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Jeremy Clarksons Tops und Flops 2016

Diese Autos hasst er – und diese liebt er

Top Gear Jeremy Clarkson - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2013 Foto: xpb 41 Bilder

Als TopGear-Moderator war Jeremy Clarkson für seine große Klappe berüchtigt, als Autor der britischen Sonntags-Zeitung „The Sunday Times“ ist er es bis heute. Seit über 20 Jahren schreibt Clarkson Kolumnen für das konservative Traditionsblatt. In der aktuellen Ausgabe stellt er die seiner Meinung nach schlimmsten Autos von 2015/2016 vor und langt sprachlich besonders deftig zu. Wir zeigen sowohl die Autos, die Clarkson zum Opfer gefallen sind, als auch seine aktuellen Lieblinge.

26.08.2016 Gregor Hebermehl

Hier der Link zum Originalartikel „Jeremy Clarkson’s Tops 2015/2016“.

Mazda MX-5 Miata 2.0 Sport Recaro/Mazda MX-5 Skyactiv-G 160

Jeremy Clarkson mag den MX-5, weil er nicht eines „dieser Gähn-Autos ist, die in Meetings beschlossen werden.” Günstiger Preis, einfache Bedienung und das schnelle den Fahrer-zum-Lächeln-bringen sind für Clarkson, als wenn er nackt Twister mit Scarlett Johansson und Cameron Diaz spielen würde. Das neue Modell gefällt Clarkson noch besser als dessen Vorgänger, weil der sportliche Funke sofort überspringt. Laut Clarkson ist der MX-5 ein Heilmittel gegen Depressionen – man könne nicht schlecht drauf sein, wenn man einen MX-5 fährt.

Alfa Romeo 4C

Der Alfa Romeo 4C ist für Clarkson eine Art Ferrari-Welpe. Nie war er in einem Mainstream-Sportwagen unterwegs, dem so viel Sympathie entgegen flog. Bei seiner Fahrt kam sich der Brite vor, als sei er “die Mischung aus einer Reinkarnation von Gandhi und Prinzessin Diana.„ Andererseits bezeichnet Clarkson den 4C als “schreckliches Auto„, weil es keinen Überblick nach hinten gibt, unter den Türen durchzieht und der Wagen so laut ist, dass er glaubte, ihm bluten die Ohren. Aber gerade diese Fehler machen den 4C für Clarkson so menschlich sympathisch.

Mercedes-AMG GT S

Vom Mercedes-AMG GT S ist Clarkson geflasht. Schließlich mochte er schon dessen Vorgänger, den SLS, weil der aus Clarksons Sicht “ein dummes Show Car ist.” Dass der GT S auf dem Chassis des SLS basiert, gefällt Clarkson und den Verlust des 6,2-Liter-V8-Saugers mache der 4,0-Liter-V8-Twinturbo mit Trockensumpf-Schmierung wett. Das Gewicht von 1,5 Tonnen findet Clarkson für einen Wagen dieser Größe leicht und zur langen Motorhaube sagt er: „Du fühlst Dich, als würdest Du einen Supertanker steuern: Wenn die Fronthaube pünktlich im Ziel ist, brauchst Du noch 20 Minuten, um dorthin zu kommen.“ Außerdem sei der GT so breit, „dass ein mittlerer Hubschrauber auf ihm landen könnte, ohne dass der Fahrer es merkt“. Der Mercedes AMG GT S ist für Clarkson ein modernes Muscle Car, eine Art Mercedes Mustang. Von allen Fahrzeugen im Segment würde sich der Engländer für den Mercedes AMG GT S entscheiden.

Ford Focus RS

Im Ford Focus RS sieht Clarkson einen der Nachfolger des Ford Escort RS Cosworth aus den frühen 1990ern. Der Cosworth war ein Sportwagen der Arbeiterklasse, mit dem man die reichen Leute in ihren mehrfach teureren Rennern ärgern konnte. Beim neuen Focus RS wisse man bereits nach 100 Metern, das der Wagen gut sei – selbst James May stellte nach einer Fahrt durch einen Kreisverkehr fest, dass der Wagen besser ist als ein normales Auto. Der Focus RS fühlt sich laut Clarkson wie ein Nissan GT-R an. Der Moderator lobt das fortschrittliche Allrad-System des Focus RS, den Motor findet er nur so lala, obwohl das Triebwerk schon für „einen fleischigen Schups in den Rücken“ geeignet sei.

