-Rettungsschirm tatsächlich davon profitieren.

Sobald etwa die Sächsische Landesbank im tiefen Dunkel einer ihrer alten Garagen noch einen Auto Union-GP-Rennwagen von 1936 entdeckt, wären nicht nur die eigenen Turbulenzen geglättet, sondern auch noch die Schulden Griechenlands voll abgesichert; vom Rest könnte dann Portugal saniert werden.

Dass Sparen für den Autokäufer richtig teuer werden kann und dazu noch einen langen Atem erfordert, zeigte der VW-Konzern. Für das Hightech-Ein-Liter-Auto XL 1 wurden als Preis 111.111 Euro genannt. Bei 10.000 Kilometer Fahrstrecke im Jahr rechnet sich die Anschaffung schon nach etwas mehr als 100 Jahren, legt man heutige Verbrauchswerte von Serienautos zugrunde.

Selbst ist der Wagen

Wie lange das Autofahren überhaupt noch zu den menschlichen Beschäftigungen zählen wird, vermag zum Ende des Jahres 2013 niemand so genau zu sagen. Nicht allein der endliche Kraftstoffvorrat wird da zur limitierenden Größe, sondern auch die fortschreitende Technik.

Das mit Radar und Infrarot-Pupillen bestückte Auto voller Assistenzsysteme sieht nicht nur bei Nacht und Nebel deutlich besser als der Mensch hinter dem Volant; wenn es alle seine elektronischen Nerven beieinanderhat, fährt es auch besser. Bei Google läuft ein Auto im Versuch, das in diesem Jahr die stolze Leistung von 500.000 Meilen selbstständiger Teilnahme am Verkehr hinter sich gebracht hat, ohne diesen analogen Störfaktor Fahrer. Technisches Highlight des Systems soll eine nach der Suchmaschine benannte Google-Umlauf-Lenkung sein.

Auch bei den deutschen Herstellern hat das Auto als sein eigener satellitengesteuerter Lenker Konjunktur, denn technisch machbar ist das autonome Fahren bereits heute. Mercedes probierte dies 2013 ebenfalls, und zwar auf der historischen Route, über die Bertha Benz 1888 von Mannheim zu ihrer Mutter nach Pforzheim und zurück fuhr. Carl blieb damals daheim, warum auch immer.

Dem Vernehmen nach will Mercedes für Männerautos das autonome Fahren in Richtung Schwiegermutter aber entschärfen und mit einer zwar aufpreispflichtigen, aber hilfreichen Männer-App koppeln, die zuverlässig über das Smartphone meldet, ob die Schwiegermutter zu Hause ist ("Wenn möglich, bitte wenden") oder längere Zeit abwesend ("Ziel erreicht").

Zu Skepsis und Vorsicht wird allerdings dann verstärkt geraten, wenn das automatische Auto, also das Auto-Auto, seine Passagiere vielleicht folgendermaßen begrüßt: "Herzlich willkommen an Bord unseres Auto-Autos. Seien Sie unbesorgt, das ausgereifte Selbstfahr-System produziert keine technischen Fehler ... –nischen Fehler ... –nischen Fehler ... –nischen Fehler ..."

Jahresrückblick 2013 - ADAC fördert den Postbus

Für den kleineren Geldbeutel gibt es ja schon seit mehr als 100 Jahren Autos, bei denen der Reisende nicht mehr selbst ins Lenkrad greifen muss. Man nennt sie Busse, und an ihre hervorstechenden Merkmale wie hohe Flexibilität und niedrige Kosten erinnert seit 2013 wieder eine Allianz zwischen dem ADAC und der Deutschen Post: Beide Unternehmen griffen den alten Gedanken der Postkutschen-Linie neu auf und senden nun gemeinsam gelb lackierte Fernreisebusse quer durch Deutschland. Der Fahrgast profitiert vom Gelb-Geschäft, denn schon für elf Euro geht zum Beispiel die Post von Stuttgart nach München ab.

