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Jim Clark Revival 2007

Foto: Jim Clark Revival 11 Bilder

Bereits bei der dritten Auflage platze das Jim Clark-Revival in Hockenheim aus allen Nähten: fünf Tage, 26 Rennen, mehr als 650 Fahrer, 33.500 Zuschauer.

29.05.2007 Hans-Jörg Götzl Powered by

Schüchtern nähert sich die ältere Dame dem vollständig in einen schwarzen, feuerfesten Overall gehüllten Fahrer und bittet um ein Autogramm. Der Chevron-Pilot musste zwar soeben sein Rennen vorzeitig beenden, weil der Motor des Rennsportwagens plötzlich beunruhigende, teuer klingende Geräusche von sich gab. Dennoch kommt er der Bitte gern und mit einem fröhlichen Lächeln nach.

Pro Tag mehr Spaß als in einer ganzen Formel 1-Saison

"Des sin halt no Rennfahre zum Anfasse hie", freut sich die Dame in breitem badischen Dialekt, und damit hat sie zweifelsohne Recht. Vor allem aber: Das, was die Herren Rennfahrer zum Anfassen zwischendurch draußen auf der 4,574 Kilometer langen Formel 1-Strecke anstellen, verdient höchsten Applaus und hält abschnittsweise kaum einen Zuschauer auf den Plätzen.

Um es mal so zu sagen: An einem einzigen Tag des Jim Clark Revivals erleben die Zuschauer mehr Atmosphäre, mehr Racing und mehr Herzschlagmomente als während einer kompletten Formel 1-Saison. Und die Veranstaltung dauert insgesamt fünf Tage. Da wären beispielsweise die beiden Rennen der Formel Junior, der Nachwuchsserie aus den Jahren 1958 bis 1963.

Schon beim ersten Lauf kämpfen der Schweizer Seriensieger Urs Eberhard im Lotus 27 und der Italiener Emanuele Benedini im Brabham BT6 verbissen um jeden Meter Ideallinie. In der 14. und vorletzten Runde liegt Benedini vorn, Eberhard sieht eine Lücke und sticht innen rein. Benedini schlägt dem Schweizer unter Verlust seiner vorderen rechten Radaufhängung die Tür zu, Eberhard überschlägt sich; beide bleiben unverletzt.

Lachender Dritter ist der Züricher Bruno Schaffner. "Manchmal muss man auch Glück haben", meint der Sieger des Revivals von 2005. Zweiter Lauf, Benedinis Mechaniker hat die halbe Nacht geschraubt und die Radaufhängung repariert, auch Eberhards Lotus 27 ist wieder einsatzbereit. Seite an Seite gehen beide Kampfhähne ins Rennen.

Von ganz hinten dagegen startet Christoph Burckhard, weil sein Lotus 22 am Vorstart Mucken machte. Anschließend pflügt der Schweizer durch das 43 Autos starke Feld, dass es nur so raucht, und erfreut die Zuschauer mit einem sensationellen Drift ausgangs der Sachs-Kurve. Benedini liegt derweil fast das ganze Rennen vorn. Bis Eberhard ihn doch noch überholt - nur um beim Überrunden abgeschossen zu werden. "So ein Pech", meint ein Schweizer Schlachtenbummler und schwärmt: "Dennoch, die beiden besten Rennen an diesem Wochenende."

Spektakuläre Zweikämpfe und echtes Rennfieber

Da hatte er allerdings den zweiten Lauf des Orwell Supersports Cup noch nicht gesehen. Wobei schon das ersten Rennen spektakuläre Szenen bereithält: Zunächst fängt der McLaren M8 von Peter Hoffmann in der Sachs-Kurve durch eine defekte Spritleitung Feuer - was der ehemalige Interserie- Champion aber erst eine halbe Runde später in der Spitzkehre bemerkt, als es doch ziemlich warm im Nacken wird und das halbe Heckteil verkohlt ist.

Dann dreht sich Orwell-Inhaber Gerd Wünsch in der Senke vor der Zielkurve, der Brite Stephen Minoprio kann nicht mehr ausweichen und nimmt mit seinem Mc- Laren M8 Wünschs Lola T222 mittschiffs.

"Er saß mir praktisch auf dem Schoß", sagt Wünsch verdattert, kommt aber mit Prellungen davon. Leider ist der Lola zu stark onduliert, Wünsch muss beim zweiten Lauf zuschauen. Minoprios Mechaniker dagegen bekommen den McLaren wieder hin, und auch Hoffmann steht mit einer neuen Heckverkleidung am Start - ganz am Ende des Feldes, denn die Reihenfolge richtet sich nach dem Ergebnis des ersten Rennens.

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