Ford Mustang Fastback 5.0 V8 GT/Ford Mustang 5.0 Ti-VCT V8 GT

Beim neuen Ford Mustang lobt Clarkson den vergleichsweise niedrigen Preis und dass man bereits nach zwei Metern Fahrt spürt, in einem Muscle Car zu sitzen. Der Mustang sei eine Maschine, „die Reifen in Rauch aufgehen lassen und um jede Ecke driften will.“

Jeremy Clarkson & Colin Syn - GP Monaco 2013 - VIPs & PromisFoto: xpb
Nimmt beim Austeilen kein Blatt vor den Mund: Jeremy Clarkson liebt eine provozierende Sprache.

Volvo XC90 D5 AWD

Den neuen Volvo XC90 hielt Clarkson anfangs nur für einen Hingucker: „Mein Gott ist der groß“. Aber groß sei auch der Innenraum, Platz für „sieben Erwachsene und einen Kofferraum“. Zudem mag der Moderator das dezente Innenraum-Design des großen Volvos und das entspannte Fahren. Clarkson meint, der XC90 wäre etwas für alle, die die Modellpalette von Land Rover „albern“ finden.

Vauxhall Zafira Tourer 1.6 CDTi Tech Line/Opel Zafira Tourer 1.6 CDTI 100 kW

Opels werden in Großbritannien als Vauxhall verkauft und mit dem neuen Zafira Tourer hat Jeremy Clarkson eine seltsame Geschichte erlebt: „Ich kam verschwitzt zu Bonos (Frontmann der Rockband U2, Anm. d. Red.) Haus in Frankreich, um mir dort, wie verabredet, ein Auto zu borgen. Bono war nicht zu Hause und mich begrüßte ein schäbig aussehendes Individuum, das ich für den Gärtner hielt. Es stellte sich heraus, dass das der Neffe von John F. Kennedy war. Er gab mir den Schlüssel und in meinem Kopf drehte sich alles: Bono hat einen Zafira mit Dieselmotor. Beim Bergauffahren merkte ich, wie brillant der Motor ist und Buckel im Asphalt habe ich nicht gespürt. Noch nie bin ich in einem Auto unterwegs gewesen, den Rolls-Royce Phantom eingeschlossen, das Straßenunebenheiten weniger in die Kabine weitergeleitet hat. Das macht den Zafira zum komfortabelsten Auto der Welt. Später meinte JFKs Neffe zu Bono, dass ein Landstreicher den Zafira abgeholt hätte. Bono war überrascht: Eigentlich sollte ich sein BMW 6er Cabrio bekommen.“

BMW M2

Zum BMW M2 schreibt Clarkson, dass er erst von einem Porsche 911 GTS und dann noch von einem Aston Martin DB9 überholt wurde. Dann kam ein Kreisverkehr und er brachte den M2 per Gaspedalstoß in den Overboost-Bereich. Laut Clarkson ging der M2 schneller durch das Rund als die beiden GT-Renner. Der M2 sei schnell in der Kurve und schnell auf der Geraden – für Clarkson eine wahre Freude. Der Moderator betont, dass der BMW M5 der Baureihe E28 sein Lieblings-M war – bis er den M2 fuhr.

Ferrari 488 GTB

Am Ferrari 488 GTB mag Clarkson den unheilvoll wundervollen Klang, den das Triebwerk trotz Turboaufladung singt. Und er meint, die größte Leistung von Ferrari beim 488 GTB sei, dass der starke Wagen zahm wie eine Streichelkatze ist: „Ich kenne kein Mittelmotor-Auto, das sich so freundlich anfühlt. Unter- oder Übersteuern findet nicht statt.“ Clarkson verleiht dem 488 GTB das Prädikat „perfekt“.

