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Kältemittel-Crashtest-Ergebnisse

R1234yf ist unter Umständen sicher

Klimaanlagen Foto: Matthias Seeburger

Das Kraftfahrtbundesamt hat am Donnerstag (08.08.2013) den lange erwarteten Bericht zu den Crashversuchen im Zusammenhang mit dem umstrittenen Kältemittel R1234yf veröffentlicht und an die EU-Kommission weitergeleitet.

08.08.2013 Holger Wittich

In ihrem vorläufigen Fazit kommt das KBA zu einer recht zweideutigen Aussage: "Die Versuche haben im Ergebnis keine hinreichenden Nachweise ergeben, die den Verdacht auf das Eintreten einer ernsten Gefahr im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes bei den hier getesteten Fahrzeugtypen soweit erhärteten, dass unmittelbar eingreifende Maßnahmen nach dem ProdSG durch das KBA angezeigt wären."

KBA empfiehlt der EU-Kommission weitere R1234yf-Tests

Allerdings schränkt die Behörde sogleich ein, dass man bei den Versuchen Entflammungen und Fluorwasserstoffexplosionen festgestellt habe. Diese seien ein "deutlicher Hinweis auf eine weitergehende Problematik des Kältemitteleinsatzes von R1234yf in Klimaanlagen von Kraftfahrzeugen." Es werde daher aus übergeordneten Sicherheitserwägungen heraus mit Nachdruck empfohlen diese weiter zu untersuchen, um potenzielle Risiken besser bewerten zu können. Der Abschlussbericht des KBA ist im Herbst zu erwarten.

Im Auftrag des Kraftfahrtbundesamtes hat der TÜV Rheinland den Kältemitteltest durchgeführt. In Anlehnung an den Test von Daimler mit einer B-Klasse wurde auf Basis der Unfalldatenbank der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ein entsprechendes Testszenario ermittelt.

Als Testfahrzeuge wurden vier Modelle mit kleinvolumigen Ottomotoren mit und ohne Abgasturbolader gewählt. In drei Stufen testet der TÜV Rheinland, wobei die ersten beiden Stufen für die Produksicherheitsuntersuchung relevant waren.

  • Stufe 1: Kältemittel wird nur durch die Bauteile ausgeströmt, die im Crashversuch leck geschlagen waren.
  • Stufe 2: Auch Bauteile wurden zum Ausströmen verwendet, die zwar im Crashversuch beschädigt waren aber dicht geblieben sind, von denen aber - auch durch Herstellerversuche - bekannt ist, dass sie im Rahmen der Ergebnisstreuung durch Bauteiltoleranzen o.ä. bei vergleichbaren 5 Versuchen leck geschlagen sind.
  • Stufe 3: Zur Ergebnissicherung: Betrachtung der möglichen Beschädigungen der Kältemittelleitungen, die zwar im Neuzustand dicht bleiben, die aber unter schärfen Bedingungen (Alterung, höhere Aufprallgeschwindigkeit oder höhere Temperaturen im Motorraum) zerstört werden könnten.
Die Ergbnisse: In Stufe 1 und 2 kam es bei keinem Testfahrzeug zu einer Entflammung, es wurde lediglich eine geringe, nicht kritische Konzentration von Fluorwasserstoff gemessen.

In Stufe drei gab es in einem Fall einen Brand im Motorraum, bei dem große Mengen des gefährlichen Fluorwasserstoff freigesetzt wurden. In zwei weiteren Fällen wurden auch ohne Entflammung eine hohe Konzertration des Fluorwasserstoffs identifiziert.

Zu den Ergebnissen der Stufe 3 schreibt das KBA: "Die Versuchsbedingungen der dritten Stufe lassen noch keine abschließende, über die Bewertung der Produktsicherheit hinausgehende Aussage zu möglichen Risiken zu. Diese Versuche dienen aber dazu, das Versuchsergebnis generell in Richtung schwererer Unfälle abzuschätzen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Signifikanz jedoch nicht bestimmt wurden." Sie dienen "dagegen einer allgemeineren Risikoabschätzung, die es u. U. erforderlich macht, Sicherheitsanforderungen in das Typgenehmigungsverfahren für Klimaanlagen einfließen zu lassen."

Unterdessen hat Mercedes auf den Bericht des KBA reagiert. Das Unternehmen sich zwar in seiner Risikoeinschätzung bestätigt, begrüßt jedoch die Empfehlungen des KBA an die EU-Kommission, weitere Untersuchungen anzusetzen.

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