Dass dem normalen Autokäufer im Bermuda-Dreieck zwischen Selbstfahr-Lafetten mit Google-Lagern, millionenteuren Carbonfiber-Geräten und kaum noch zu unterbietenden Bus-Tarifen die Lust am Autokaufen abhandenkommt, steht dem Vernehmen nach nicht zu befürchten. Zwar stiegen die Zuwachsraten der Carsharing-Anbieter flott, doch flotter noch stiegen die Erlöse der Hersteller.

Porsche als Profit-Profi

Porsche versilberte im ersten Halbjahr 2013 rund 78.000 Autos und strich damit annähernd den gleichen Gewinn ein wie die Marke VW, bei der allerdings für diese Marge 2,4 Millionen Autos verkauft sein wollten. Immer wieder verkürzte Akkord-Takte machten den schwäbischen Sportwagenhersteller so zum profitabelsten weit und breit, doch forderte der gestiegene Stress am Band auch seinen Tribut: Porsche glich das große Sausen jetzt mit kleinen Pausen aus und senkte im Stammwerk Zuffenhausen die Wochenarbeitszeit auf 34 Stunden, bei vollem Lohnausgleich. Arbeitsplätze bei Porsche waren dabei schon vorher hoch begehrt: Als es 2013 im Werk Leipzig 1.400 neue Stellen zu besetzen gab, meldeten sich 32.000 Bewerber.

Feiern konnte auch der Volkswagen-Konzern. Zu Beginn des Jahres wurde mit einer Fiesta mexicana das neue Motorenwerk in Silao als 100. Produktionsstätte der Marke eingeweiht, und am Ende des Jahres freuten sich die Großaktionärs-Familien Porsche und Piëch gleich noch einmal: über die stattliche Dividende von 300 Millionen Euro.

Kriechstrom im Elektrolager

Während es im Lager der von Verbrennungsmotoren angetriebenen Autos munter brummt, wirkt es im Elektro-Lager bisweilen so, als habe jemand mit Absicht den Stecker beim Thema E-Mobilität gezogen. Am 10. August wurde stolz der erste deutsche Offshore-Windpark eröffnet, ein Feld mit 30 Generator-Spargeln vor der Nordseeinsel Borkum. Von den geflügelten Werten profitiert jedoch bislang niemand, fehlen doch noch 15 Kilometer Kabelverbindung zum Land. Damit die sensiblen Riffgat-Apparaturen im Seesalz nicht zusammenrosten, werden die Generatoren derzeit mit Dieselkraft bewegt, wofür im Monat 22.000 Liter Mineralöl verheizt werden.

Die auf der anderen Seite nötigen Elektroautos erweisen sich hierzulande ebenfalls als Ladenhüter. Opel hat den Preis für den elektrischen Ampera folgerichtig um fast 8.000 Euro gesenkt, BMW hofft noch auf heftigen Zuspruch bei i3 und i8, der Tesla Model S ist in Deutschland ein eher seltener Exot, und die vom Strom gepowerten Smart und VW Up bleiben im Stadtverkehr ebenfalls übersichtlich dosiert.

In der Folge schaltete der Stromproduzent RWE, einer von 70 Anbietern im Land, einen Gang zurück und kündigte bereits an, den Aufbau von Ladestationen republikweit zu bremsen. Der Strom zum Autofahren ist 2013 in Deutschland nicht etwa mit Lichtgeschwindigkeit geflossen; er quälte sich als lahmer Kriechstrom von Lade-Hemmung zu Lade-Hemmung.