Lamborghini Aventador

Den Lamborghini Aventador findet Clarkson groß und schwer und die Bremsen des Wagens würden zum Fading neigen. Aber nach Clarksons Meinung kauft sich niemand einen Supersportwagen, weil er die Nordschleife schnell umrunden will. Es ginge ums Posing und dort würde niemand den Aventador schlagen. Es gäbe zwar noch ein paar posingfähige Hybrid-Supercars, aber die würden komische Geräusche machen – kein Vergleich mit dem „T-Rex-Gebrüll des Aventador.“ Clarkson liebt den McLaren P1 aber er fragt: „Wen würden Sie lieber vor der Haustür haben, einen hochentwickelten elektronischen Roboter oder einen großen fleischigen Brontosaurus.“

Opel Astra 1.6 DI Turbo, SeitenansichtFoto: Rossen Gargolov
Vom Opel Astra sprang kein Emotionsfunke auf Jeremy Clarkson über.

Hier der Link zum Originalartikel „Jeremy Clarkson’s Flops 2015/2016“.

Vauxhall Astra SRi Nav/Opel Astra 1.6 Direct Injection Turbo

Opels Modelle werden im Vereinigten Königreich von der GM-Tochter Vauxhall vertrieben. So heißt der Opel Astra auf der Insel Vauxhall Astra. Und dem Vauxhall Astra SRi Nav kann Clarkson so gar nichts Emotionales abgewinnen. Laut Clarkson war sein Testwagen „Rot und turbogeladen und für jeden gut, der vier Räder und einen Platz zum Hinsetzen braucht.“ Mehr fiel ihm zu dem Astra nicht ein.

Infiniti Q30 Premium Tech/Infiniti Q30 2.2d 7DCT

Am Infiniti Q30 2.2d 7DCT stört Clarkson vor allen Dingen der Klang des Diesels im Vergleich zu seiner Durchzugskraft. „Das Dieseltriebwerk erzeugt Sound und keine Power. Immer wenn ich einen Caravan überholen wollte, musste ich wieder einscheren, weil nicht genug Kraft zum Überholen da war. Das ist nicht in Ordnung.“ Immerhin bescheinigt Clarkson dem Q30 ein gutes Aussehen.

Skoda Superb SE L Executive/Skoda Superb 2.0 TDI 110 kW

Der Skoda Superb ist für Clarkson eine günstige Möglichkeit, einen VW Passat zu fahren. Der Superb sei so durchschnittlich, dass er die Ausstrahlung eines Kühlschranks mit Eisfach hätte. Fünf Meter Auto, die bei Clarkson zu keinem Zeitpunkt ein Wow-Gefühl erzeugten – „Nichts für die Seele.“, so der Engländer.

Zenos E10 S

Beim Zenos E10 S lässt sich Clarkson über einen englischen Hardcore-Sportwagen aus und bemerkt: „Keine Türen, kein Dach, keine Frontscheibe, keine Sonnenblende, keine Fußmatten und kein Radio – ich hatte schon Stifte, die besser ausgestattet waren.“ Der Sound des Renners gefiel Clarkson eine Minute lang, danach war er vom Klang des Wastegate-Ventils genervt: „Klingt so, als wenn ein dicker Mann die Nachwirkungen eines opulenten Essens in einer viktorianischen Toilette entsorgt.“ Außerdem missfallen Clarkson die zappelige Nicht-Servolenkung und die ABS-freie Bremsanlage, die beim Verzögern häufig zum Blockieren der Vorderräder führt. Die Purismus-Philosophie gefällt Clarkson nur, „wenn jemand den Wagen auf einer Rennstrecke fährt und ich mir das entspannt im Fernsehen anschauen kann.“

Renault Kadjar Signature Nav/Renault Kadjar Energy dCi 130

Dem Renault Kadjar verpasst Clarkson die volle Hass-Kante, so regt ihn die Unemotionalität des Kompakt-SUV auf: „Niemand wird Stunden vor dem Konfigurator verbringen, um zu sehen, wie das Auto orangefarben oder mit größeren Rädern aussieht. Es wird nie in einem Fast-and-Furious-Film auftauchen oder bei Forza Motorsport. Der Kadjar wird nie als Plakat über dem Bett eines Jungen hängen. Es wird von dem Wagen nie eine R-Version geben, die mal auf der Rennstrecke einen Sieg einheimst.“

BMW X1 xDrive 20d, SeitenansichtFoto: Achim Hartmann
Für Clarkson brachte der Diesel den X1 nicht richtig auf Trab. „Wenn der Wagen von Kia oder einem dieser seltsamen chinesischen Hersteller käme, dann wäre er gut, aber von BMW sind wir besseres gewöhnt.“

BMW X1 xDrive25d

Schon der erste BMW X1 fühlte sich für Clarkson an „wie ein Betonmischer“. Er meint, dass alle BMW-Puristen wohl über den Fakt traurig wären, dass der X1 trotzdem ein großer Verkaufserfolg wurde. Clarksons Allrad-Testwagen der aktuellen Generation kam schon auf einer Wiese ins Schleudern. Für Clarkson brachte der Diesel den X1 auch nicht richtig auf Trab. „Wenn der Wagen von Kia oder einem dieser seltsamen chinesischen Hersteller käme, dann wäre er gut, aber von BMW sind wir besseres gewöhnt.“

Seat Leon X-Perience SE Technology/Seat Leon 2.0 TDI 110 kW

Auch Seat bekommt es von Clarkson richtig. Er weist darauf hin, dass er in den 31 Jahren, in denen er Autos testet, nie einen Seat fuhr, weil es dazu einfach keinen Grund gab. Laut Clarkson hat der Leon pfiffige Außenspiegel, ist sonst aber „die größte Verschwendung von Metall, Glas und Kunststoff seit Microsoft KIN (kommerziell nicht sonderlich erfolgreiche Mobiltelefonfamilie von Microsoft, Anm. d. Red.).“ Bei Clarksons Testfahrt ruckelte der Leon bei niedrigen Geschwindigkeiten so, dass „die umstehenden Leute lachten. Die Fahrt hat mich in meiner Auffassung zu Autos von Seat bestätigt: sie sind Zeitverschwendung.“

Nissan GT-R Track Edition

Selbst ein allseits beliebter Racer wie der Nissan GT-R bekommt beim gerne provozierenden Jeremy Clarkson sein Fett weg. Während der normale GT-R für Clarkson eines der besten Autos der Welt ist, hält er die Track Edition für gefährlich. „Fahren Sie mit dem GT-R Track Edition über einen Gullydeckel, wenn Sie wissen wollen, wie sich ein Flugzeugabsturz anfühlt – das obere Ende Ihrer Wirbelsäule prallt in den Schädel.“ Außerdem meint Clarkson, dass er zweimal pro Stunde beinahe einen Unfall wegen plötzlicher Richtungsänderungen des Wagens gebaut hätte. Die Track Edition des GT-R bekommt von Clarkson somit das Prädikat „nutzlos“.

VW Scirocco 2.0 TDI 110 kW

Jeremy Clarksons erstes Auto war ein VW Scirocco. Und diese alte Liebe wird vom neuen Scirocco bitter enttäuscht: „Er sieht nicht richtig aus, er macht beim Anlassen die falschen Geräusche und man kann der Tatsache nicht entgehen, dass der Wagen auf dem Golf 6 und nicht auf dem viel besseren Golf 7 basiert.“ Außerdem vermisst Clarkson bei dem Motor den richtigen Punch – während der Fahrt sehnte er sich die ganze Zeit nach einem Golf GTI. „Aus meinem Engel wurde ein Elch.“ bemängelt der Kultmoderator mit Blick auf seinen ersten Scirocco abschließend.

Hyundai i800/Hyundai H-1 Travel 2.5 CRDi 100 kW

Der Hyundai i800, hierzulande als H-1 vermarktet, sorgt bei Jeremy Clarkson für unverfälschten Hass: „Der Wagen ist schlimmer als der Parasit, der sich in das Auge eines Kindes gegraben hat, schlimmer als der überhitzte Unterkunfts-Container einer Armee-Basis, in dem der Norovirus ausgebrochen ist, schlimmer als Hosen anprobieren. Ich würde lieber James Mays Rücken mit Sonnencreme einreiben als nochmal einen i800 fahren.“ Laut Clarkson weiß Hyundai, wie man Autos baut – aber der i800 sei langweilig, langsam, hässlich und schrecklich. Und der Engländer legt noch einen drauf: „Ich werde nie wieder mit so einem fahren. Selbst wenn es 3:00 Uhr morgens ist und ich bei Regen einfach nur nach Hause muss, würde ich nicht in ein i800-Taxi steigen. Lieber schlafe ich auf einer Parkbank und hole mir die Grippe.“

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