Jahresrückblick 2013 - Vierter Titel für Vettel

Wenn allerdings Formel 1-Pilot Sebastian Vettel unter Strom steht, ist für Spannung gesorgt – beim Publikum und in der elektrischen Kers-Anlage seines Red Bull-Renners. In 13 von 19 Grand-Prix-Rennen ließ der Heppenheimer in diesem Jahr die Konkurrenz hinter sich, errang zum vierten Mal in Folge die Fahrerweltmeisterschaft, platzierte zusammen mit Mark Webber die österreichisch-englischen Monoposti vor Mercedes, Ferrari und Lotus an der Spitze der Konstrukteurswertung, kommentierte auch seinen vierten WM-Titel sowie den 39. GP-Sieg mit dem bei ihm alltäglichen "Das ist schon was Besonderes", wurde nach dem Saison-Ende zum ersten Mal Vater – und erntete vom Publikum Pfiffe. Die Vorwürfe: zu cool, zu affärenarm, zu schnell.

Keine Panik: Diese Nachrede der selbst ernannten Spannungsprüfer im GP-Zirkus ist lange bekannt. Ayrton Senna etwa musste sich in der Hochblüte seiner Fahrkunst einen ähnlichen Unsinn anhören. Als in der Generation danach Michael Schumacher zusammen mit Ehefrau Corinna die gemeinsamen Kinder aufzog, die Pferde fütterte, die Hunde Gassi führte und nebenbei mit fünf WM-Titeln am Stück den Ferrari-Mythos fast bis zum Platzen aufpumpte, hatten die unseligen Action-Experten ihr Urteil bereits als Graffiti auf den Marmorsockel des Schumi-Denkmals gesprüht: zu cool, zu affärenarm, zu schnell.

Gummi-Paragraf in der F1

Das Werksteam von Mercedes versuchte wenigstens, den Vorwurf der Affärenarmut nicht auf sich sitzen zu lassen und brach in Barcelona die Reifenaffäre vom Zaun – mit dem aktuellen Silberpfeil wurden die Mischungen für 2014 getestet, was die Regelwächter der Formel 1 als Verstoß gegen den entsprechenden Gummi-Paragrafen des Reglements werteten. Ansonsten stellte Mercedes im GP-Team gefühlt die doppelte Menge von Häuptlingen im Verhältnis zu den Indianern auf, mit Aufsichtsratschef Niki Lauda an der Spitze, gefolgt von Technischen Direktoren, Teamchefs, Leitern und Halb-Leitern aller Art. Technik-Chef Ross Brawn trat aus diesem Chef-Salat zum Saisonende folgerichtig zurück. Nach welchem Rezept Mercedes den Renn-Brei für 2014 anrührt, ist noch geheim; viele Köche haben die Schwaben jedenfalls schon.

Die neuen deutschen Tugenden cool, affärenarm und schnell lassen sich ohne weiteres auch aus der Textur der weiteren Werkseinsätze herausdestillieren. Audi zum Beispiel holte den zwölften Sieg bei den materialmordenden 24 Stunden von Le Mans, wieder mit dem R18 e-tron Quattro, wie das Gesetz der Serie es befahl. Mike Rockenfeller pilotierte seinen Audi RS5 DTM mit dem 460-PS-V8 an die Spitze der Deutschen Tourenwagen Masters.

Da VW sich von Audi nicht gern etwas vormachen lässt, wurde der neue Werks-Polo in der Rallye-WM ebenfalls nicht nur gerade so, sondern kraftvoll und höchst erfolgreich eingesetzt: zehn von 13 WM-Rallyes gewonnen, Weltmeistertitel für Sébastien Ogier und den VW Polo R, auf Anhieb, und zwar cool, affärenarm, schnell.

Was den Motorsport betrifft, war 2013 also ein echtes Hammerjahr. 2014 wird vermutlich nicht langweiliger: Porsche schickt wieder Werkswagen nach Le Mans, um Audi herauszufordern; die Formel 1 bekommt neue Turbo-Motoren, um Mercedes herauszufordern, und die Sand- und Schottergewerkschaft der Rallye-WM will mit dem Neuzugang Hyundai den Polo R herausfordern. Cool, affärenarm und schnell zu sein, haben sich alle vorgenommen.

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